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	<title>Andreas Venzke</title>
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	<description>Willkommen auf meiner Website!
Hier bitte nichts Spektakul&#228;res erwarten! Ich bin Schriftsteller ...
Aber ich kann hier ein bisschen mehr bieten als nur die Buchstaben auf dem Papier. Gem&#228;lde von J&#246;rg Herz Um mich geht es, um
ANDREAS VENZKE.
Entsprechend der Wikipedia sind die wichtigsten Daten zu mir:
Andreas Venzke, geboren 1961 in Berlin, legte 1979 sein Abitur ab und schrieb sich anschlie&#223;end an der FU Berlin ein. Er studierte Germanistik, Publizistik und Kunstgeschichte. Nach dem Studium arbeitete er zun&#228;chst f&#252;r das Geschichtsmagazin Damals, f&#252;r dpa und f&#252;r die Spielzeit des SDR, au&#223;erdem f&#252;r verschiedene Tageszeitungen. Nebenher &#252;bersetzte er B&#252;cher wie das Bordbuch des Kolumbus. Seit 1988 lebt Andreas Venzke, der inzwischen verheiratet und Vater von drei Kindern ist, als Schriftsteller in Freiburg im Breisgau.
Und was den Schriftsteller angeht: Es liegt etwas Neues vor, seltsam passend zur Zeit, wie jemand Bestimmter sagen w&#252;rde: Etwas ganz Gro&#223;es!</description>
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		<title>Andreas Venzke</title>
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		<title>Zeichen setzen!</title>
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		<dc:date>2015-07-03T11:06:35Z</dc:date>
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		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



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&lt;p&gt;Frauen, die etwas besonderes geleistet haben, die sich nicht unterkriegen lie&#223;en, im Gegenteil, die Mut machen &#8211; nichts Besonderes, sollte man meinen, oder vielleicht doch: Dieses neue Buch ist beinahe ein Abriss &#252;ber die moderne Geschichte der Frau, in Politik, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft und Abenteuer, und vielleicht liegt der Reiz auch darin, dass als Autor ein Mann dieses Thema behandelt: In seiner Art der Bewunderung. &lt;br class='autobr' /&gt;
Eine sch&#246;ne Zusammenfassung von &#8222;Zeichen setzen!&#8220; ist zum (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/" rel="directory"&gt;B&#252;cher f&#252;r Jugendliche&lt;/a&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L103xH150/arton53-7701b.jpg?1678947063' class='spip_logo spip_logo_right' width='103' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Frauen, die etwas besonderes geleistet haben, die sich nicht unterkriegen lie&#223;en, im Gegenteil, die Mut machen &#8211; nichts Besonderes, sollte man meinen, oder vielleicht doch: Dieses neue Buch ist beinahe ein Abriss &#252;ber die moderne Geschichte der Frau, in Politik, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft und Abenteuer, und vielleicht liegt der Reiz auch darin, dass als Autor ein Mann dieses Thema behandelt: In &lt;i&gt;seiner &lt;/i&gt; Art der Bewunderung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine sch&#246;ne Zusammenfassung von &#8222;Zeichen setzen!&#8220; ist zum Anlass der Buchpr&#228;sentation von Petra V&#246;lzing in &lt;i&gt;Vauban actuel&lt;/i&gt; erschienen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Vauban-Autor Andreas Venzke hat ein neues Buch geschrieben und l&#228;dt zu einem unterhaltsamen Abend nicht nur f&#252;r das weibliche Geschlecht. Vorgestellt werden unterschiedlichste Frauen, die Mut bewiesen und etwas Besonderes geleistet haben. Die Texte werden im Wechsel von jungen Frauen vorgetragen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Das neue Buch versammelt Portr&#228;ts von 12 ganz unterschiedlichen Frauen, die aber alle f&#252;r Eins stehen: Den Willen zu haben, sich in der Welt durchzusetzen und einen eigenen Weg zu gehen, gegen alle Widerst&#228;nde. Bewusst ist das Spektrum weit gefasst. Die ausgew&#228;hlten Pers&#246;nlichkeiten sind jeweils typisch, sowohl f&#252;r ihre Zeit als auch f&#252;r den bereich, in dem sie wirkten, als Reisende, Unternehmerinnen, in der Wissenschaft, der Politik und der Kunst. Deutlich wird, wie sehr die geschichtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen auf die jeweiligen Frauen gewirkt haben. So entsteht anhand der ausgew&#228;hlten Beispiele zugleich auch eine Art Abriss &#252;ber die Situation der Frau im historischen Kontext, angefangen von Katharina von Bora in der beginnenden Neuzeit &#252;ber Rosa Luxemburg in der zeit sch&#228;rfster politischer K&#228;mpfe bis zu Malala, die heute noch gegen &#8222;mittelalterliche&#8220; Verh&#228;ltnisse k&#228;mpfen muss.&lt;br class='autobr' /&gt;
Immer wird deutlich, wie sehr die Frauen meist k&#228;mpfen mussten, um sich eben als Frau durchzusetzen. Es entsteht eine Art Kaleidoskop &#252;ber das Leben von Frauen von gestern bis heute, und zwar immer unter einem Gesichtspunkt: Es lohnt sich, Grenzen zu &#252;berschreiten und neue Wege zu gehen, zu k&#228;mpfen, Mut zu zeigen, sich als Frau nicht unterkriegen zu lassen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier auch eine nette Beschreibung in der &lt;i&gt;S&#252;ddeutschen Zeitung&lt;/i&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Dem Autor gelingt es, die Pers&#246;nlichkeiten auch f&#252;r junge Leser spannend und verst&#228;ndlich zu beschreiben, denn er l&#228;sst sie zwar in ihrem historischen Kontext, entgeht aber dem Versuch, sie nachtr&#228;glich zu &#252;berh&#246;hen, und macht sie durch kurze fiktive Berichte aus ihrem Leben lebendig, die auf sorgf&#228;ltigem Quellenstudium basieren.&#034;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;... und in &lt;i&gt;eselsohr&lt;/i&gt;, Fachzeitschrift f&#252;r Kinder und Jugendmedien:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Wie sch&#246;n, dass jetzt mit Andreas Venzke ein Mann f&#252;r den neuesten Band der Reihe &lt;i&gt;Arena Bibliothek des Wissens&lt;/i&gt; verantwortlich zeichnet [...] Lebendig schildert der Autor, der sich un&#252;bersehbar dem gr&#252;ndlichen Quellenstudium hingegeben hat, wichtige Stationen oder Situationen in der Biografie der vorgestellten Frauen. [...] spannend zu lesen [...]&#034;&lt;/p&gt;
&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Leseprobe&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Frida Kahlo (1907&#8211;1954)
&lt;p&gt;Selbstbespiegeln&lt;/p&gt;
&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Na, sch&#246;nes M&#228;dchen! Musst du wieder auf dem R&#252;cken liegen und mich anstarren, und damit also dich selbst? Aber &#228;rgere dich nicht, jedenfalls deswegen nicht! Das war doch damals schon eine gute Idee, beim ersten Mal, als deine Mutter mich &#252;ber dein Bett geh&#228;ngt hat. So hast du die M&#246;glichkeit bekommen, dich so genau zu betrachten, wie das sonst nie ein Mensch machen w&#252;rde.&lt;br class='autobr' /&gt;
Du wei&#223;t, was ein Spiegel dir zeigt? Er gibt den Blick frei in das Innere eines Menschen. Das hast du einzigartig genutzt. So viele Portr&#228;ts hast du von dir gemalt, immer seltsam &#252;bertrieben. Hast alle Gef&#252;hle aus deinen Gesichtsz&#252;gen genommen, als h&#228;ttest du eine Maske aufgesetzt, hast dir etwas M&#228;nnliches gegeben, die kr&#228;ftigen Augenbrauen noch betont, den Flaum auf der Oberlippe wie einen Schnauzbart gemalt! Du bist da gnadenlos, &#252;bertrieben ehrlich, so wie du dich in mir anschaust. Nicht ohne Grund hat nun sogar Pablo Picasso zu dir gesagt: &#8222;Keiner von uns kann einen Kopf machen so wie Frida Kahlo.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Was diese &#196;rzte der Yankees leisten k&#246;nnen! Vier deiner gesch&#228;digten R&#252;ckenwirbel haben sie mit einem Metallst&#252;ck fixiert, jetzt, 1946, &#252;ber 20 Jahre nach deinem Unfall. Das zu machen, leuchtet ein. So werden die Wirbel nun endlich stabil sein. Aber wieder musst du liegen, starr und steif. Nur kennst du das ja zur Gen&#252;ge. Es ist zu einem Teil deines Lebens geworden. Und was du gelernt hast: Mit meiner Hilfe in dich zu schauen wie sonst kein anderer. Ist es nicht so? Deine Gem&#228;lde sind inzwischen ber&#252;hmt, fast schon so wie die deines Mannes, Diego Rivera. Was er im Gro&#223;en schafft, machst du spiegelbildlich im Kleinen! Er schaut in die Welt und du schaust in dich.&lt;br class='autobr' /&gt;
Vielleicht kannst du es besser ertragen, hier in einem New Yorker Krankenhausbett bewegungslos liegen zu m&#252;ssen, mit der Vorstellung, nun wieder dort in dem einen von Mexiko-Stadt zu sein, wo alles f&#252;r dich neu begann. Dein Leben hat ja Halt gemacht, da warst du erst 17 Jahre alt. Wenn man nur immer w&#252;sste, wo auf dem Lebensweg die wichtigen Kreuzungen liegen &#8211; wo man sich entscheiden muss: Gehe ich links oder gehe ich rechts? Vielleicht kennt man ja den Weg, in groben Z&#252;gen. Doch du konntest nicht mehr entscheiden. Denn der eine Weg war pl&#246;tzlich versperrt. Und auf dem anderen gab es mich pl&#246;tzlich &#252;ber dir, und dazu Pinsel und Farbe. So ist dir der Weg vielleicht &lt;i&gt;gemacht&lt;/i&gt; worden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Wolltest du nicht &#196;rztin werden, ausgerechnet? Hattest du nicht eigentlich deinen Weg schon gefunden? Zu den Yankees wolltest du damals, raus aus Mexiko und in die USA. Und nun liegst du bei ihnen und bist auf einem ganz anderen Weg zu ihnen gekommen, als ber&#252;hmte K&#252;nstlerin, mit Geld im &#220;berfluss! Damals hast du daf&#252;r malocht, hast du die m&#252;hsam erarbeiteten Dollars gespart, um bei den Yankees sogar studieren zu k&#246;nnen. Und dann passte der Busfahrer nicht auf. Er &#252;bersah die Stra&#223;enbahn. Der Bus, in dem du sa&#223;t, brach entzwei &#8211; und du ja eigentlich auch. Deine Kleider hatte es dir vom Leib gerissen, voller Blut warst du, Goldstaub aus einem aufgerissen S&#228;ckchen war &#252;ber dich gerieselt. Und aus der Mitte deiner H&#252;fte ragte eine Eisenstange. Dass du das &#252;berlebt hast!&lt;br class='autobr' /&gt;
Deine Mutter hatte damals die Idee, dein Krankenbett mit einem Himmel im Renaissancestil zu versehen. Sie brachte an dem Bett einen Baldachin an und h&#228;ngte mich an dessen Unterseite. So konntest du dein Spiegelbild als Modell zum Malen nehmen. Was seitdem f&#252;r Bilder entstanden sind, gnadenlos ehrliche, ernste Bilder, die du &#252;ber dir siehst, aber auch in dir, Bilder, die du in dir tr&#228;gst. Wie h&#228;ttest du auch normal denken k&#246;nnen, nach dem was geschehen war? Dein Gipskorsett reichte damals von den Schl&#252;sselbeinen bis zum Becken. Am Tag zuvor warst du noch eine frisch aufgebrochene Bl&#252;te gewesen, am n&#228;chsten Tag eine abgebrochene. Seitdem lebst du auf einem Planeten voller Schmerzen, durchsichtig wie Eis. Aber so war es, als ob du alles auf einmal in ein paar Sekunden gelernt h&#228;ttest.&lt;br class='autobr' /&gt;
Du kannst nun wieder so viel denken, nachdenken. Was anderes bleibt dir nicht. Als du damals deine Mutter wiedersahst, sagtest du zu ihr: &#8222;Ich bin nicht gestorben, und au&#223;erdem habe ich etwas, wof&#252;r es sich zu leben lohnt: die Malerei.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Und vielleicht hat es sogar einen Sinn, dass du hier schon wieder im Bett liegst, eingesperrt in ein Gipskorsett, wie ein K&#228;fer, der auf dem R&#252;cken liegt und mit den Beinchen zappelt, oder sogar wie ein toter K&#228;fer &#8211; dass du dich aber die ganze Zeit beobachten kannst, weil ich bei dir bin? Ich jedenfalls helfe dir gern, dich zu sehen. Sieh nur, wie besonders du bist! Schau mich nur weiter an. Dazu bin ich da: Damit du Antworten findest, wie das nur wenige au&#223;er dir k&#246;nnen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt; &lt;strong&gt;Frida Kahlo (1907&#8211;1954)&lt;/strong&gt; z&#228;hlt heute zu den wichtigsten Pers&#246;nlichkeiten der modernen Malerei. In Mexiko, hei&#223;t es, wird sie fast wie eine Heilige verehrt. Als 17-j&#228;hriges M&#228;dchen geriet Frida Kahlo in einen so schweren Verkehrsunfall, dass ihr &#220;berleben wie ein Wunder schien. Sie behielt jedoch gro&#223;e Sch&#228;den zur&#252;ck, besonders an der Wirbels&#228;ule. Immer wieder musste sie deswegen operiert werden. Monate ihres Lebens verbrachte sie bewegungsunf&#228;hig in Krankenbetten. Trotzdem wollte sie das Leben in vollen Z&#252;gen genie&#223;en. Durch ihre Heirat mit dem ber&#252;hmten mexikanischen Maler Diego Rivera verkehrte sie in den wichtigsten Kreisen Mexikos, ehe sie mit ihrer eigenen Kunst ber&#252;hmt wurde. Diese verk&#246;rpert einen besonderen pers&#246;nlichen Stil. Frida Kahlo stellte auf der Leinwand dar, wie es in ihrem Inneren aussah: Was sie dachte und f&#252;hlte, woran sie glaubte und worauf sie hoffte, wie sie litt und sich freute.&lt;br class='autobr' /&gt;
In ihrer Kunst betonte sie bewusst ihre Identit&#228;t als Mexikanerin. Mexiko als Land ist in seiner Geschichte gespalten zwischen einer spanischen und indianischen Identit&#228;t. Frida Kahlo betonte dabei diese Mischform und bekannte sich deutlich auch zur indianischen Herkunft, die m&#252;tterlicherseits die ihre war. Typisch f&#252;r die Mexikaner, verglich sie ihr Land mit dem der US-Amerikaner, mit den Yankees im Norden. W&#228;hrend Mexiko im Vergleich b&#228;uerlich war, machten die USA eine st&#252;rmische industrielle Entwicklung durch und beherrschten bald die Welt. Sie schrieb schon 1931 aus New York: &#8222;Ich empfinde ein wenig Hass auf diese ganzen reichen S&#228;cke, denn ich habe Tausende von Menschen gesehen, die im schlimmsten Elend leben, nichts zu essen und keinen Platz zum Schlafen haben, und das hat sich mir am st&#228;rksten eingepr&#228;gt.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
So stellte sie sich auch zeitlebens entschieden gegen die herrschenden gesellschaftlichen Klassen. Frida Kahlo war wie ihr Mann kommunistisch ausgerichtet, je &#228;lter sie wurde, desto bedingungsloser. Diese Seite wird in ihrem Leben kaum noch hervorgehoben. Daf&#252;r ist sie heute besonders unter Frauen bekannt. Frida Kahlo gilt inzwischen als ein Vorbild f&#252;r die &#8222;feminine&#8220; Seite der Kunst. R&#252;cksichtslos stellte sie die Frau (meist sich selbst) auch noch in den intimsten Situationen dar, in der Sexualit&#228;t, bei der Geburt, im Tod, und das immer ausgemalt von symbolischen Bez&#252;gen: Auf einem Gem&#228;lde h&#228;lt sie ihren geliebten Mann Diego Rivera in den Armen wie ein Baby.&lt;br class='autobr' /&gt;
Frida Kahlos weiteres Leben entschied sich an dem Tag ihres Verkehrsunfalls. Sie versuchte das Leben auszukosten, das sie aber immer wieder &#8211; im Wortsinn &#8211; niederwarf. Auch ihr &#252;berm&#228;&#223;iges Trinken und Rauchen forderte seinen Tribut. Als ihr schlie&#223;lich ein Fu&#223; amputiert werden musste, hatte sie allen Lebensmut verloren. Sie starb mit nur 47 Jahren. &lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist Kunst?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Beurteilung dar&#252;ber, was Kunst ist, ist heute ziemlich willk&#252;rlich geworden. Entscheidend ist der &#8222;Marktwert&#8220;. Verm&#246;gende investieren in Kunst und spekulieren damit auf einen Gewinn. Aber gerade auch deswegen bietet die (moderne) Kunst die M&#246;glichkeit, neue Wege zu gehen und vielleicht erfolgreich zu sein, ohne R&#252;cksicht auf das Geschlecht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Bonusmaterial&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Hier ein 13. Portr&#228;t ... Dieser Text konnte leider aus bestimmten, internen Gr&#252;nden nicht in das Buch aufgenommen werden.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Simone de Beauvoir (1908&#8211;1986)
