Wie die Zeit vergeht: 25 Jahre lang verkaufte sich mein Buch Carlos kann doch Tore schießen, zwar nicht mehr in großen Mengen, eigentlich nie in Mengen, aber immerhin: Das Büchlein wurde weiter nachgefragt, besonders für Lesungen an Schulen. Es war fast ein kleiner Klassiker unter all den vielen Fußballbüchern.
Dabei wollten es so viele Verlage ursprünglich nicht drucken, auch der große Oetinger-Verlag nicht, bei dem ich meine ersten Bücher veröffentlicht hatte. Es spielt nämlich im Ausland, und ob sich da ein deutscher Autor auskennen würde ... Heute würde ein solcher Ansatz wahrscheinlich erst recht hinterfragt werden, Stichwort: Kulturelle Aneignung!
Ein Verlag in der Schweiz, den es dort nicht mehr gibt, hat es schließlich herausgebracht, und ein großer Kinderbuchverlag in Deutschland hat es später als Taschenbuch vertrieben. Doch vor zwei Jahren „lohnte“ sich eine Neuauflage nicht mehr. So war das Ende des Buchs mit dem lapidaren Satz des zuständigen Lektors besiegelt: „Manchmal muss man sich einfach von Geschichten trennen!“
Aber wenn eine Geschichte doch so gut ankommt! Darf eine Person „qua Amt“ wirklich über ihr Ende entscheiden? Nun, das sind nun mal die Zwänge im normalen Verlagsgeschäft.
Heute jedoch kann man Verlage umgehen und selbst verlegen. Das habe ich mit Carlos getan. Das Buch ist neu erschienen und kann wieder bestellt werden, in jedem Buchladen oder auch online. Und weil am Schreibtisch heute jeder auch Grafiker und Setzer sein kann, hat das Buch weiterhin die schönen Illustrationen und Bordüren von Catherine Louis, dazu nun auch einen toten und lebenden Kolumnentitel, wer so etwas zu schätzen weiß ...
– und der Autor kann damit wieder zu Lesungen geladen werden ...