&lt;p&gt;Die eine Beziehung, und die anderen&lt;/p&gt;
&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ich kann es nicht glauben: Ich werde nach Amerika fahren, im Januar 1947. Ich soll in dem ganzen Land an Universit&#228;ten lesen. &lt;i&gt;Mon cher amour&lt;/i&gt;, Sartre, mein s&#252;&#223;er Kleiner, war auch schon dort, zweimal sogar. Er hat mir so viel davon erz&#228;hlt, von diesem Land der Tr&#228;ume.&lt;br class='autobr' /&gt;
Es passt ihm sogar, dass ich verreise, denn aus den USA hat sich Dolores Vanetti bei ihm angek&#252;ndigt, eine Franz&#246;sin, noch mit einem Amerikaner verheiratet. Er hat sich, als er dort war, in sie verliebt, und sie will nun unbedingt bei ihm sein.&lt;br class='autobr' /&gt;
Vielleicht bin ich gekr&#228;nkt von seiner Liebe zu der Vanetti, aber ich gestehe sie ihm zu. Wir werden einander nie bel&#252;gen und nie etwas vor dem anderen verbergen. So ist unsere Vereinbarung. Wir wollen eine ganz neue Art von Beziehung f&#252;hren, mit v&#246;llig anderen Regeln. Wir sind Existenzialisten. Das hei&#223;t, man kann seine Freiheit nur verwirklichen, indem man eigenst&#228;ndig handelt und neue Wege geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den ersten Tagen besichtige ich New York allein, diese unglaubliche Stadt. Am meisten beeindruckt mich die Stille der Stra&#223;en voller Gewimmel, die Autos, die ger&#228;uschlos dahingleiten, kein Hupen, und die Leute, die wenig reden, wenig lachen. Das ist erstaunlich im Vergleich zu Paris.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich habe noch nicht realisiert, dass ich Sartre drei Monate lang nicht sehen werde. Ich denke auf meinen Spazierg&#228;ngen dauernd an ihn. Es ist, als ob er noch mit mir reden w&#252;rde.&lt;br class='autobr' /&gt;
Dann verabrede ich mich ausrechnet mit der Vanetti, die sich auf ihren Flug vorbereitet: nach Paris, zu &lt;i&gt;ihm&lt;/i&gt;. Wir sind beide nerv&#246;s und trinken einen Whisky nach dem anderen. Ich kann Sartre verstehen, dass er f&#252;r diese reizende Frau Gef&#252;hle hat. Sie ist vielleicht etwas &#8218;zu sehr Weib', aber wenn man ein Mann ist, kann man wohl niemandem begegnen, der passender w&#228;re. Trotzdem haben wir uns eigentlich nichts zu sagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach zwei Wochen beginnt meine Vortragstour. Ich fahre zuerst nach Chicago. Diesmal habe ich keine Lust, die Stadt allein zu erkunden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Bund zwischen Sartre und mir sagt auch: Zwischen uns gibt es die notwendige Liebe, aber auch &#8211; wie er es bezeichnet hat &#8211; die kontingente Liebe, die Zufallsliebe.&lt;br class='autobr' /&gt;
F&#252;r Chicago habe ich die Adresse eines Schriftstellers bekommen, Nelson Algren. Ich rufe ihn an. Wir treffen uns am Abend. Es erscheint ein stattlicher Amerikaner, des Typs, vor dem ich in Paris gewarnt wurde: Gro&#223;, blond, selbstbestimmt. Er f&#252;hrt mir die Stadt vor, wie sie seiner Art entspricht, mit ihren sch&#228;bigen Kneipen, wo st&#228;ndig eine Jukebox dr&#246;hnt, Striptease-Clubs, Jazzlokalen voller Schwarzer.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich habe nicht viel Zeit und am n&#228;chsten Tag verabreden wir uns gleich f&#252;r den Nachmittag. Er zeigt mir auch seine Wohnung, in der es nur das Wesentliche gibt: Bett, Ofen, Tisch, Schreibmaschine, auch ein Sofa. Auf dem liegt eine h&#252;bsche bunte, mexikanische Decke, die ich gern &#252;ber uns beide ziehen w&#252;rde. Aber wir gehen wieder aus, ziehen durch sein Viertel, w&#228;rmen uns in einer Bar, auch wieder mit Whiskey. Zum Abschied bestellt er mir ein Taxi und k&#252;sst mich. Wir wollen uns unbedingt wiedersehen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Danach fahre ich weiter nach Los Angeles. Die Vortr&#228;ge und Gespr&#228;che sind anstrengend, schon deswegen, weil meine Zuh&#246;rer kaum Franz&#246;sisch verstehen. Aber ich werde gut bezahlt und kann ausschweifend leben. Ich bin in verschiedenen St&#228;dten, in Kalifornien, Texas, Florida, werde herumgereicht und bin st&#228;ndig in Gesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst Mitte April bin ich in New York zur&#252;ck und freue mich nun sehr auf meine R&#252;ckkehr nach Paris, die erst f&#252;r den 10. Mai gebucht ist.&lt;br class='autobr' /&gt;
Sartre schreibt mir, wie sehr er sich auf mich freut. Er wird mich am Flughafen abholen. Ich kann es kaum erwarten, ihn wieder zu ber&#252;hren und mit ihm zu sprechen. Ich vertraue ihm r&#252;ckhaltlos. Wie einst meine Eltern, wie einst Gott, gibt er mir das Gef&#252;hl unbedingter Sicherheit. Immerhin hat er durch unseren Bund sein h&#246;chstes Gut aufgegeben, seine Unabh&#228;ngigkeit.&lt;br class='autobr' /&gt;
Am 3. Mai trifft aber ein Telegramm von ihm ein: Mit der Vanetti sei es gerade schwierig. Ob ich nicht eine Woche sp&#228;ter fliegen k&#246;nnte ...&lt;br class='autobr' /&gt;
Mir geht es in den n&#228;chsten Tagen sehr schlecht. Trotzdem: Ich bin selbstbestimmt. Gef&#252;hle kann man beherrschen. Ich will gerade nicht an Sartre denken, nicht die ganze Zeit. Ich bin nicht eifers&#252;chtig, nein!&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich habe Nelson Algren nicht vergessen, im Gegenteil: Wir haben uns regelm&#228;&#223;ig geschrieben. So beschlie&#223;e ich, ein paar Tage zu ihm nach Chicago zu kommen. Er empf&#228;ngt mich am Flughafen und freut sich sehr, mich zu sehen. Wir verbringen den Tag gemeinsam, gehen in ein Caf&#233;, zu einem Baseballspiel, in ein Bowling-Center. Im Hotel kommt er aber nicht mit auf mein Zimmer.&lt;br class='autobr' /&gt;
Wir treffen uns wieder und ziehen abermals durch Jazzbars, ehe er mich in einem Taxi endlich k&#252;sst. Wir sind dann bei ihm in seiner billigen Wohnung, unter der mexikanischen Decke, und wir schlafen erst ein, als der Vogelruf der Morgenfr&#252;he hereindringt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Als ich wieder nach New York muss, kommt Algren mit, und wir haben noch ein paar Tage f&#252;r uns.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Endlich kehre ich nach Paris zur&#252;ck. Doch Sartre ist distanziert. Leider ist die Vanetti immer noch da. Sie will, dass er sie heiratet.&lt;br class='autobr' /&gt;
Nein, ich definiere mich nicht &#252;ber Sartre oder &#252;ber irgendeinen Mann. Ich handele selbst.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich fahre aufs Land, um dort meine Erlebnisse in Amerika literarisch zu verarbeiten. Ich denke an Algren, der f&#252;r mich unerreichbar ist, auf der anderen Seite des Atlantiks, und muss viel weinen. Fast t&#228;glich schreibe ich ihm.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst im Juli bringt Sartre die Vanetti aufs Schiff nach Le Havre. Seine Stimmung hellt sich danach nicht auf. Er br&#252;tet vor sich hin.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich beschlie&#223;e, im September wieder in die USA zu fliegen: zu Algren nach Chicago.&lt;br class='autobr' /&gt;
Wieder sind die Tage mit ihm fantastisch. Ich genie&#223;e das Leben in vollen Z&#252;gen. Er will mich heiraten. Aber das geht nat&#252;rlich nicht. Ich versuche, ihm meine Gef&#252;hle zu erkl&#228;ren, dass ich ihn nicht st&#228;rker lieben, begehren und vermissen k&#246;nnte, als ich es tue.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als ich danach in Paris zur&#252;ck bin, ist Sartre wieder f&#252;r mich da, obwohl er sich auf eine andere Frau eingelassen hat, aber nicht mehr auf diese Vanetti, die zuviel von ihm wollte.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich schreibe mein Buch &#252;ber Amerika zu Ende und mache mich dann an das Werk, das etwas ganz Einmaliges werden soll: Ein Buch &#252;ber die Lage der Frau in Geschichte und Gesellschaft. Denn inzwischen komme ich zu ganz neuen Erkenntnissen: Der Mann begreift sich als den Normalfall &#8211; dagegen erscheint die Frau geradezu als anderes Geschlecht. Der Mann definiert die Frau nicht als solche, sondern nur im Vergleich zu sich selbst. Weiblichkeit ist also nicht von Natur aus vorgegeben, sondern von au&#223;en gemacht, festgelegt durch den Mann.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich arbeite unerm&#252;dlich daran, damit ich danach freie Zeit habe. Die will ich mit Algren verbringen, vier Monate, von Mai bis September. Ich habe das genau mit Sartre besprochen. In der Zeit will n&#228;mlich Dolores Vanetti doch wieder nach Paris kommen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Als alles geplant ist, meldet sich aber die Vanetti: F&#252;r sie w&#252;rden die Bedingungen nicht mehr stimmen. Sie wird nicht kommen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Das bedeutet: Sartre h&#228;tte wieder mehr Zeit f&#252;r mich.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich beschlie&#223;e daher, die Zeit mit Algren auf zwei Monate abzuk&#252;rzen. Das will ich ihm aber nicht gleich sagen, damit wir unbeschwert sein k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den USA mache ich mit Algren eine herrliche Reise, auf dem Mississippi, weiter bis nach Mexiko. Ich organisiere die Tage, er die N&#228;chte, so habe ich es ihm vorgeschlagen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Erst am Ende unserer Reise teile ich Algren mit, dass ich doch vorzeitig nach Paris zur&#252;ck muss. Er ist wie vor den Kopf gesto&#223;en und geht auf Distanz. Ich will alles genau mit ihm besprechen, wie meine Situation ist: Sartre braucht mich. Ich bin der einzige Mensch, der ihn wirklich versteht. Er hat alles f&#252;r mich getan, hat mir geholfen zu leben, mich zu finden. Ich k&#246;nnte ihn zwar f&#252;r mehr oder weniger lange Perioden verlassen, aber nicht mein ganzes Leben an jemand anderen binden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Aber Algren hat keine Lust, &#252;berhaupt noch zuzuh&#246;ren. Den R&#252;ckflug kann ich kaum ertragen: Ist nun alles mit ihm verdorben?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wieder in Paris, bin &lt;i&gt;ich&lt;/i&gt; dann wie vor den Kopf gesto&#223;en. Dolores Vanetti will nun doch kommen und sie will mit Sartre nach S&#252;dfrankreich reisen. Er stimmt zu. Deswegen m&#246;chte er mir aber einen Flug nach Chicago bezahlen. Ich gehe darauf ein, freue mich sofort wieder auf Algren und schicke ihm ein Telegramm: Ob ich gleich wieder zu ihm kommen k&#246;nnte, f&#252;r einen ganzen Monat.&lt;br class='autobr' /&gt;
Er antwortet ebenfalls mit einem Telegramm, aber darin steht nur: &#8222;Nein. Zuviel Arbeit.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt; &lt;strong&gt;Simone de Beauvoir (1908&#8211;1986) &lt;/strong&gt; steht wie keine zweite moderne Pers&#246;nlichkeit f&#252;r den Feminismus. Sie war diejenige, die nicht nur theoretisch die Gleichberechtigung der Frau vorangetrieben hat. 1947 erschien ihr Buch &lt;i&gt;Das andere Geschlecht&lt;/i&gt;. Darin untersucht sie unter vielen Aspekten die Lage der Frau in Abh&#228;ngigkeit von der des Mannes.&lt;br class='autobr' /&gt;
Doch auch praktisch brach sie mit den b&#252;rgerlichen Normen, n&#228;mlich als Freund von Jean-Paul Sartre (*1905 +1980), &lt;i&gt;dem&lt;/i&gt; Philosophen des sogenannten Existenzialismus. Er vertrat die These, dass der Mensch nichts anders sei, als wozu er sich macht. Erst durch das eigene Handeln entwickele sich das eigentliche Individuum und der eigentliche Charakter.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die beiden vereinbarten schon als junges Paar einen Pakt: Ihre Liebe sei zwar unzerst&#246;rbar, aber es d&#252;rfte nebenher andere Verh&#228;ltnisse geben. Denn ihr Bund biete keinen Ersatz f&#252;r den fl&#252;chtigen Reichtum der Begegnungen mit anderen Wesen. &#8222;Warum sollen wir freiwillig auf die Skala der &#220;berraschungen, der Entt&#228;uschungen, der Sehns&#252;chte, der Freuden verzichten, die sich uns anbieten?&#8220;, schreibt de Beauvoir. Dabei w&#252;rden sie immer ganz offen und ehrlich zueinander sein und somit wahrhaftig bleiben.&lt;br class='autobr' /&gt;
Man k&#246;nnte den Pakt der beiden auch so deuten, dass sich Sartre damit die Freiheit verschaffte, st&#228;ndig neue junge Frauen zu verf&#252;hren, was er geradezu wie besessen tat. Dabei war die Beziehung der beiden bald nur geistig: Sie bedeuteten sich k&#246;rperlich nichts mehr, wohnten auch nie zusammen, mussten sich immer neu verabreden. Ein Leben lang siezten sie sich. Trotzdem beschrieben sie sich seitenlang ihre jeweiligen Erlebnisse und Aff&#228;ren, besonders Sartre, der kein Detail auslie&#223;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Das Leben der beiden galt sp&#228;ter vielen in der &#8222;68-Zeit&#8220;, als besonders die Studenten f&#252;r eine neue Gesellschaftsform k&#228;mpften, als vorbildlich. Es sollte Liebe ohne Vertrag geben, also keine Ehe, und Sexualit&#228;t sollte &#8222;frei&#8220; sein, also ohne irgendwelches &#8222;Besitzdenken&#8220;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Simone de Beauvoirs Beziehung zu dem amerikanischen Schriftsteller Nelson Algren (*1909 +1981) hat ihre Prinzipien vielleicht am schwersten ersch&#252;ttert. Mit ihm erlebte sie eine tiefe Befriedigung und sie schrieb ihm Hunderte ergreifender Liebesbriefe. Aber wegen ihres Pakts mit Sartre blieb das Verh&#228;ltnis br&#252;chig. Algren wandte sich schlie&#223;lich von ihr ab. Einen Ring allerdings, den er ihr zur symbolischen Hochzeit schenkte, nahm sie ihr Leben lang nicht mehr ab und nahm ihn sogar mit ins Grab. &lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hauptwerk des Feminismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Das andere Geschlecht&lt;/i&gt; gilt als eines der einflussreichsten B&#252;cher der Welt. Es hat der Frauenbewegung einen ganz eigenen Impuls gegeben. Geschrieben ist es eigentlich im Geist des Existenzialismus: Wer in seinem Leben auf dem beharrt, was er hat, kann nicht frei werden. F&#252;r die Frau bedeutet das, sich ihr Leben nicht vom Mann bestimmen zu lassen, der st&#228;ndig bereit ist, die Grenzen zu &#252;berschreiten. Daher muss auch die Frau bereit sein, neue Wege zu gehen. Sonst erstarrt sie zum Objekt und wird in ihrer Existenz vom Mann bestimmt. Philosophisch liest sich das so: Die Frau soll zur Immanenz verurteilt sein, da ihre Transzendenz fortw&#228;hrend von einem essentiellen, souver&#228;nen anderen Bewusstsein transzendiert wird, n&#228;mlich dem des Mannes. Praktisch leitete Simone de Beauvoir daraus eine ihrer wichtigsten Thesen ab: &#8222;Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Unter R&#228;ubern</title>
		<link>https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/article/unter-raubern-16</link>
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		<dc:date>2014-06-01T14:53:45Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Ein Roman f&#252;r Jugendliche - und bestimmt auch f&#252;r Erwachsene! &lt;br class='autobr' /&gt;
Darum geht's: Wer es eher romantisch will, liest von einer packenden Geschichte, die vor 200 Jahren spielt (aber auch heute so ablaufen k&#246;nnte). Sie handelt von zwei jungen M&#228;nnern, besten Freunden, die aus der Schule abhauen und kriminell werden. Dabei kommen ihnen zwei junge Frauen in die Quere, eine als durchtriebene, lebenslustige R&#228;ubersbraut, die andere als Geisel. Nun haben die Freunde ein Problem ... Wer es auch etwas (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/" rel="directory"&gt;B&#252;cher f&#252;r Jugendliche&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L101xH150/arton16-06fa3.jpg?1678947063' class='spip_logo spip_logo_right' width='101' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Ein Roman f&#252;r Jugendliche - und bestimmt auch f&#252;r Erwachsene!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Darum geht's: Wer es eher romantisch will, liest von einer packenden Geschichte, die vor 200 Jahren spielt (aber auch heute so ablaufen k&#246;nnte). Sie handelt von zwei jungen M&#228;nnern, besten Freunden, die aus der Schule abhauen und kriminell werden. Dabei kommen ihnen zwei junge Frauen in die Quere, eine als durchtriebene, lebenslustige R&#228;ubersbraut, die andere als Geisel. Nun haben die Freunde ein Problem ...&lt;br class='autobr' /&gt; Wer es auch etwas tiefsch&#252;rfend will, liest von dem Konflikt, dass ein unterdr&#252;ckter Mensch ein freies Leben sucht, aber sich nicht dagegen wehren kann, pl&#246;tzlich selbst andere beherrschen zu m&#252;ssen ...&lt;br class='autobr' /&gt; Und es geht nat&#252;rlich (!) um die Liebe, die Grenzen &#252;berwindet - nichts Neues, aber sch&#246;n, und dazu herrlich verwickelt, wie es mit der Liebe nun mal so ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beschreiben kann das aber viel besser der Verlagstext:&lt;br class='autobr' /&gt;
Historischer Jugendroman, spielt in W&#252;rttemberg um 1780. Sebastian will weg von der Stuttgarter Carlsschule, der Elite-Anstalt f&#252;r die aufstrebenden S&#246;hne des Landes. Mit Schlagstock und Arrestzelle werden hier aus sensiblen Seelen &#034;harte M&#228;nnern&#034; gemacht. Zusammen mit seinem besten Freund gelingt Sebastian die Flucht. Sie entdecken die &#034;andere Seite&#034; der Gesellschaft, werden von R&#228;ubern aufgenommen und zeigen bald gro&#223;es Talent f&#252;rs Gaunerhandwerk. Berauscht von der Freiheit, wird f&#252;r Sebastians Leben wieder alles anders, als er nach einem &#220;berfall Marie als Gefangene ins R&#228;uberlager bringt. Die Tochter aus gutem Hause erobert sein Herz und er wei&#223;, bei den R&#228;ubern kann er nicht bleiben ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Buch ist in jedem Buchladen zum Preis von 14,99 Euro zu haben, aber auch per Klick f&#252;rs &lt;a href=&#034;http://www.luebbe.de/Digital/Kinder/Details/Id/978-3-8387-5282-2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;E-Book&lt;/a&gt;, wer das mag. (Au&#223;erdem kann man dort auf der Website von &lt;i&gt;Boje&lt;/i&gt; mal in den Roman hineinlesen.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu &lt;i&gt;Unter R&#228;ubern&lt;/i&gt; sind auch ein paar Lieder entstanden, werkstattm&#228;&#223;ig von einem Profi arrangiert. Sind zwar von vielen Erwachsenen gesungen, aber schon ok. Hier zwei zur Auswahl:&lt;/p&gt;
&lt;div class=&#034;spip_document_27 spip_document spip_documents spip_document_audio spip_document_avec_legende player&#034; data-legende-len=&#034;15&#034; data-legende-lenx=&#034;&#034;
&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;div class=&#034;audio-wrapper&#034; style='width:400px;max-width:100%;'&gt; &lt;audio class=&#034;mejs mejs-27 &#034; data-id=&#034;6978d85c88d773a725b2c90132173e5f&#034; src=&#034;sites/venzke/IMG/mp3/wildfrei.mp3&#034; type=&#034;audio/mpeg&#034; preload=&#034;none&#034; data-mejsoptions='{&#034;alwaysShowControls&#034;: true,&#034;loop&#034;:false,&#034;audioWidth&#034;:&#034;100%&#034;}' controls=&#034;controls&#034; &gt;&lt;/audio&gt; &lt;/div&gt;
&lt;figcaption class='spip_doc_legende'&gt; &lt;div class='spip_doc_titre crayon document-titre-27 '&gt;&lt;strong&gt;Wild und frei
&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figcaption&gt;&lt;div class=&#034;base64javascript210710938969d4abef112607.95332742&#034; title=&#034;PHNjcmlwdD4gdmFyIG1lanNwYXRoPSdwbHVnaW5zLWRpc3QvbWVkaWFzL2xpYi9tZWpzL21lZGlhZWxlbWVudC1hbmQtcGxheWVyLm1pbi5qcz8xNjc4ODk1MzM0JyxtZWpzY3NzPSdwbHVnaW5zLWRpc3QvbWVkaWFzL2xpYi9tZWpzL21lZGlhZWxlbWVudHBsYXllci5taW4uY3NzPzE2Nzg4OTUzMzMnOwp2YXIgbWVqc2xvYWRlcjsKKGZ1bmN0aW9uKCl7dmFyIGE9bWVqc2xvYWRlcjsidW5kZWZpbmVkIj09dHlwZW9mIGEmJihtZWpzbG9hZGVyPWE9e2dzOm51bGwscGx1Zzp7fSxjc3M6e30saW5pdDpudWxsLGM6MCxjc3Nsb2FkOm51bGx9KTthLmluaXR8fChhLmNzc2xvYWQ9ZnVuY3Rpb24oYyl7aWYoInVuZGVmaW5lZCI9PXR5cGVvZiBhLmNzc1tjXSl7YS5jc3NbY109ITA7dmFyIGI9ZG9jdW1lbnQuY3JlYXRlRWxlbWVudCgibGluayIpO2IuaHJlZj1jO2IucmVsPSJzdHlsZXNoZWV0IjtiLnR5cGU9InRleHQvY3NzIjtkb2N1bWVudC5nZXRFbGVtZW50c0J5VGFnTmFtZSgiaGVhZCIpWzBdLmFwcGVuZENoaWxkKGIpfX0sYS5pbml0PWZ1bmN0aW9uKCl7ITA9PT1hLmdzJiZmdW5jdGlvbihjKXtqUXVlcnkoImF1ZGlvLm1lanMsdmlkZW8ubWVqcyIpLm5vdCgiLmRvbmUsLm1lanNfX3BsYXllciIpLmVhY2goZnVuY3Rpb24oKXtmdW5jdGlvbiBiKCl7dmFyIGU9ITAsaDtmb3IoaCBpbiBkLmNzcylhLmNzc2xvYWQoZC5jc3NbaF0pO2Zvcih2YXIgZiBpbiBkLnBsdWdpbnMpInVuZGVmaW5lZCI9PQp0eXBlb2YgYS5wbHVnW2ZdPyhlPSExLGEucGx1Z1tmXT0hMSxqUXVlcnkuZ2V0U2NyaXB0KGQucGx1Z2luc1tmXSxmdW5jdGlvbigpe2EucGx1Z1tmXT0hMDtiKCl9KSk6MD09YS5wbHVnW2ZdJiYoZT0hMSk7ZSYmalF1ZXJ5KCIjIitjKS5tZWRpYWVsZW1lbnRwbGF5ZXIoalF1ZXJ5LmV4dGVuZChkLm9wdGlvbnMse3N1Y2Nlc3M6ZnVuY3Rpb24oYSxjKXtmdW5jdGlvbiBiKCl7dmFyIGI9alF1ZXJ5KGEpLmNsb3Nlc3QoIi5tZWpzX19pbm5lciIpO2EucGF1c2VkPyhiLmFkZENsYXNzKCJwYXVzaW5nIiksc2V0VGltZW91dChmdW5jdGlvbigpe2IuZmlsdGVyKCIucGF1c2luZyIpLnJlbW92ZUNsYXNzKCJwbGF5aW5nIikucmVtb3ZlQ2xhc3MoInBhdXNpbmciKS5hZGRDbGFzcygicGF1c2VkIil9LDEwMCkpOmIucmVtb3ZlQ2xhc3MoInBhdXNlZCIpLnJlbW92ZUNsYXNzKCJwYXVzaW5nIikuYWRkQ2xhc3MoInBsYXlpbmciKX1iKCk7YS5hZGRFdmVudExpc3RlbmVyKCJwbGF5IixiLCExKTsKYS5hZGRFdmVudExpc3RlbmVyKCJwbGF5aW5nIixiLCExKTthLmFkZEV2ZW50TGlzdGVuZXIoInBhdXNlIixiLCExKTthLmFkZEV2ZW50TGlzdGVuZXIoInBhdXNlZCIsYiwhMSk7Zy5hdHRyKCJhdXRvcGxheSIpJiZhLnBsYXkoKX19KSl9dmFyIGc9alF1ZXJ5KHRoaXMpLmFkZENsYXNzKCJkb25lIiksYzsoYz1nLmF0dHIoImlkIikpfHwoYz0ibWVqcy0iK2cuYXR0cigiZGF0YS1pZCIpKyItIithLmMrKyxnLmF0dHIoImlkIixjKSk7dmFyIGQ9e29wdGlvbnM6e30scGx1Z2luczp7fSxjc3M6W119LGUsaDtmb3IoZSBpbiBkKWlmKGg9Zy5hdHRyKCJkYXRhLW1lanMiK2UpKWRbZV09alF1ZXJ5LnBhcnNlSlNPTihoKTtiKCl9KX0oalF1ZXJ5KX0pO2EuZ3N8fCgidW5kZWZpbmVkIiE9PXR5cGVvZiBtZWpzY3NzJiZhLmNzc2xvYWQobWVqc2NzcyksYS5ncz1qUXVlcnkuZ2V0U2NyaXB0KG1lanNwYXRoLGZ1bmN0aW9uKCl7YS5ncz0hMDthLmluaXQoKTtqUXVlcnkoYS5pbml0KTtvbkFqYXhMb2FkKGEuaW5pdCl9KSl9KSgpOzwvc2NyaXB0Pg==&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class=&#034;spip_document_28 spip_document spip_documents spip_document_audio spip_document_avec_legende player&#034; data-legende-len=&#034;29&#034; data-legende-lenx=&#034;&#034;
&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;div class=&#034;audio-wrapper&#034; style='width:400px;max-width:100%;'&gt; &lt;audio class=&#034;mejs mejs-28 &#034; data-id=&#034;a9786ab596f9411559924d8e66acc185&#034; src=&#034;sites/venzke/IMG/mp3/tod-lied.mp3&#034; type=&#034;audio/mpeg&#034; preload=&#034;none&#034; data-mejsoptions='{&#034;alwaysShowControls&#034;: true,&#034;loop&#034;:false,&#034;audioWidth&#034;:&#034;100%&#034;}' controls=&#034;controls&#034; &gt;&lt;/audio&gt; &lt;/div&gt;
&lt;figcaption class='spip_doc_legende'&gt; &lt;div class='spip_doc_titre crayon document-titre-28 '&gt;&lt;strong&gt;Der Tod spielt seine Lieder
&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figcaption&gt;&lt;div class=&#034;base64javascript210710938969d4abef112607.95332742&#034; title=&#034;PHNjcmlwdD4gdmFyIG1lanNwYXRoPSdwbHVnaW5zLWRpc3QvbWVkaWFzL2xpYi9tZWpzL21lZGlhZWxlbWVudC1hbmQtcGxheWVyLm1pbi5qcz8xNjc4ODk1MzM0JyxtZWpzY3NzPSdwbHVnaW5zLWRpc3QvbWVkaWFzL2xpYi9tZWpzL21lZGlhZWxlbWVudHBsYXllci5taW4uY3NzPzE2Nzg4OTUzMzMnOwp2YXIgbWVqc2xvYWRlcjsKKGZ1bmN0aW9uKCl7dmFyIGE9bWVqc2xvYWRlcjsidW5kZWZpbmVkIj09dHlwZW9mIGEmJihtZWpzbG9hZGVyPWE9e2dzOm51bGwscGx1Zzp7fSxjc3M6e30saW5pdDpudWxsLGM6MCxjc3Nsb2FkOm51bGx9KTthLmluaXR8fChhLmNzc2xvYWQ9ZnVuY3Rpb24oYyl7aWYoInVuZGVmaW5lZCI9PXR5cGVvZiBhLmNzc1tjXSl7YS5jc3NbY109ITA7dmFyIGI9ZG9jdW1lbnQuY3JlYXRlRWxlbWVudCgibGluayIpO2IuaHJlZj1jO2IucmVsPSJzdHlsZXNoZWV0IjtiLnR5cGU9InRleHQvY3NzIjtkb2N1bWVudC5nZXRFbGVtZW50c0J5VGFnTmFtZSgiaGVhZCIpWzBdLmFwcGVuZENoaWxkKGIpfX0sYS5pbml0PWZ1bmN0aW9uKCl7ITA9PT1hLmdzJiZmdW5jdGlvbihjKXtqUXVlcnkoImF1ZGlvLm1lanMsdmlkZW8ubWVqcyIpLm5vdCgiLmRvbmUsLm1lanNfX3BsYXllciIpLmVhY2goZnVuY3Rpb24oKXtmdW5jdGlvbiBiKCl7dmFyIGU9ITAsaDtmb3IoaCBpbiBkLmNzcylhLmNzc2xvYWQoZC5jc3NbaF0pO2Zvcih2YXIgZiBpbiBkLnBsdWdpbnMpInVuZGVmaW5lZCI9PQp0eXBlb2YgYS5wbHVnW2ZdPyhlPSExLGEucGx1Z1tmXT0hMSxqUXVlcnkuZ2V0U2NyaXB0KGQucGx1Z2luc1tmXSxmdW5jdGlvbigpe2EucGx1Z1tmXT0hMDtiKCl9KSk6MD09YS5wbHVnW2ZdJiYoZT0hMSk7ZSYmalF1ZXJ5KCIjIitjKS5tZWRpYWVsZW1lbnRwbGF5ZXIoalF1ZXJ5LmV4dGVuZChkLm9wdGlvbnMse3N1Y2Nlc3M6ZnVuY3Rpb24oYSxjKXtmdW5jdGlvbiBiKCl7dmFyIGI9alF1ZXJ5KGEpLmNsb3Nlc3QoIi5tZWpzX19pbm5lciIpO2EucGF1c2VkPyhiLmFkZENsYXNzKCJwYXVzaW5nIiksc2V0VGltZW91dChmdW5jdGlvbigpe2IuZmlsdGVyKCIucGF1c2luZyIpLnJlbW92ZUNsYXNzKCJwbGF5aW5nIikucmVtb3ZlQ2xhc3MoInBhdXNpbmciKS5hZGRDbGFzcygicGF1c2VkIil9LDEwMCkpOmIucmVtb3ZlQ2xhc3MoInBhdXNlZCIpLnJlbW92ZUNsYXNzKCJwYXVzaW5nIikuYWRkQ2xhc3MoInBsYXlpbmciKX1iKCk7YS5hZGRFdmVudExpc3RlbmVyKCJwbGF5IixiLCExKTsKYS5hZGRFdmVudExpc3RlbmVyKCJwbGF5aW5nIixiLCExKTthLmFkZEV2ZW50TGlzdGVuZXIoInBhdXNlIixiLCExKTthLmFkZEV2ZW50TGlzdGVuZXIoInBhdXNlZCIsYiwhMSk7Zy5hdHRyKCJhdXRvcGxheSIpJiZhLnBsYXkoKX19KSl9dmFyIGc9alF1ZXJ5KHRoaXMpLmFkZENsYXNzKCJkb25lIiksYzsoYz1nLmF0dHIoImlkIikpfHwoYz0ibWVqcy0iK2cuYXR0cigiZGF0YS1pZCIpKyItIithLmMrKyxnLmF0dHIoImlkIixjKSk7dmFyIGQ9e29wdGlvbnM6e30scGx1Z2luczp7fSxjc3M6W119LGUsaDtmb3IoZSBpbiBkKWlmKGg9Zy5hdHRyKCJkYXRhLW1lanMiK2UpKWRbZV09alF1ZXJ5LnBhcnNlSlNPTihoKTtiKCl9KX0oalF1ZXJ5KX0pO2EuZ3N8fCgidW5kZWZpbmVkIiE9PXR5cGVvZiBtZWpzY3NzJiZhLmNzc2xvYWQobWVqc2NzcyksYS5ncz1qUXVlcnkuZ2V0U2NyaXB0KG1lanNwYXRoLGZ1bmN0aW9uKCl7YS5ncz0hMDthLmluaXQoKTtqUXVlcnkoYS5pbml0KTtvbkFqYXhMb2FkKGEuaW5pdCl9KSl9KSgpOzwvc2NyaXB0Pg==&#034;&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die Liedtexte stehen im Buch. Die Noten dazu gibt es erst mal &lt;a href='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/IMG/pdf/tod-lied.pdf' class=&#034;spip_in&#034; type='application/pdf'&gt;hier&lt;/a&gt; f&#252;r das eine und &lt;a href='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/IMG/pdf/wildfrei.pdf' class=&#034;spip_in&#034; type='application/pdf'&gt;hier&lt;/a&gt; f&#252;r das andere.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Au&#223;erdem l&#228;sst sich auch beides im Film bewundern, Buch und Musik, und zwar &lt;a href=&#034;http://www.youtube.com/watch?v=eXUn0WDUNOE&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;hier auf &lt;i&gt;youtube&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Leseprobe&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Die Flucht&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der Holzmeier war ein Arschloch! Sebastian tat alles weh. So lange&lt;br class='autobr' /&gt;
hatten sie noch nie exerziert: &lt;i&gt;Vorw&#228;rts! Und links! Und geradeaus,&lt;br class='autobr' /&gt;
zwei drei! Rechts schwenk, drei vier! Und halt!&lt;/i&gt; Sie waren eingespannt&lt;br class='autobr' /&gt;
wie Kutschpferde und mussten sinnlos Runden drehen. Und Oberst&lt;br class='autobr' /&gt;
Holzmeier machte es jeden Tag noch schlimmer. Immer st&#228;rker zog&lt;br class='autobr' /&gt;
er als Aufseher an der Stuttgarter Carlsschule die Z&#252;gel an, der&lt;br class='autobr' /&gt;
&#187;Hohen Carlsschule&#171;, wie sie seit einigen Jahren hie&#223;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian kam es so vor, als k&#246;nnte er gar nicht mehr den Kopf&lt;br class='autobr' /&gt;
drehen. Bei jeder Bewegung, ob nur leicht hierhin oder dorthin,&lt;br class='autobr' /&gt;
tat's irgendwo weh. Der Holzmeier konnte ihn nicht leiden, so viel&lt;br class='autobr' /&gt;
war klar. Oder der konnte es einfach nicht leiden, dass Sebastian&lt;br class='autobr' /&gt;
versuchte, selbst zu denken, wie Lehrer Abel das wollte &#8211; oder dass&lt;br class='autobr' /&gt;
er gern las und B&#252;cher mochte, so was Weibisches! Vielleicht war&lt;br class='autobr' /&gt;
das wie eine Bedrohung f&#252;r Holzmeier.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian war trotzdem nicht m&#252;de. Es war zwar schon halb&lt;br class='autobr' /&gt;
zehn und also eine halbe Stunde nach Schlafenszeit, aber es w&#252;rde&lt;br class='autobr' /&gt;
noch eine Stunde hell sein, noch eine lange Stunde. Da konnten die&lt;br class='autobr' /&gt;
Aufseher in dem langen Schlafsaal mit seinen f&#252;nfzig Betten alle&lt;br class='autobr' /&gt;
Vorh&#228;nge zuziehen &#8211; es fiel doch noch gen&#252;gend Licht in die einzelnen&lt;br class='autobr' /&gt;
Abteile. Wann hatte man schon so viel Zeit f&#252;r sich, au&#223;er&lt;br class='autobr' /&gt;
im Schlaf? Es gab Freiheit, wenigstens im Kopf, dachte Sebastian,&lt;br class='autobr' /&gt;
und auf dem Papier &#8211; wenn man schreiben konnte &#8211;, wenn man was&lt;br class='autobr' /&gt;
zu schreiben hatte &#8211;, wenn man was zu sagen hatte!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wenn man aufpasste und geschickt war, konnte man sich&lt;br class='autobr' /&gt;
auch bei anderen Gelegenheiten seine kleinen Freiheiten verschaffen:&lt;br class='autobr' /&gt;
Johann war hergeschlichen und sa&#223; nun bei ihm auf dem Bett.&lt;br class='autobr' /&gt;
Sebastian hatte das niedrige Gitter zu seinem Abteil geschlossen.&lt;br class='autobr' /&gt;
So hatten sie immerhin das Gef&#252;hl, f&#252;r sich zu sein. Auch in anderen&lt;br class='autobr' /&gt;
Betten wurde noch gefl&#252;stert. Wenigstens das lie&#223;en die wachhabenden&lt;br class='autobr' /&gt;
Offiziere zu, auch wenn sie von ihren Schlafpl&#228;tzen am&lt;br class='autobr' /&gt;
Ende des langen Saals immer mal wieder riefen: &#187;&lt;i&gt;Silentium&lt;/i&gt;! Schlafen!&lt;br class='autobr' /&gt;
Ruhe jetzt!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian l&#228;chelte Johann an und griff vorsichtig in seine Matratze,&lt;br class='autobr' /&gt;
wo das Laub inzwischen zu Staub zerbr&#246;selte. Erst im Herbst&lt;br class='autobr' /&gt;
w&#252;rden sie die Matratze neu f&#252;llen. Er fingerte darin herum wie ein&lt;br class='autobr' /&gt;
Wiesel, das in ein M&#228;useloch kroch. Endlich bekam er das Papier&lt;br class='autobr' /&gt;
zu fassen. Das w&#252;rde er nie in der Kommode verstecken, die jeder in&lt;br class='autobr' /&gt;
seinem Schafabteil hatte. Die wurde immer mal wieder durchsucht,&lt;br class='autobr' /&gt;
auch heimlich, das wusste jeder. Sebastian zog das Papier hervor&lt;br class='autobr' /&gt;
und hielt es sich vor die Augen wie eine Schatzkarte. Es war ein&lt;br class='autobr' /&gt;
Schattenriss seiner Mutter. Viel mehr hatte er nicht von ihr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Sebastian, h&#246;r mal auf damit!&#171;, sagte Johann. &#187;Sie kann dir&lt;br class='autobr' /&gt;
auch nicht helfen!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Ob sie an mich denkt?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Klar! Ich geh jetzt noch was trinken.&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Wenn sie w&#252;sste, was der Holzmeier, dieses Arschloch, und der&lt;br class='autobr' /&gt;
Herzog &#8230; was das f&#252;r welche sind!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Das wei&#223; sie. Aber sie will nur dein Bestes! Und jetzt muss ich&lt;br class='autobr' /&gt;
mal &#8230;&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Wenn ich pl&#246;tzlich bei ihr vor der T&#252;r st&#228;nde!&#171;, fl&#252;sterte Sebastian.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#187;Sie w&#252;rde Augen machen!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Sie w&#252;rde sich vielleicht eher vor Angst in die Hosen machen &#8211;&lt;br class='autobr' /&gt;
vor Angst um dich! Sie w&#252;rden dich n&#228;mlich als Erstes bei ihr suchen&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8211; und dann gehst du direkt in den Karzer!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Trotzdem abhauen!&#171;, fl&#252;sterte Sebastian mit der Hand vor dem&lt;br class='autobr' /&gt;
Mund. &#187;Das h&#228;tte schon einen Sinn, so wie der Schiller.&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Ach, h&#246;r auf zu tr&#228;umen!&#171;, sagte Johann ziemlich laut, als pl&#246;tzlich&lt;br class='autobr' /&gt;
ein Ger&#228;usch vor dem Gitter zu h&#246;ren war. Sofort steckte Sebastian&lt;br class='autobr' /&gt;
den Schattenriss in die Matratze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beide hielten den Atem an und lauschten. Es war im Saal ziemlich&lt;br class='autobr' /&gt;
still geworden. Sie konnten nie sicher sein, ob nicht ein Aufseher&lt;br class='autobr' /&gt;
gerade umherschlich und nach dem Rechten sah. Sie hatten&lt;br class='autobr' /&gt;
zwar keine Angst vor ihnen und ertrugen alle Backpfeifen wie eingeschirrte&lt;br class='autobr' /&gt;
Esel, aber Johann war nicht in seinem Abteil. Das war ein&lt;br class='autobr' /&gt;
besonders schlimmes Vergehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie sahen sich lange an, ehe Johann ausatmete und sagte: &#187;Ist&lt;br class='autobr' /&gt;
nichts! Sind wir jetzt wirklich mal leise und gehen schlafen! Ich&lt;br class='autobr' /&gt;
muss aber vorher unbedingt noch &#8230;&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Sebastian wieder nach dem Scherenschnitt fingerte, verdrehte&lt;br class='autobr' /&gt;
Johann die Augen und stand leise auf. Wer nachts noch mal&lt;br class='autobr' /&gt;
rausmusste, um zu pinkeln oder auch nur um was zu trinken, wollte&lt;br class='autobr' /&gt;
keinen unn&#246;tig st&#246;ren, vor allem keinen Aufseher. Es konnte sein,&lt;br class='autobr' /&gt;
dass die einen nicht gehen lie&#223;en, gerade wie es ihnen gefiel &#8211; oder&lt;br class='autobr' /&gt;
dass man sich deswegen erst rechtfertigen musste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian sah m&#252;de zu, wie Johann die paar Schritte zum Gitter&lt;br class='autobr' /&gt;
machte, es aufzog und mit Schwung den Vorhang zur Seite schlug.&lt;br class='autobr' /&gt;
Da stand Carl Eugen vor ihm, der Herzog h&#246;chstselbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Was machen Sie denn &#8230;?&#171;, fragte Johann und schwieg sofort.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Carl Eugen stand im Nachthemd vor ihm. Dar&#252;ber hatte er seinen&lt;br class='autobr' /&gt;
Uniformrock gezogen. Johann lachte los. Sebastian grinste und&lt;br class='autobr' /&gt;
grinste immer mehr: Der Herzog sah aus wie ein vertrottelter Alter,&lt;br class='autobr' /&gt;
der in der Nacht herumirrte und nicht mehr nach Hause fand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Was erlaubt Er sich?&#171;, schrie Carl Eugen, als er die Fassung&lt;br class='autobr' /&gt;
wiedergefunden hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sofort erschien einer der Aufseher, ausgerechnet Oberst Holzmeier,&lt;br class='autobr' /&gt;
und haute Johann links und rechts eine runter. Sogar Sebastian&lt;br class='autobr' /&gt;
sp&#252;rte, wie weh das tat. Im Saal wurde es unruhig. Johann ballte&lt;br class='autobr' /&gt;
die F&#228;uste und presste sie sich an den K&#246;rper.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Welch ein Benehmen!&#171;, schrie der Herzog, und Johann sagte&lt;br class='autobr' /&gt;
leise: &#187;Ich muss trinken. Ich verdurste.&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Verdursten!&#171;, schrie der Herzog weiter. &#187;Welchen Vokabulars&lt;br class='autobr' /&gt;
bem&#228;chtigt Er sich im Angesicht Seines Vaters?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Ein Bed&#252;rfnis, Sire, ein starkes Fl&#252;ssigkeitsbed&#252;rfnis!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Carl Eugen stand da mit hochrotem Gesicht und redete pl&#246;tzlich&lt;br class='autobr' /&gt;
ganz wirr: &#187;Verdursten! Hier bei uns? Wo alle versorgt sind, f&#252;r&lt;br class='autobr' /&gt;
alle gesorgt, keine Sorgen, nichts als Sorgen, immer Sorgen &#8230;&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da stellte sich Oberst Holzmeier neben ihn, griff ihn unter den&lt;br class='autobr' /&gt;
Arm und f&#252;hrte ihn ganz sachte einige Schritte weiter, und noch einige&lt;br class='autobr' /&gt;
Schritte. Im Saal war es mucksm&#228;uschenstill.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Johann schl&#252;pfte schnell in sein Schlafabteil. Sebastian hielt sich&lt;br class='autobr' /&gt;
den Mund vor Lachen. Es dauerte nicht lange, bis im Saal einige&lt;br class='autobr' /&gt;
Jungen zu fl&#252;stern wagten, dann zu reden, dann sogar Rufe auszusto&#223;en:&lt;br class='autobr' /&gt;
&#187;So ein Spion!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Unser Vater!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Unterdr&#252;cker!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle erkannten, dass der Herzog nicht mehr im Raum war, aber&lt;br class='autobr' /&gt;
auch die Aufseher nicht. Die Ger&#228;usche im Saal schwollen an wie&lt;br class='autobr' /&gt;
ein sich m&#228;chtig aufbauendes Gewitter. Dann donnerte es und es&lt;br class='autobr' /&gt;
war die Stimme von Holzmeier: &#187;&lt;i&gt;Silentium&lt;/i&gt;! Noch ein Laut von einem&lt;br class='autobr' /&gt;
von euch, und derjenige bekommt die Rute!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Augenblicklich schwiegen f&#252;nfzig Jungen so sehr, dass von drau&#223;en&lt;br class='autobr' /&gt;
das Pl&#228;tschern des Brunnens zu h&#246;ren war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian lag weiter wach und lauschte. Er horchte, ob nicht ein&lt;br class='autobr' /&gt;
Eleve auf dem Weg zu ihm war. Davor hatte er Angst. Gegen manche&lt;br class='autobr' /&gt;
konnte er sich allein nicht wehren. Zwei oder drei gab es, denen&lt;br class='autobr' /&gt;
machte es mindestens so viel Spa&#223; wie dem Holzmeier, ihn zu dem&#252;tigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bald h&#246;rte er, dass alle fest schliefen, jedenfalls die allermeisten,&lt;br class='autobr' /&gt;
auch die Aufseher. Bei denen wusste man eigentlich immer am sichersten,&lt;br class='autobr' /&gt;
dass sie schliefen, weil sie fast alle schnarchten. Aber gerade&lt;br class='autobr' /&gt;
dann waren einige Jungen in ihren Abteilen hellwach. Manchmal&lt;br class='autobr' /&gt;
schlichen sich bestimmte Jungen sogar in andere Betten. Alle&lt;br class='autobr' /&gt;
wussten, was die machten. Sebastian war das aber nicht geheuer.&lt;br class='autobr' /&gt;
Einmal war auch zu ihm ein Junge gekommen, aber er hatte ihm&lt;br class='autobr' /&gt;
eine geknallt. Zum Gl&#252;ck! Seitdem wurde er in Ruhe gelassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als die Uhr zw&#246;lf schlug, horchte er besonders aufmerksam.&lt;br class='autobr' /&gt;
Den Schlag der Glockenuhr am querstehenden Mitteltrakt der&lt;br class='autobr' /&gt;
Schule, dem &lt;i&gt;Corps de Logis&lt;/i&gt;, konnte man besonders gut ausnutzen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Und tats&#228;chlich h&#246;rte er in ihrem Klang ein anderes Ger&#228;usch, ein&lt;br class='autobr' /&gt;
schleichendes. Er ging zum Vorhang und lugte hindurch: Es war&lt;br class='autobr' /&gt;
Johann, der hinausging, um Wasser zu trinken. Erst als nichts anderes&lt;br class='autobr' /&gt;
mehr als das ferne Schnarchen der Aufseher und das Pl&#228;tschern&lt;br class='autobr' /&gt;
des Brunnens zu h&#246;ren war, schlief Sebastian ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Fr&#252;hst&#252;ck stand Unterricht an, wie es der Zufall wollte,&lt;br class='autobr' /&gt;
bei Holzmeier. Alle sa&#223;en kerzengerade auf den B&#228;nken, die ohne&lt;br class='autobr' /&gt;
Lehne waren, damit die Eleven auch auf diese Weise genug Spannung&lt;br class='autobr' /&gt;
hatten, um den Ausf&#252;hrungen der Lehrer zu folgen. Eleven&lt;br class='autobr' /&gt;
mussten sich die Jungen zwischen zw&#246;lf und achtzehn nennen lassen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Eleven, das waren die Mustersch&#252;ler von Carl Eugen, junges&lt;br class='autobr' /&gt;
Menschenmaterial, das er nach seinem Willen formte. Das war der&lt;br class='autobr' /&gt;
Sinn der Carlsschule, das hatte Sebastian l&#228;ngst verstanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wunderte ihn an diesem Morgen gar nicht, dass Holzmeier&lt;br class='autobr' /&gt;
sofort ihn drannahm, um ihn blo&#223;zustellen. Aber da war er an den&lt;br class='autobr' /&gt;
Falschen geraten. Zwar plusterte sich Holzmeier vor ihm wie ein&lt;br class='autobr' /&gt;
Gockel auf und schlug sich mit der Rute in die Hand, aber das&lt;br class='autobr' /&gt;
schreckte Sebastian nicht. Er hatte die Vokabeln und die Formen&lt;br class='autobr' /&gt;
intus. Er wusste, dass ihm Holzmeier deswegen nichts konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian hatte seine Freude daran, Holzmeier auflaufen zu lassen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Hochkonzentriert stand er vor dem Lehrer. Er kannte den Ablauf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Wollen&lt;/i&gt;!&#171;, sagte Holzmeier, als w&#228;re es ein Befehl zum Strammstehen.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#187;Indikativ Pr&#228;sens!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Von wo?&#171;, fragte Sebastian unschuldig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Von wo was?&lt;i&gt; Ich will&lt;/i&gt;! Los! Marsch!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Sie wollen, Sire? Was bitte?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier starrte Sebastian zuerst ungl&#228;ubig an, ehe er pl&#246;tzlich&lt;br class='autobr' /&gt;
mit den Armen fuchtelte und rief: &#187;&lt;i&gt;Ich will&lt;/i&gt;! Ich will die Konjugation&lt;br class='autobr' /&gt;
von wollen, und zwar Indikativ Pr&#228;sens Singular!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Volo, vis, vult&lt;/i&gt;&#171;, antwortete Sebastian und nahm sich Zeit, zwischen&lt;br class='autobr' /&gt;
den W&#246;rtern eine Pause zu machen, als m&#252;sste er &#252;berlegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber er kannte die Formen, obwohl sie unregelm&#228;&#223;ig waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Plural!&#171;, sagte Holzmeier und klopfte mit dem Stock auf den&lt;br class='autobr' /&gt;
Tisch. &#187;Schneller!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian sprach die Worte schneller aus, machte aber weiter&lt;br class='autobr' /&gt;
Pausen, als m&#252;sste er &#252;berlegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier drehte sich kurz von ihm weg, als w&#252;rde er ihn in&lt;br class='autobr' /&gt;
Ruhe lassen, machte aber pl&#246;tzlich einen Schritt auf ihn zu und&lt;br class='autobr' /&gt;
schrie fast: &#187;Konjunktiv Pr&#228;sens Singular!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian konnte nichts passieren. Er spielte nun sein Spiel weiter&lt;br class='autobr' /&gt;
und fragte: &#187;Wovon?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Davon! Von &#8230; &#228;h &#8230; von &lt;i&gt;wollen&lt;/i&gt;. &lt;i&gt;Ich w&#252;rde wollen&lt;/i&gt;! Weiter!&lt;br class='autobr' /&gt;
Zack, zack!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Du w&#252;rdest wollen!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier hob drohend den Stock. &#187;Will Er mich zum Besten&lt;br class='autobr' /&gt;
halten? Latein! Los!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian sagte ruhig und ziemlich schnell: &#187;&lt;i&gt;Velim, velis, velit&lt;/i&gt;.&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Lehrer sah ihn von unten aus schmalen Augenschlitzen an&lt;br class='autobr' /&gt;
und rief dann: &#187;Plural!&#171;, wobei er sich aber pl&#246;tzlich umdrehte und&lt;br class='autobr' /&gt;
den Eleven Gottfried ansprach. Der stand sofort auf, starrte aber&lt;br class='autobr' /&gt;
wortlos zur Tafel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So tobte er sich dann an dem aus, der zu denen z&#228;hlte, die es immer&lt;br class='autobr' /&gt;
abbekamen, wenn einer wie Oberst Holzmeier seine Wut ableiten&lt;br class='autobr' /&gt;
musste. Gottfried fielen nicht mal die Pluralformen von sein&lt;br class='autobr' /&gt;
ein. Bei manchen schaltete allerdings das Denken aus, wenn sie&lt;br class='autobr' /&gt;
f&#252;rchten mussten, bestraft zu werden. Der Eleve bekam dann &#187;seine&lt;br class='autobr' /&gt;
Tatzen&#171;, wie Holzmeier das nannte: mit der Rute zehn Schl&#228;ge auf&lt;br class='autobr' /&gt;
die Finger, die er vor sich auf die Bank halten musste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei Gottfried tat Sebastian das aber nicht leid. Der war nicht nur&lt;br class='autobr' /&gt;
dumm, sondern auch noch hinterh&#228;ltig &#8211; einer von den Eleven, denen&lt;br class='autobr' /&gt;
nicht zu trauen war! Manchen Eleven wollte man ja gern helfen&lt;br class='autobr' /&gt;
und eingreifen, aber &#8230; Nein, dachte Sebastian, auch das wollte&lt;br class='autobr' /&gt;
man nicht mehr. Sie waren einfach schon zu abgestumpft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Johann blieb seltsamerweise verschont. Vielleicht hatte Holzmeier&lt;br class='autobr' /&gt;
keine Lust auf eine Auseinandersetzung mit Johann. Der&lt;br class='autobr' /&gt;
machte es ihm n&#228;mlich schwer. Johann w&#252;rde die Vokabeln vielleicht&lt;br class='autobr' /&gt;
sogar wissen und die dann mit Absicht ganz langsam sprechen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Sebastian hatte das ja von ihm gelernt. Nur blieb Johann meistens&lt;br class='autobr' /&gt;
auf halbem Weg stecken. Trotzdem kam er immer noch ein&lt;br class='autobr' /&gt;
bisschen weiter und es war schwer, den richtigen Moment der Strafe&lt;br class='autobr' /&gt;
zu erwischen, zumal die nichts bewirkte: Johann ertrug die Schl&#228;ge,&lt;br class='autobr' /&gt;
als geh&#246;rten sie zum Vokabelabfragen dazu. Er war als Eleve inzwischen&lt;br class='autobr' /&gt;
schon zu erwachsen. Holzmeier verunsicherte das: Es passte&lt;br class='autobr' /&gt;
nicht mehr zum Verh&#228;ltnis von Lehrer und Sch&#252;ler. Johann h&#228;tte&lt;br class='autobr' /&gt;
man eigentlich zum Duell herausfordern m&#252;ssen, dachte Sebastian.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle Eleven waren m&#252;de, auch weil es in dem Klassenraum&lt;br class='autobr' /&gt;
warm und stickig war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier musste sich aber in seiner Autorit&#228;t wohl noch ein&lt;br class='autobr' /&gt;
mal sp&#252;ren. Er stellte sich vor die Klasse wie ein kleiner K&#246;nig. Er&lt;br class='autobr' /&gt;
wippte auf den Zehenspitzen auf und ab, wie um noch gr&#246;&#223;er zu erscheinen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Er wippte so lange, bis sich niemand auch nur noch r&#228;usperte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;W&#252;rzen wir zum Abschluss unser Latein ein wenig mit Geografie:&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Acceperunt multae urbes provinciae et populi singularia epitheta.&lt;/i&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
Martin! &#220;bersetzen!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier wollte anscheinend keinen &#196;rger mehr. Deswegen&lt;br class='autobr' /&gt;
nahm er Martin dran, seinen besten Sch&#252;ler.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem fragte Martin nach: &#187;Bitte noch einmal den Satz!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier verdrehte die Augen und wiederholte den Satz so&lt;br class='autobr' /&gt;
langsam, dass schon das wie eine Qu&#228;lerei schien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Martin &#252;bersetzte, ohne zu stocken: &#187;Es haben viele St&#228;dte,&lt;br class='autobr' /&gt;
Landschaften und V&#246;lker besondere Beiw&#246;rter angenommen.&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier atmete durch, wahrscheinlich weil der schwierigste&lt;br class='autobr' /&gt;
Teil der &#220;bung geschafft war. Nun musste er nur noch das einfachste&lt;br class='autobr' /&gt;
Sch&#252;lerwissen abfragen. Er drehte sich mit dem R&#252;cken zur&lt;br class='autobr' /&gt;
Klasse und rief in den Raum: &#187;Beginnen wir mit den St&#228;dten, als da&lt;br class='autobr' /&gt;
w&#228;ren: Rom, die heilige!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Roma sancta&lt;/i&gt;!&#171;, murmelten fast alle aufst&#246;hnend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Florenz, die sch&#246;ne!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Florentia pulchra&lt;/i&gt;!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Mailand, die gro&#223;e!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Mediolanum magnum&lt;/i&gt;!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Kommen wir nun zu den Landschaften, als da w&#228;ren: Das&lt;br class='autobr' /&gt;
gl&#252;ckliche Arabien!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier drehte den R&#252;cken zur Klasse und blieb so stehen. Es&lt;br class='autobr' /&gt;
schien, als wollte er sich selbst beweisen, wie sehr er seine Eleven&lt;br class='autobr' /&gt;
unter Kontrolle hatte. Sebastian kam er vor wie ein Sch&#228;fer, der seinen&lt;br class='autobr' /&gt;
Hund abrichtete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele Sch&#252;ler fingen aber sofort an, Grimassen zu schneiden,&lt;br class='autobr' /&gt;
w&#228;hrend sie die Antworten in den Raum riefen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Arabia felix&lt;/i&gt;!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Das trockene Mauretanien!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Mauritania sicca&lt;/i&gt;!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Die bergige Schweiz!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Helvetia montosa&lt;/i&gt;!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Immer mehr Sch&#252;ler g&#228;hnten oder legten sogar den Kopf auf&lt;br class='autobr' /&gt;
den Tisch, w&#228;hrend die &#252;brigen umso lauter riefen, als m&#252;ssten sie&lt;br class='autobr' /&gt;
die anderen in ihrer M&#252;digkeit oder ihrem &#220;bermut sch&#252;tzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Kommen wir nun zu den V&#246;lkern: Die abergl&#228;ubigen Perser!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Persae superstitiosi&lt;/i&gt;!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Die Menschenfleisch fressenden Hottentotten!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Haha! &lt;i&gt;Hottentottae carnem humanam devorantes.&lt;/i&gt; Haha!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle kannten Holzmeiers Witze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Die eitlen Franzosen!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Galli vani&lt;/i&gt;!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Die dummen Badenser!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;&lt;i&gt;Badensi stulti&lt;/i&gt;!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier drehte sich mit einem Lachen um. Das aber erfror&lt;br class='autobr' /&gt;
ihm sofort im Gesicht, als er sah, wie seine Eleven heruml&#252;mmelten.&lt;br class='autobr' /&gt;
Alle schreckten augenblicklich hoch, doch ausgerechnet Martin&lt;br class='autobr' /&gt;
nicht, der &#252;bergeschnappt in die Klasse rief: &#187;&lt;i&gt;Suebi avari&lt;/i&gt;!&#171;*&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da erst sah er, dass Holzmeier sich umgedreht hatte, und fuhr&lt;br class='autobr' /&gt;
zusammen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der sagte zu ihm, als h&#228;tte sein bester Sch&#252;ler ihm pers&#246;nlich&lt;br class='autobr' /&gt;
die Ehre abgegraben: &#187;Auch du, Martinus? Das gibt ein Billett!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seine Stimme zitterte. Er war nicht nur entt&#228;uscht, sondern&lt;br class='autobr' /&gt;
auch offensichtlich m&#252;de und ersch&#246;pft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Holzmeier lie&#223; aber noch eine Stelle aus C&#228;sars &lt;i&gt;Bellum Gallicum&lt;/i&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
vortragen, aus dem Exkurs &#252;ber die Germanen, was er mit Vorliebe&lt;br class='autobr' /&gt;
tat. Zwei andere, gute Sch&#252;ler mussten abwechselnd vorlesen und&lt;br class='autobr' /&gt;
&#252;bersetzen: &#187;&lt;i&gt;Ihr ganzes Leben besteht aus der Jagd und der Besch&#228;ftigung&lt;br class='autobr' /&gt;
mit dem Krieg. Von Kindheit an gew&#246;hnen sie sich daran, sich anzustrengen&lt;br class='autobr' /&gt;
und abzuh&#228;rten. Diejenigen, die am l&#228;ngsten ohne geschlechtlichen&lt;br class='autobr' /&gt;
Verkehr bleiben, werden am meisten gelobt. Denn sie&lt;br class='autobr' /&gt;
glauben, dass dadurch der Wuchs gef&#246;rdert und die Kr&#228;fte und Muskeln&lt;br class='autobr' /&gt;
gest&#228;rkt werden. Dagegen z&#228;hlt es zu den sch&#228;ndlichsten Dingen, vor&lt;br class='autobr' /&gt;
dem zwanzigsten Lebensjahr Bekanntschaft mit einer Frau zu haben.&lt;br class='autobr' /&gt;
Es gibt auch keine M&#246;glichkeit, diese Sache zu verbergen. Sie baden&lt;br class='autobr' /&gt;
n&#228;mlich gemeinsam in den Fl&#252;ssen und sind sonst fast nackt, weil sie als&lt;br class='autobr' /&gt;
Kleidung nur Pelze oder kleine Fellst&#252;cke ben&#252;tzen.&lt;/i&gt;&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch w&#228;hrend Holzmeier diese Passage sonst eigenartig auskostete,&lt;br class='autobr' /&gt;
sich die H&#228;nde rieb und sich mit der Zunge immer wieder &#252;ber&lt;br class='autobr' /&gt;
die Lippen fuhr, blieb er diesmal ganz ruhig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es fiel auch kein Wort zum Abend vorher. Der Rest des Vormittags&lt;br class='autobr' /&gt;
ging &#252;berraschend friedlich vor&#252;ber.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Mittagszeit heizte die Sonne mit aller Kraft ein. H&#246;her h&#228;tte&lt;br class='autobr' /&gt;
sie nicht stehen k&#246;nnen, weder an diesem Tag noch zu dieser Jahreszeit.&lt;br class='autobr' /&gt;
Unter ihr standen Sebastian und alle Eleven, schon seit einer&lt;br class='autobr' /&gt;
halben Stunde, und zwar auf dem gro&#223;en staubigen Mittelhof&lt;br class='autobr' /&gt;
der Carlsschule. Im Hof gab es keinen Schatten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian zitterten die Knie. Er konnte sich in der Hitze kaum&lt;br class='autobr' /&gt;
noch auf den Beinen halten, und er war hundem&#252;de. Au&#223;erdem&lt;br class='autobr' /&gt;
hatte er Angst vor Carl Eugen. Es war Mittagsappell, und der Herzog&lt;br class='autobr' /&gt;
h&#246;chstselbst w&#252;rde wieder aus seinem angrenzenden Schloss&lt;br class='autobr' /&gt;
kommen und sehen, ob sie alle so stramm standen, wie er das wollte.&lt;br class='autobr' /&gt;
Und er w&#252;rde wissen, vor welchem Abteil sie ihn am Abend zuvor&lt;br class='autobr' /&gt;
als Spion erwischt hatten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den Kopf voller Gedanken stand Sebastian da allein in seinem&lt;br class='autobr' /&gt;
blauen Uniformrock mit der wei&#223;en Hose, dazu den schlackernden&lt;br class='autobr' /&gt;
Stulpenstiefeln, in denen sich gerade der Schwei&#223; sammelte wie in&lt;br class='autobr' /&gt;
einem Waschtrog, auf dem Kopf einen Zweispitz mit Federbusch&lt;br class='autobr' /&gt;
wie ein Fasan. Das Schlimmste aber waren der aufgepflanzte Zopf&lt;br class='autobr' /&gt;
und die Schl&#228;fenlocken, nicht einmal die muffige Per&#252;cke. Die&lt;br class='autobr' /&gt;
hatte man sowieso immer zu tragen und konnte sie vielleicht noch&lt;br class='autobr' /&gt;
m&#246;gen. Am meisten machten ihm aber diese verkleisterten L&#246;ckchen&lt;br class='autobr' /&gt;
zu schaffen. Die baumelten am Hals herum wie Staubwedel.&lt;br class='autobr' /&gt;
In was f&#252;r l&#228;cherlichen Klamotten sie doch steckten! Wenn ihn einer&lt;br class='autobr' /&gt;
aus dem richtigen Leben so gesehen h&#228;tte &#8230; Aber hier sah sie&lt;br class='autobr' /&gt;
niemand, sie waren auf der Carlsschule eingesperrt wie in einem&lt;br class='autobr' /&gt;
Gef&#228;ngnis. Immer wieder dachte Sebastian an seine Eltern. Seine&lt;br class='autobr' /&gt;
Mutter hatte geweint, als sie ihn dem Herzog in die Hand gaben.&lt;br class='autobr' /&gt;
Sie hatte auch schon geweint, als der Vater angek&#252;ndigt hatte, dass&lt;br class='autobr' /&gt;
es f&#252;r Sebastian das Beste sei, auf die Carlsschule zu wechseln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Es gibt keine bessere Ausbildung als diese Eliteschule&#171;, hatte er&lt;br class='autobr' /&gt;
gesagt und mit der Hand &#252;ber seinen dicken Bauch gestrichen. &#187;Da&lt;br class='autobr' /&gt;
wird er Buchhalter oder Jurist, dann kann uns nichts mehr passieren.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Buchhalter verwalten das Geld, und die Juristen die Gesetze.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die sind immer fein raus.&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Mutter hatte aber gest&#246;hnt: &#187;Aber wir sehen ihn dann gar&lt;br class='autobr' /&gt;
nicht mehr!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch das hatte die Mutter nur einmal gesagt, danach nie wieder,&lt;br class='autobr' /&gt;
vielleicht aus R&#252;cksicht auf ihren Sohn. Ob es seinen Eltern wirklich&lt;br class='autobr' /&gt;
bewusst war, fragte er sich, dass sie ihn w&#228;hrend der gesamten&lt;br class='autobr' /&gt;
Schulzeit nicht mehr zu Gesicht kriegen w&#252;rden? Ein Schwesterchen&lt;br class='autobr' /&gt;
mit dem Namen Christine war in der Zwischenzeit zur Welt&lt;br class='autobr' /&gt;
gekommen, aber wie sie aussah, wusste er nicht. Der Vater sollte&lt;br class='autobr' /&gt;
mittlerweile ziemlich graue Haare haben. Eigentlich erlaubte der&lt;br class='autobr' /&gt;
Herzog seinen Eleven nur, die Eltern zu sehen, wenn einer von ihnen&lt;br class='autobr' /&gt;
starb &#8211; und vielleicht noch nicht mal das. Denn dem Klaus&lt;br class='autobr' /&gt;
hatte er nicht erlaubt, seinen Vater zu sehen, obwohl der im Sterben&lt;br class='autobr' /&gt;
lag. &#187;Tr&#246;st Er sich&#171;, hatte er zu ihm gesagt, &#187;&lt;i&gt;ich &lt;/i&gt; bin Sein Vater!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was f&#252;r ein abgehobener, selbstgef&#228;lliger, seelenloser Mensch,&lt;br class='autobr' /&gt;
dachte Sebastian. Er hatte nur Verachtung f&#252;r den Herzog &#252;brig,&lt;br class='autobr' /&gt;
diesen Zyniker! Diesen Ausdruck hatte er an der Carlsschule nicht&lt;br class='autobr' /&gt;
erst im Philosophieunterricht gelernt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem hatte er es vielleicht noch gut. Er wusste wenigstens,&lt;br class='autobr' /&gt;
dass er seine Eltern sehen w&#252;rde, wenn er aus dieser Erziehungsanstalt&lt;br class='autobr' /&gt;
heraus w&#228;re. Darauf hatte er sich immer gefreut, eigentlich&lt;br class='autobr' /&gt;
vom ersten Tag an. Inzwischen wusste er aber auch, dass sich seine&lt;br class='autobr' /&gt;
Eltern nicht freuen w&#252;rden, wenn er die Carlsschule verlie&#223;. Denn&lt;br class='autobr' /&gt;
er w&#252;rde die Carlsschule nicht auf normalem Weg verlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Andere Jungen hatten es vielleicht noch schwerer, so wie Johann.&lt;br class='autobr' /&gt;
Seine Eltern lebten nicht mehr. Seinen Vater hatte er nie kennengelernt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Und als seine Mutter ihn dem Herzog auf der Carlsschule&lt;br class='autobr' /&gt;
&#252;berlassen musste, weil der das einfach befahl, war sie ein Jahr sp&#228;ter&lt;br class='autobr' /&gt;
gestorben. Johann redete eigentlich nie davon. Vielleicht war es&lt;br class='autobr' /&gt;
f&#252;r ihn deswegen sogar leichter. Schlie&#223;lich wartete niemand auf&lt;br class='autobr' /&gt;
seine R&#252;ckkehr, niemand freute sich auf ihn. So war Johann hart gegen&lt;br class='autobr' /&gt;
sich selbst geworden und er hatte gelernt, sich durchzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian hatte Durst. Er hatte schon seit einer halben Stunde&lt;br class='autobr' /&gt;
Durst, seit sie auf dem Hof standen, in Reih und Glied. Er sah Flecken&lt;br class='autobr' /&gt;
vor sich, die hin- und hersprangen. Seine Zunge hing ihm im&lt;br class='autobr' /&gt;
Mund wie ein altes St&#252;ck Leder. Mit seinem Blick versuchte er dem&lt;br class='autobr' /&gt;
Monument in der Mitte des Hofes auszuweichen, was aber ein aussichtsloser&lt;br class='autobr' /&gt;
Kampf war. Un&#252;bersehbar hatte sich Carl Eugen darauf&lt;br class='autobr' /&gt;
als Statue abbilden lassen, unter sich verschiedene Darstellungen von&lt;br class='autobr' /&gt;
Tugenden, eine davon die Dankbarkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Endlich kam er selbst, h&#246;chstpers&#246;nlich. Und er kam tats&#228;chlich&lt;br class='autobr' /&gt;
vorgefahren, vielleicht von der R&#252;ckreise von irgendeinem Lustschl&#246;sschen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Man h&#246;rte das Klappern der Pferdehufe auf dem Pflaster&lt;br class='autobr' /&gt;
vor der riesigen Schule. Wenn der Herzog nicht zu Fu&#223; von seinem&lt;br class='autobr' /&gt;
Schloss her&#252;berkam, beschirmt von zwei G&#252;nstlingen, kam er&lt;br class='autobr' /&gt;
stets in einer seiner Kutschen angefahren. Angeblich besa&#223; er Dut-&lt;br class='autobr' /&gt;
zende davon, manche davon mit vergoldeten Nymphen und Grazien&lt;br class='autobr' /&gt;
geschm&#252;ckt. Die Kutschen waren immer sechssp&#228;nnig, am&lt;br class='autobr' /&gt;
besten achtsp&#228;nnig. Was f&#252;r ein Anblick!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An besonderen Tagen, wenn G&#228;ste die Errungenschaften seiner&lt;br class='autobr' /&gt;
Schule bewundern sollten, fuhr er direkt in den Hof. Vor seiner Karosse&lt;br class='autobr' /&gt;
ritten dann Trompeter vorweg, die es schafften, gleichzeitig mit&lt;br class='autobr' /&gt;
aller Kraft zu blasen, ohne dass die Pferde scheuten. Dazu dr&#246;hnten&lt;br class='autobr' /&gt;
das Hufgeklapper und das Drehen der eisenbeschlagenen R&#228;der von&lt;br class='autobr' /&gt;
Mauer zu Mauer. Das war ein Spektakel! Man machte fast unwillk&#252;rlich&lt;br class='autobr' /&gt;
&#187;Oh!&#171; und &#187;Ah!&#171;. Die Eleven hatten dann die Geb&#228;udeseite&lt;br class='autobr' /&gt;
wie eingepflanzte B&#228;ume zu s&#228;umen. Wenn die Kutsche hielt, dauerte&lt;br class='autobr' /&gt;
es immer noch eine ganze Weile, ehe sich die Wagent&#252;r &#246;ffnete,&lt;br class='autobr' /&gt;
dass man sich fragte, ob etwas nicht stimmte. Stieg der Herzog dann&lt;br class='autobr' /&gt;
aus, machte keiner einen Mucks, auch nicht die geladenen G&#228;ste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Endlich, dachte Sebastian, als er ihn kommen sah: Endlich lie&#223;&lt;br class='autobr' /&gt;
er sich blicken, der falsche Vater, der mit seinen Kindern machen&lt;br class='autobr' /&gt;
konnte, was er wollte. Der Herzog bewegte sich so langsam, als&lt;br class='autobr' /&gt;
m&#252;sste er sich bei jedem Schritt &#252;berlegen, wie er den Fu&#223; zu setzen&lt;br class='autobr' /&gt;
hatte. Neben ihm gingen zwei Offiziere, einer davon Holzmeier,&lt;br class='autobr' /&gt;
der auf ihn einredete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Carl Eugen war alt geworden, alt und aufgedunsen, obwohl er&lt;br class='autobr' /&gt;
versuchte, sich mit seiner feinen Kleidung in Form zu halten. Unter&lt;br class='autobr' /&gt;
dem Uniformrock trug er eine breite Sch&#228;rpe, die sich stramm &#252;ber&lt;br class='autobr' /&gt;
seinem dicken Bauch spannte. Der Herzog ging langsam, wie um&lt;br class='autobr' /&gt;
noch besonders zu betonen, dass ein Herrscher Eile nicht n&#246;tig&lt;br class='autobr' /&gt;
hatte. Er lie&#223; sich zuerst von allen Offizieren der Schule begr&#252;&#223;en,&lt;br class='autobr' /&gt;
mit Handkuss. Holzmeier, der befehlshabende Oberst, forderte&lt;br class='autobr' /&gt;
dann die Kompanie der Soldatensch&#252;ler auf, strammzustehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Carl Eugen ergriff das Wort. Alle schwiegen, aber keiner h&#246;rte&lt;br class='autobr' /&gt;
zu. Sie hatten das schon hundertmal geh&#246;rt:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ging um Elite, Auswahl, Anstand, Pflicht, Gehorsam und um&lt;br class='autobr' /&gt;
die Besten, und das lautete immer geschraubt wie: &#187;&#8230; nachdem es&lt;br class='autobr' /&gt;
seiner regierenden herzoglichen Durchlaucht gn&#228;digst gef&#228;llig gewesen&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8230;&#171;, oder: &#187;&#8230; dass ein Eleve sich g&#228;nzlich den Diensten des&lt;br class='autobr' /&gt;
herzoglichen w&#252;rttembergischen Hauses widme &#8230;&#171;, oder: &#187;&#8230; dass&lt;br class='autobr' /&gt;
allen Gesetzen und Anordnungen des Instituts auf das Genaueste&lt;br class='autobr' /&gt;
nachzuleben geflissen sei &#8230;&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian sah wieder die Flecken vor sich, die wie K&#252;he &#252;ber&lt;br class='autobr' /&gt;
eine Wiese zogen. Carl Eugen redete so lange, dass immer mehr&lt;br class='autobr' /&gt;
K&#252;he zu sehen waren. Sebastian achtete auf seine Knie, dass sie&lt;br class='autobr' /&gt;
nicht zusammenklappten. Manchmal machten sie eine seltsame&lt;br class='autobr' /&gt;
Bewegung, als w&#252;rde ihm jemand von hinten in die Beine treten. Er&lt;br class='autobr' /&gt;
riss sich zusammen und die Knie wurden wieder steif. Dann&lt;br class='autobr' /&gt;
schmerzten sie aber erst recht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Endlich kam der letzte Akt der Inszenierung: Carl Eugen schritt&lt;br class='autobr' /&gt;
die Reihe der Eleven ab. Immer wieder machte er halt und sprach&lt;br class='autobr' /&gt;
auf einen Jungen ein. Keiner antwortete mit mehr Worten als &#187;Jawohl!&lt;br class='autobr' /&gt;
&#171;, &#187;Zu Befehl!&#171; und &#187;Ganz wie Sie w&#252;nschen!&#171;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als die Reihe an Martin war, kamen dem die Tr&#228;nen. Holzmeier&lt;br class='autobr' /&gt;
selbst redete aber schnell auf den Herzog ein. Der lachte dann und&lt;br class='autobr' /&gt;
schlug Martin wie aufmunternd auf die Schulter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian sah Carl Eugen auf sich zukommen wie eine Schlange,&lt;br class='autobr' /&gt;
die witternd ihre Zunge ausf&#228;hrt. Er w&#252;nschte sich, dass sie an ihm&lt;br class='autobr' /&gt;
vorbeikriechen w&#252;rde. Das tat sie aber nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem Herzog zitterten die Lippen vor Anspannung, als er zu Sebastian&lt;br class='autobr' /&gt;
sagte: &#187;Habe ich Ihn nicht schon einmal ermahnt, dass Er&lt;br class='autobr' /&gt;
seine Schl&#228;fenlocken ordnungsgem&#228;&#223; befestige?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Jawohl!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Und warum befolgt Er meine Mahnung nicht?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Zu Befehl, Sire!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Ich habe Ihn etwas gefragt!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Wie Sie meinen, Sire!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pl&#246;tzlich hatte Sebastian das Gef&#252;hl, alle K&#252;he auf der Weide&lt;br class='autobr' /&gt;
w&#252;rden sich niederlegen. Sie knickten alle in den Knien ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian kam wieder zu sich, als ihm Holzmeier einen Eimer Wasser&lt;br class='autobr' /&gt;
ins Gesicht sch&#252;ttete. Er sah sich verwirrt um und dachte an&lt;br class='autobr' /&gt;
seine Schl&#228;fenlocken. Aber Carl Eugen war schon gegangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Was erlaubt Er sich?&#171;, schrie ihn Holzmeier an. &#187;Kann Er sich&lt;br class='autobr' /&gt;
nicht zusammenrei&#223;en? So muss Er ja wohl nicht in die Knie gehen,&lt;br class='autobr' /&gt;
wenn Ihn unser Landesvater anspricht!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian h&#246;rte, wie die anderen Eleven lachten. Er h&#246;rte auch&lt;br class='autobr' /&gt;
Johann ein wenig lachen, aber so, wie sie das im Unterricht bei&lt;br class='autobr' /&gt;
einem Witz von Holzmeier taten: Haha!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Johann sagte immer, er w&#252;rde sich auf seine Art gegen den Herzog&lt;br class='autobr' /&gt;
wehren. Er lie&#223; sich einfach nicht unterkriegen. Man musste&lt;br class='autobr' /&gt;
seine Drohungen und Strafen einfach von sich abprallen lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber Sebastian konnte das nicht. Es traf ihn tief im Inneren,&lt;br class='autobr' /&gt;
wenn ihn der Herzog, ein Aufseher oder einer der Jungen mal wieder&lt;br class='autobr' /&gt;
&#246;ffentlich blo&#223;stellte. Das Gef&#252;hl, sich nicht wehren zu k&#246;nnen,&lt;br class='autobr' /&gt;
machte ihn ganz krank. Es fra&#223; ihm von innen die Eingeweide&lt;br class='autobr' /&gt;
auf. Er m&#252;sste einen anderen Weg finden, damit man ihn&lt;br class='autobr' /&gt;
nicht mehr so behandeln w&#252;rde. Dar&#252;ber dachte Sebastian wieder&lt;br class='autobr' /&gt;
nach, w&#228;hrend er sich das Wasser aus dem Gesicht wischte und zur&lt;br class='autobr' /&gt;
Kleiderkammer ging. Die nasse Per&#252;cke mit den klebrigen Schl&#228;fenlocken&lt;br class='autobr' /&gt;
hielt er in der Hand wie ein vollgesogenes Aufwischtuch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er gab sie dem Oberst Brandstetter, der f&#252;r die Kleiderkammer&lt;br class='autobr' /&gt;
zust&#228;ndig war. Der verzog keine Miene, als Sebastian auch seine&lt;br class='autobr' /&gt;
verschmutzte Hose ablegte. Die hatte er eigentlich selber zu reinigen,&lt;br class='autobr' /&gt;
aber Brandstetter h&#228;ndigte ihm eine andere, frisch gewaschene&lt;br class='autobr' /&gt;
Hose aus und murmelte nur, dass er die so schnell wie m&#246;glich, und&lt;br class='autobr' /&gt;
sauber, zur&#252;ckgeben m&#252;sse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Sebastian &#187;Danke!&#171; sagte und die Hacken zusammenschlug,&lt;br class='autobr' /&gt;
l&#228;chelte Brandstetter auf einmal und f&#252;gte hinzu: &#187;Nachdenken, das&lt;br class='autobr' /&gt;
ist wichtig!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oberst Brandstetter war anders als Holzmeier, der dem Herzog&lt;br class='autobr' /&gt;
mit Haut und Haaren ergeben war. Brandstetter hatte manchmal&lt;br class='autobr' /&gt;
Verst&#228;ndnis f&#252;r die Sch&#252;ler. Sebastian tat das gut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun stand wenigstens der H&#246;hepunkt des Tages an: das Mittagessen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Doch vorher musste Sebastian noch einen Umweg zur Toilette&lt;br class='autobr' /&gt;
machen, die in einem der Seitenfl&#252;gel untergebracht war. Sie&lt;br class='autobr' /&gt;
bestand aus einem gro&#223;en Balken mit zwei L&#246;chern und darunter,&lt;br class='autobr' /&gt;
in einer tiefen Grube, die Reste der menschlichen Verdauung. Alle&lt;br class='autobr' /&gt;
versuchten so schnell wie m&#246;glich, ihr Gesch&#228;ft zu machen, um&lt;br class='autobr' /&gt;
dann wieder an die frische Luft zu kommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Sebastian mit h&#228;ngendem Kopf die Toilette betrat, sa&#223;en&lt;br class='autobr' /&gt;
dort Peter und Gottfried auf dem Balken. Sebastian wollte drau&#223;en&lt;br class='autobr' /&gt;
warten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Nicht so schnell!&#171;, rief Peter, sprang auf und packte Sebastian,&lt;br class='autobr' /&gt;
ohne sich abgeputzt zu haben. &#187;Warte mal, Freundchen!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian wollte Peters Griff absch&#252;tteln, aber der hielt ihn nur&lt;br class='autobr' /&gt;
noch fester. Peter war einer der st&#228;rksten Jungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Was gibt's?&#171;, fragte Sebastian schnell.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Was es gibt?&#171;, sagte Peter und nun stand auch Gottfried auf und&lt;br class='autobr' /&gt;
stellte sich vor ihn. &#187;Du hast uns beim Schei&#223;en gest&#246;rt, das gibt's.&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Lasst mich in Ruhe!&#171;, rief Sebastian.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da schlug ihm Gottfried so in den Bauch, dass ihm die Luft&lt;br class='autobr' /&gt;
wegblieb und ihm schlecht wurde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Musst du uns vor unserem g&#252;tigen, herzenslieben, anst&#228;ndigen&lt;br class='autobr' /&gt;
Vater so blamieren!&#171;, zischte Gottfried und schlug ihm wieder in&lt;br class='autobr' /&gt;
den Bauch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Das kostet dich vierzig Kreuzer!&#171;, fl&#252;sterte ihm Peter ins Ohr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sebastian dachte daran, dass es bei Strafe verboten war, Geld zu&lt;br class='autobr' /&gt;
besitzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Ich habe kein Geld&#171;, keuchte er und versuchte sich aus Peters&lt;br class='autobr' /&gt;
Griff zu befreien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wieder wollte Gottfried zuschlagen, als ihm Peter jedoch die&lt;br class='autobr' /&gt;
Hand festhielt. Gottfried lie&#223; los.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Bis morgen Abend kriegen wir von dir vierzig Kreuzer!&#171;, sagte&lt;br class='autobr' /&gt;
Peter ruhig und kam ganz nah an sein Gesicht, &#187;sonst &#8230;&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da flog die T&#252;r auf und Johann stampfte herein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Sebastian, wo bist du?&#171;, rief er und blieb sofort stehen und atmete&lt;br class='autobr' /&gt;
tief ein und zog die Schultern zur&#252;ck. &#187;Was ist hier los?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Johann schaute vom einen zum anderen, ehe er Gottfried in die&lt;br class='autobr' /&gt;
Augen sah.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Nichts!&#171;, sagte der und grinste und rief dann mit Blick auf Peter:&lt;br class='autobr' /&gt;
&#187;Wir gehen jetzt!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Ihr bleibt!&#171;, sagte Johann und stellte sich vor Sebastian. Er griff&lt;br class='autobr' /&gt;
sich an den Oberarm, wie um da seine Muskeln zu b&#228;ndigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Was gibt's?&#171;, fragte Gottfried.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Was es gibt?&#171;, sagte Johann. &#187;Gleich gibt's was auf die Ohren.&lt;br class='autobr' /&gt;
Was habt ihr mit dem da gemacht?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Nichts!&#171;, antwortete Peter schnell, als ihm Johann sofort eine&lt;br class='autobr' /&gt;
knallte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peter wich zur&#252;ck wie ein gepr&#252;gelter Hund.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Was wollten die von dir?&#171;, fragte Johann Sebastian. &#187;Komm,&lt;br class='autobr' /&gt;
sag's mir!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Vierzig Kreuzer&#171;, antwortete Sebastian.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sofort knallte Johann Peter noch eine. Er drehte sich zu Gottfried,&lt;br class='autobr' /&gt;
und der wich zur&#252;ck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Johann blieb stehen und tat und sagte gar nichts mehr. Dann zog&lt;br class='autobr' /&gt;
er sich pl&#246;tzlich die Hose herunter und setzte sich auf den Balken.&lt;br class='autobr' /&gt;
Dabei sprach er nur ab und zu etwas und machte immer wieder&lt;br class='autobr' /&gt;
&#252;bertriebene Ger&#228;usche der Anstrengung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Ich warne euch! &#8230; Lasst den in Ruhe! &#8230; &lt;i&gt;Ah&lt;/i&gt;! &#8230; Der hat es&lt;br class='autobr' /&gt;
schwer genug&#8230;&lt;i&gt;Uh! Ah&lt;/i&gt;! &#8230; Und jetzt geht und lasst mich in Ruhe&lt;br class='autobr' /&gt;
schei&#223;en!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend Gottfried und Peter die Flucht ergriffen, z&#246;gerte Sebastian&lt;br class='autobr' /&gt;
noch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Danke!&#171;, sagte er zu Johann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der aber entgegnete: &#187;Und jetzt geh auch!&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Drau&#223;en sah Sebastian, wie in der Ferne Holzmeier mit Gottfried&lt;br class='autobr' /&gt;
und Peter redete. Die beiden waren bekannt daf&#252;r, f&#252;r Unfrieden&lt;br class='autobr' /&gt;
zu sorgen. Sie hatten schon in der Arrestzelle gesessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Sebastian auf dem Weg zum Speisesaal an Holzmeier vorbeigehen&lt;br class='autobr' /&gt;
musste, sah der ihn nur absch&#228;tzig an, lie&#223; sich gr&#252;&#223;en&lt;br class='autobr' /&gt;
und sagte nichts. Sebastian h&#228;tte gerade heulen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Mittag gab es Mehlsuppe wie schon zum Fr&#252;hst&#252;ck, aber immerhin&lt;br class='autobr' /&gt;
mit einem zwei Finger dicken St&#252;ck K&#228;se. Danach endlich&lt;br class='autobr' /&gt;
Ausgang, ehe das Exerzieren folgen w&#252;rde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Spazierweg f&#252;hrte aus dem Schulgeb&#228;ude hinaus, am herrschaftlichen&lt;br class='autobr' /&gt;
Holzgarten entlang und weiter durch die herrschaftlichen&lt;br class='autobr' /&gt;
Talwiesen. Die Hitze schien alles zu l&#228;hmen, aber f&#252;r Sebastian&lt;br class='autobr' /&gt;
war es die Zeit f&#252;r ein wenig Freiheit. Er ging neben Johann&lt;br class='autobr' /&gt;
und sie redeten leise, wie das alle taten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Kann es sein, dass es immer nur uns erwischt, immer uns beide?&#171;,&lt;br class='autobr' /&gt;
fragte Sebastian auf einmal.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Johann sah sich vorsichtig um. Erst nach einer Weile sagte er:&lt;br class='autobr' /&gt;
&#187;Das Gras steht hoch. Es h&#228;lt den Boden feucht.&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Ist dir das noch nicht aufgefallen, wie oft wir ein Billett zugesteckt&lt;br class='autobr' /&gt;
kriegen, und immer von Holzmeier?&#171;, fragte Sebastian weiter,&lt;br class='autobr' /&gt;
der sich in der Natur nicht auskannte. Er kannte eigentlich nur&lt;br class='autobr' /&gt;
die Carlsschule. &#187;Der kann uns doch auf den Tod nicht ausstehen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Was haben wir dem nur getan?&#171;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Johann antwortete wieder nicht. Da fasste sich Sebastian in&lt;br class='autobr' /&gt;
seine Uniform und zog einen Zettel hervor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Wieder der Scherenschnitt?&#171;, fragte Johann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Nein, Schiller&#171;, antwortete Sebastian und sah sich nun auch um&lt;br class='autobr' /&gt;
wie ein Dieb.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#187;Soll dieses Blatt echt von Schiller sein?&#171;, fragte Johann und&lt;br class='autobr' /&gt;
g&#228;hnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[...]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Besprechungen&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&#034;Das R&#228;uberleben wird nicht heroisiert, wie beispielsweise in Schillers 'Die R&#228;uber', welches auch mehrfach genannt wird. Man ergreift nicht unbedingt f&#252;r die R&#228;uber Partei, nicht einmal f&#252;r Dennele, sondern eher f&#252;r die einzelnen Personen, die sich trotz ihrer ung&#252;nstigen Situation noch rechtschaffen verhalten. Ebenso sind die B&#246;sen nicht nur Holzmeier, sondern auch einige der R&#228;uber, die sich an keine geschriebene oder ungeschriebene Regel halten.&lt;br class='autobr' /&gt;
[...] Es wird im Allgemeinen mehr Wert auf die Reaktionen und das Verhalten aller Personen und ihr Gef&#252;hlsleben gelegt, als auf die Spannung und Aufregung, die man bei so einem Titel erwarten w&#252;rde. Die Spannung ist eben auf eine andere, mehr zwischenmenschliche, Art da.&lt;br class='autobr' /&gt;
Eine sch&#246;ne Geschichte, die die Skrupel eines R&#228;ubers und warum er es &#252;berhaupt geworden ist, gut beschreibt und auch zu empfehlen ist.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Julia Therese Kohn&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;a href=&#034;http://www.alliterus.com&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;www.alliterus.com&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Im Roman hilft eine Karte von W&#252;rttemberg bei der Orientierung der Handlungspl&#228;tze. Venzke hat einen sehr spannenden Erz&#228;hlstil und punktet mit seinen glaubhaften Charakteren. Der Roman 'Unter R&#228;ubern' ist in historische Begebenheiten eingebettet, die sehr gut vom Autor recherchiert wurden. Man erf&#228;hrt ganz nebenbei, wie sich ein Leben als R&#228;uber damals gestaltete. Ein wunderbarer Roman, der historische Ereignisse, eine kleine Liebesgeschichte und viel Spannung in sich vereint. Auch f&#252;r erwachsene Leser durchaus lesenswert.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;&lt;a href=&#034;http://vonmainbergsbuechertipps.wordpress.com&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://vonmainbergsbuechertipps.wordpress.com&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;gro&#223;er literarischer Roman&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Bayern 2-JugendbuchFavorit&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein richtig genialer historischer Roman. Diese Geschichte hat mich so sehr gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. [...] Es ist aber nicht nur ein Roman &#252;ber das R&#228;uberleben; es ist auch eine Entwicklungsgeschichte, wie sich der B&#252;cher liebende, eher zur&#252;ckhaltende junge Sebastian zu einem selbstbewussten Mann und Anf&#252;hrer entfaltet. [...] beginnt er sich zu fragen, wann bzw. ob es &#252;berhaupt eine Grenze f&#252;r einen R&#228;uber gibt. Diesen moralischen Konflikt fand ich besonders interessant, vor allem, da Sebastian genauso wie sein Freund Johann erst einmal von dem freien Leben der R&#228;uber begeistert sind, waren sie doch bisher das strenge Leben in der Carlsschule gew&#246;hnt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Dieses Buch hat alles drin, was ein historischer Roman meiner Meinung nach haben sollte: Spannung, Historie und ein guter Schuss Liebesgeschichte.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Johanna, 17 Jahre&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;a href=&#034;http://www.buecher-leben.de&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://www.buecher-leben.de&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Jetzt gehen wir weit zur&#252;ck &#8211; ins Jahr 1780 nach Stuttgart. Dort lebt Sebastian. Und der will weg von der Carls-Schule, der Elite-Anstalt f&#252;r die aufstrebenden S&#246;hne W&#252;rttembergs. Mit Schlagstock und Arrestzelle werden aus sensiblen Seelen &#8222;harte M&#228;nner&#8220; gemacht. Zusammen mit seinem besten Freund Johann gelingt ihm die Flucht.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die beiden werden von R&#228;ubern aufgenommen und zeigen bald gro&#223;es Talent f&#252;rs Gauner-Handwerk. Sebastian und Johann genie&#223;en die Gemeinschaft, die rauen Sitten und den Reichtum, wenn sie wieder einmal erfolgreich eine Kutsche &#252;berfallen haben. Das geht so lange gut, bis Sebastian bei einem &#220;berfall Marie gefangen nimmt. Nat&#252;rlich verliebt er sich in die junge Frau aus guter Familie. Mehr wird nicht verraten &#8230; Ein historischer Jugendroman, der einen gefangen nimmt.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;(pap)&lt;br class='autobr' /&gt;
S&#252;dkurier&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein gelungener historischer Roman, spannend und dicht.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;observer &#8211; Das internationale Buchmagazin&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Mich hat fasziniert, wie der Autor Andreas Venzke das Buch geschrieben hat, denn man konnte sich sehr gut in die Handlungen und in die Personen hineinversetzen. Ich war von dem Buch gefesselt und konnte mich nur schwer von ihm l&#246;sen. Au&#223;erdem befindet sich in dem Buch eine Karte von Deutschland im 18. Jahrhundert. So wei&#223; man immer, wo sich die Hauptpersonen gerade befinden. Eigentlich fand ich alles an der Geschichte toll. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, an Leser ab ungef&#228;hr 12 Jahren, aber die aollten dann kein Problem mit blutigen Szenen haben.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Marie Schulze (14 Jahre)&lt;br class='autobr' /&gt;
floh &#8211; das Sch&#252;lermagazin mit Hallo&amp;Welt&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Das Buch ist sehr spannend! Ich konnte &#252;berhaupt nicht mehr aufh&#246;ren, das Buch weiterzulesen. Der Schreibstil ist sehr fesselnd, ich konnte mich sehr in die Situation der Jugendlichen hineinversetzen. [... ] Schade finde ich lediglich, dass es noch keinen zweiten Teil gibt, weil das Buch abrupt endet und es auf eine Fortsetzung hinausl&#228;uft. Ich vergebe daher 5 von 5 Sternen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Vincent Rein (11 Jahre)&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;a href=&#034;http://www.buecherkinder.de&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;www.buecherkinder.de&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		
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	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Leben f&#252;r den Frieden</title>
		<link>https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/article/leben-fur-den-frieden</link>
		<guid isPermaLink="true">https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/article/leben-fur-den-frieden</guid>
		<dc:date>2014-04-25T18:54:18Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Arena-Verlag, W&#252;rzburg 2009 &lt;br class='autobr' /&gt;
Wen nimmt man in ein solches Buch als Pers&#246;nlichkeiten auf? Schwierige Frage! Auf jeden Fall konnte ich mich dagegen wehren, auch &#8222;Mutter Teresa&#8220; literarisch beschreiben zu m&#252;ssen. Sonst aber sind doch die drin, die wirklich herausgehoben geh&#246;ren. &lt;br class='autobr' /&gt; Besprechungen &lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Problematisch ist z. B., dass &#252;ber die Ursachen von Gewalt und von Krieg so wenig gesprochen wird. Die Rolle des sogenannten &#8216;Kolonialismus' f&#252;r eine sich weltweit ausbreitende Gewalt wird z. B. (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/" rel="directory"&gt;B&#252;cher f&#252;r Jugendliche&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L101xH150/arton35-0ce51.jpg?1678947063' class='spip_logo spip_logo_right' width='101' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Arena-Verlag, W&#252;rzburg 2009&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wen nimmt man in ein solches Buch als Pers&#246;nlichkeiten auf? Schwierige Frage! Auf jeden Fall konnte ich mich dagegen wehren, auch &#8222;Mutter Teresa&#8220; literarisch beschreiben zu m&#252;ssen. Sonst aber sind doch die drin, die wirklich herausgehoben geh&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Besprechungen&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Problematisch ist z. B., dass &#252;ber die Ursachen von Gewalt und von Krieg so wenig gesprochen wird. Die Rolle des sogenannten &#8216;Kolonialismus' f&#252;r eine sich weltweit ausbreitende Gewalt wird z. B. verschwiegen. Auch die Auswahl der &#8216;ber&#252;hmten Menschen gegen Krieg und Gewalt' kann als einseitig angesehen werden, zumal der &#8216;Reigen' der 13 Auserw&#228;hlten erst mit Henry Dunant beginnt, dem Gr&#252;nder des Roten Kreuzes und ersten Tr&#228;ger des Friedensnobelpreises. Was aber ist mit der Organisation des Roten Halbmond? Was mit dem tragischen Eintreten des Spaniers Bartolom&#233; de Las Casas f&#252;r die versklavten Indianer? Warum wird der Brite Bertrand Russell nicht genannt? Was ist mit dem Kampf von Desmond Tutu gegen die Apartheid in S&#252;dafrika? Gibt es tats&#228;chlich nur so wenige Frauen, die sich gewaltfrei f&#252;r den Frieden eingesetzt haben? W&#228;re der bis heute andauernde Kampf der &#8216;Madres de la Plaza de Mayo' nicht auch erw&#228;hnenswert? Beschr&#228;nkt sich das Engagement gegen Krieg und Gewalt tats&#228;chlich auf Einzelpersonen? Gibt es nicht auch Gruppen, ja Menschenmassen, die sich &#8211; unabh&#228;ngig von einer Verleihung des Friedensnobelpreises &#8211; f&#252;r ein friedliches Miteinander von Menschen und gewaltfrei f&#252;r Menschenrechte eingesetzt haben?&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Leseforum Bayern&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;[...] &#220;berzeugend ist auch, dass der Autor kritische Punkte im Leben der 13 gro&#223;en Friedensstifter nicht verschweigt. [...] Als Manko ist zu bewerten, dass von den 13 Portr&#228;tierten nur zwei Frauen sind. S. Scholl und C. Zetkin w&#228;ren z. B. nennenswert. [...] Eine gelungene, solide und erfrischende Einf&#252;hrung in das Thema Gewaltlosigkeit, die Lust auf mehr macht.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Anja Hartmann Der evangelische Buchberater&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Jede Darstellung besteht aus zwei Teilen, einer &#8216;hautnahen', die dem Friedensstifter nahe kommt mit direkten Zitaten, als f&#252;hre Andreas Venzke ein pers&#246;nliches Gespr&#228;ch mit ihnen, und einer sachlich-historischen auf Distanz. [...] Das Buch liefert wichtige Fakten und regt zur Diskussion an. Ich kann es deshalb vorbehaltlos empfehlen.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Peter Schalk alliteratur.com&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Jedes Kapitel f&#252;r sich ist spannend und lesenswert!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;dn D&#252;lmener Zeitung&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der bekannte Jugendbuchautor A. Venzke [...] schildert im vorliegenden Band 13 Menschen, die sich auf ganz verschiedene Weise selbstlos und mutig f&#252;r Frieden und Menschenrechte einsetzten. [...] Wieder fasziniert die lebendige Darstellungsweise, der lebhafte Sprung ins Geschehen, in das Venzke Daten und Ereignisse so einbettet, dass der Leser sich nicht von trockenen Fakten erstickt f&#252;hlt.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Almuth Hochm&#252;ller Ekz-Informationsdienst&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Jugendliche, denen noch viel Hintergrundwissen fehlt, werden nicht viel von diesem Buch mitnehmen. [...] wird ein junger Mensch von der F&#252;lle der Thematik ein wenig &#8216;&#252;berrollt. F&#252;r alle anderen kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Es gibt einerseits eine gute Zusammenfassung, andererseits eine gute Einf&#252;hrung, da sich so abstrakte Themen wie &#8216;Freiheit' und &#8216;Courage' an Personen festmachen und somit verfolgt werden k&#246;nnen.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;PD AJuM der GEW Niedersachsen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das Buch &#8216;Leben f&#252;r den Frieden' will und kann den jungen Leser f&#252;r diese Thematik sensibilisieren. [...] In Anbetracht des Umfangs der einzelnen Lebenswerke ist dem Autor eine gute Auswahl an Pers&#246;nlichem und deren sprachliche Darstellung gelungen. Sehr empfehlenswert.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;RPPO AJuM der GEW Rheinland-Pfalz&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Leseprobe&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Gegen den gemeinen und ver&#228;chtlichen Krieg: Albert Einstein&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Dem Gast ist von Anfang an nicht wohl, als er in Albert Einsteins Segelboot am Templiner See krabbelt. Dort, in der N&#228;he von Potsdam, hat sich Einstein ein sch&#246;nes Haus bauen lassen. Es liegt abgeschieden nur dreihundert Meter vom Ufer entfernt. Ganz aus Holz gebaut, scheint es sich in den Strahlen der Herbstsonne zu w&#228;rmen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Gast wei&#223; zwar, dass Einstein mit seinem Boot oft auf den Seen der Umgebung f&#228;hrt, aber er wei&#223; auch, dass der weltber&#252;hmte Physiker nicht gerade als sicherer Segler gilt und au&#223;erdem nicht schwimmen kann. Das beruhigt den Gast aber auch, weil er sich sagt, ein Nichtschwimmer auf einem Boot w&#252;rde wohl kein Risiko eingehen, zumal es an Bord auch keine Rettungswesten oder dergleichen gibt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Unruhig ist der Gast eigentlich aus einem anderen Grund: Nach vorangegangener, stundenlanger Lekt&#252;re hat er sich eingestehen m&#252;ssen, die ganze Relativit&#228;tstheorie nicht zu kapieren. Dabei ist er ein Experte in Schriftsachen: Als Schriftsteller ist er ebenfalls eine Ber&#252;hmtheit, und weil er sich gern mit anderen ber&#252;hmten Personen umgibt, hat er Einstein einmal geschrieben. Im Grunde hat er sich selbst zu einem Besuch bei ihm eingeladen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Einstein st&#246;&#223;t das Boot vom Ufer ab, als kaum ein Wind geht und sich am Horizont eine Reihe von Wolken zeigt. Ruhig treibt das Boot auf den See hinaus. Einstein lehnt sich an der Ruderpinne sacht zur&#252;ck, streckt sich, als w&#228;re er gerade aufgewacht, und zieht seine Pfeife hervor.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;So die Kraft der Natur zu n&#252;tzen, befriedigt mich immer ganz tief&#8220;, sagt er und stopft umst&#228;ndlich seine Pfeife. &#8222;Hier habe ich Abstand zum Trubel der Welt und kann eigene Gedanken fassen.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Gast will Einstein zur Politik befragen. Er denkt daran, dass man, wie in der Physik, auch den Krieg relativ sehen m&#252;sste. Hat sich nicht Deutschland im Weltkrieg gegen den Rest der Welt wehren m&#252;ssen? H&#228;tten die Deutschen da passiv bleiben k&#246;nnen, gar pazifistisch, wie Einstein immer wieder empfiehlt? Der Gast versucht, mit Einstein solche Gedanken zu besprechen. Der redet vergn&#252;gt daher, w&#228;hrend das Boot Fahrt aufnimmt. Bald schl&#228;gt das Segel ziemlich stark. Einstein wird schweigsamer. Am Horizont erhebt sich eine schwarze Gewitterwand. Es ist Zeit zur&#252;ckzukehren, wei&#223; der Gast.&lt;br class='autobr' /&gt;
Er redet weiter von seinen Ansichten und hat das Gef&#252;hl, Einstein w&#252;rde ihm gespannt zuh&#246;ren. Immerhin sagt der hochintelligente Mann kaum noch etwas und scheint sich auch nicht auf das Segeln zu konzentrieren. Es gelingt ihm, seine Pfeife zu entz&#252;nden, obwohl nun manchmal heftig das Segeltuch &#252;ber ihnen schl&#228;gt.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Es ist vielleicht auch relativ, wie man den Gebrauch von Waffen beurteilen sollte&#8220;, sagt der Gast aufgeregt. &#8222;Vielleicht gibt es doch Situationen, wo man sich einfach wehren muss, wo sich ein Volk wehren muss.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Einstein wendet endlich das Boot, das der Wind nun wie mit Schl&#228;gen vor sich hertreibt. Pl&#246;tzlich sagt er mit fester Stimme: &#8222;Ich glaube nicht, dass in der Politik etwas relativ sein sollte. Da kommt es mir auf Prinzipien an. Wenn einer mit Vergn&#252;gen in Reih und Glied zu einer Musik marschieren kann, dann verachte ich ihn schon. Er hat sein gro&#223;es Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da f&#252;r ihn das R&#252;ckenmark schon v&#246;llig gen&#252;gen w&#252;rde.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Gast klammert sich mittlerweile am Rand des Bootes fest, das einen wilden Tanz aufzuf&#252;hren scheint. Er ruft nun laut in den Wind: &#8222;Wenn zum Beispiel die eigene Familie bedroht wird ...&#8220;, als das Segel umschl&#228;gt und ihn beinahe am Kopf trifft.&lt;br class='autobr' /&gt;
Einstein lacht kurz auf und sagt: &#8222;Entschuldigung. Manchmal trifft es einen doch &#252;berraschend. Auf jeden Fall ist es etwas anderes, ob man seine Familie zu verteidigen hat oder das sogenannte Vaterland. Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalttat und die leidige Vaterl&#228;nderei, wie gl&#252;hend hasse ich sie, wie gemein und ver&#228;chtlich erscheint mir der Krieg.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Gast schweigt nun und denkt nur noch daran, heil an Land zu kommen. Als die ersten schweren Regentropfen fallen, macht Einstein das Boot am Steg fest. Er h&#228;lt seine Pfeife am Brennen und sagt zu dem aschfahlen Gast: &#8222;Nur ahne ich inzwischen, dass es unter den Menschen solche gibt, die andere Menschen nicht als solche anerkennen. Vielleicht haben Sie doch recht: Wenn nicht die Macht der Welt in die H&#228;nde der schlimmsten Feinde der Menschheit geraten soll, k&#246;nnte vielleicht auch ein anderes Prinzip als die Gewaltlosigkeit g&#252;ltig sein ...&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
In seinem Haus bietet Einstein dem Gast einen hei&#223;en Mokka an, doch der hat nicht mehr viele Worte und entfernt sich schnell. Keine f&#252;nf Minuten sp&#228;ter prasselt ein Regen nieder, als wolle der Himmel die Erde von allem Schmutz reinwaschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Albert Einstein (1879-1955) ist einer der ber&#252;hmtesten Wissenschaftler der Weltgeschichte. Seine Relativit&#228;tstheorie bedeutete eine wissenschaftliche Revolution; sie war der Ausgangspunkt f&#252;r eine Vielzahl von Entdeckungen, die den Menschen auf dem Weg zum Verst&#228;ndnis der Welt riesige Schritte vorangebracht haben. Einstein wirkte aber auch als einer der wichtigsten K&#228;mpfer f&#252;r den Frieden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Albert Einstein kam am 14. M&#228;rz 1879 in Ulm zur Welt, als Sohn j&#252;discher Eltern, die zu ihrer Religion keinen engen Bezug mehr hatten. Beruflich hatte der Vater Hermann in der Branche der Elektrotechnik keinen gro&#223;en Erfolg. Die Familie versuchte zweimal einen Neuanfang, zun&#228;chst in M&#252;nchen, wo der junge Albert aufwuchs, dann in Italien, wohin der Gymnasiast nicht mehr folgte. Er blieb in M&#252;nchen in einem Internat und lehnte sich auf gegen das strenge System von Schule und Staat. Das ging so weit, dass er mit 15 Jahren die Schule verlie&#223; und sogar die deutsche Staatsangeh&#246;rigkeit aufgab. Er ging f&#252;r ein Jahr zu seinen Eltern nach Italien, ehe er sich entschied, in der vergleichsweise freiheitlichen Schweiz weiter die Schule zu besuchen und zu studieren. Zwar galt er schon damals als Sonderling, doch konnte er sich, als Physiker, gegen alle Widerst&#228;nde durchsetzen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Nach dem Studium arbeitete Einstein zun&#228;chst als Hilfslehrer, ehe es ihm gelang, eine Beamtenstelle im Patentamt von Bern zu erlangen. Damit hatte er die Gelegenheit, seinen ganz eigenen Interessen nachzugehen, denn allzu anspruchsvoll war die Stelle nicht. Die f&#252;hrten schlie&#223;lich dazu, dass er in Gedankenexperimenten zu Schlussfolgerungen kam, die ein ganz neues Weltbild schufen: Unter der Voraussetzung, dass es nichts schnelleres als das Licht geben kann, gelangte er zu der Erkenntnis, dass Masse, Raum und sogar die Zeit nicht fix sind, sondern sich &#8222;relativ&#8220; ver&#228;ndern k&#246;nnen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Einstein ver&#246;ffentlichte seine wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten schon im Jahr 1905, doch es dauerte einige Zeit, ehe sich seine &#8222;Theorien&#8220; weltweit durchsetzten. In den Zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts begann dann der fast absolute Ruhm Einsteins. Er wurde zu einer der ber&#252;hmtesten Personen der Welt, wenn nicht zur ber&#252;hmtesten, und das gilt bis heute. Zu dieser Zeit lebte er in Berlin, einer weltoffenen Stadt. Kulturell und wissenschaftlich brummte die deutsche Hauptstadt. Schon 1914 war Einstein dem Ruf gefolgt, unter gro&#223;z&#252;gigen Sonderbedingungen in Berlin zu forschen. So hatte er die M&#246;glichkeit zu einem fruchtbaren Austausch mit weltbekannten Pers&#246;nlichkeiten, die um die Ecke zu treffen waren. Zugleich erlebte er aber hautnah, wie die Deutschen auf ihren absoluten geschichtlichen Tiefpunkt zutrieben oder, vielleicht besser gesagt, sich treiben lie&#223;en.&lt;br class='autobr' /&gt;
Einstein setzte seinen ganzen Einfluss ein, um sich immer wieder f&#252;r den Frieden und gegen Gewalt und Krieg auszusprechen. In zahlreichen Erkl&#228;rungen wandte er sich gegen das Milit&#228;r, gegen das Abrichten von Menschen zu Soldaten, dabei auch scharf gegen den Nationalismus, wenn also das eigene Volk als etwas Besonderes herausgestellt wird, ihm gar das Recht zugesprochen wird, &#252;ber andere zu herrschen und sie zu unterdr&#252;cken. In Deutschland war Einstein daher bei vielen verhasst, denn der Nationalismus war gewisserma&#223;en &#8222;in&#8220;, die Geisteshaltung der Zeit.&lt;br class='autobr' /&gt;
Als dann Einsteins Theorien auch in Experimenten bewiesen werden konnten und er 1921 den Nobelpreis f&#252;r Physik erhielt, war sein Ruhm beinahe grenzenlos. Trotzdem blieben die Zweifler, vor allem in Deutschland. Dort suchte man gerade Schuldige am verlorenen Weltkrieg (1914-1918) und der schlimmen wirtschaftlichen Lage, die gepr&#228;gt war von Geldentwertung und Massenarbeitslosigkeit. Zum S&#252;ndenbock wurden die Juden gestempelt, die angeblich an allem Unheil in Deutschland schuld waren. Diese Sicht vertraten besonders aggressiv die Nationalsozialisten unter der F&#252;hrung von Adolf Hitler. Einstein machte man zu einem &#8222;j&#252;dischen&#8220; Wissenschaftler und stellte seinen Theorien eine &#8222;deutsche Physik&#8220; entgegen. Man st&#246;rte seine Veranstaltungen und p&#246;belte ihn an. Einstein musste um sein Leben f&#252;rchten.&lt;br class='autobr' /&gt;
Als dann die Nationalsozialisten 1933 die Herrschaft an sich rissen, hatte sich Einstein zum Gl&#252;ck rechtzeitig in Sicherheit gebracht, und zwar in den USA, wo er sein Leben hochangesehen beschloss. Bis zum Schluss setzte er sich f&#252;r eine friedliche Welt ein; f&#252;r dieses Ziel warf er seinen ganzen Einfluss als Ber&#252;hmtheit in die Waagschale. Trotzdem hatte er angesichts der deutschen Gr&#228;ueltaten seine absolute pazifistische Haltung ge&#228;ndert. Mit Blick auf das Nazi-Reich, das mit dem Zweiten Weltkrieg einen Vernichtungs- und Ausrottungskrieg f&#252;hrte, sagte er: &#8222;Gegen organisierte Macht gibt es nur organisierte Macht. Ich sehe kein anderes Mittel, so sehr ich es auch bedauere.&#8220; Folglich gab er sich auch dazu her, zum Bau der Atombombe aufzurufen, weil er meinte, man m&#252;sste den Deutschen bei dieser Erfindung zuvorkommen und ihr Terrorregime und den Krieg stoppen, um weitere Todesopfer zu vermeiden. Damit hatte sich Einstein stellvertretend f&#252;r die moderne Physik in einen moralischen Konflikt begeben: Ausgerechnet die Vertreter einer Wissenschaft, die man sich bis dahin in einem Elfenbeinturm vorstellte und die den Fortschritt und das Wohl der Menschen zum Ziel haben sollte, konnten nun zur Entwicklung der gewaltigsten Waffen in der Geschichte der Menschheit beitragen &#8211; Waffen, mit denen, wie man bald erkennen musste, die gesamte Zivilisation ausgel&#246;scht werden konnte.&lt;br class='autobr' /&gt;
Zwar bezeichnete Einstein sp&#228;ter sein Vorgehen als &#8222;gro&#223;en Fehler in seinem Leben&#8220;, doch waren die Nationalsozialisten tats&#228;chlich zu allem entschlossen und es bedurfte gewaltiger Kraftanstrengungen ihrer Kriegsgegner, erkauft mit einer Unzahl an Menschenleben, um das &#8222;Dritte Reich&#8220; zu besiegen. Au&#223;erdem hatte er auch die weitere Entwicklung nicht vorhersehen k&#246;nnen: Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Kalten Krieg zwischen Kapitalismus und Kommunismus, zwischen West und Ost, zwischen den Superm&#228;chten USA und UdSSR, wobei &#252;ber Jahrzehnte hinweg die Gefahr bestand, dass die Menschheit sich mit dem Einsatz der Atombombe selbst vernichten k&#246;nnte. Immer wieder rief Einstein entschieden f&#252;r den Frieden in der Welt auf.&lt;br class='autobr' /&gt;
Albert Einstein starb am 18. April 1955 in den USA, wo er nie recht heimisch geworden war, vor allem auch deswegen nicht, weil man dort im Kalten Krieg bald gegen alle B&#252;rger vorging, die irgendwie verd&#228;chtig waren, &#8222;Kommunisten&#8220; zu sein. Nach Deutschland wollte er nicht zur&#252;ckkehren. Er konnte den Deutschen nicht verzeihen, was sie seinen Glaubensbr&#252;dern angetan hatten.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;&lt;i&gt;Diese Geschichte hatte ich &#8222;eigentlich&#8220; zum Dalai Lama geschrieben ...&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Karma, Buddha und Nirwana: Der Dalai Lama&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Mein Freund Martin hat mich auf die Veranstaltung mit dem Dalai Lama mitgenommen. Allerdings h&#228;tte ich nicht einfach nur mitkommen k&#246;nnen. Er hat auch die Eintrittskarten besorgt, und sie zu bekommen, war nicht so leicht. Was die &#252;berhaupt gekostet haben, will ich gar nicht erst wissen. In der Zeitung, in Radio und Fernsehen wird seit Tagen &#252;ber dieses Ereignis berichtet, fast so, als k&#228;me der Papst.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Martin&#8220; soll ich &#252;brigens nicht mehr sagen. Bei seinem Namen unterscheidet er inzwischen. F&#252;r alles Offizielle hei&#223;t er zwar noch Martin, weil sich das nicht so leicht &#228;ndern l&#228;sst, f&#252;r seine Freunde aber seit ein paar Monaten Cintomani. Das ist Tibetisch und bedeutet &#8222;Flammende Perle&#8220; oder so &#228;hnlich. Ich darf ihn aber noch Martin nennen, weil ich sein bester Freund bin. Das hat er schon oft betont, seit er mich eingeladen hat. Dabei haben wir uns in letzter Zeit, seit er mit seinem Buddhismus angefangen hat, gar nicht mehr so oft gesehen. Nur auf der Veranstaltung soll ich ihn m&#246;glichst bei seinem neuen Namen nennen. Den kann ich mir aber schlecht merken. Ich muss immer wieder auf den Zettel schauen, den ich mir deswegen geschrieben habe.&lt;br class='autobr' /&gt;
Wir sind schon fr&#252;h in der riesigen Halle, die in meiner Vorstellung gar nicht zu dem Dalai Lama passt. F&#252;r mich geh&#246;rt er eher in eine Kirche. Die Halle ist eigentlich eine Eissporthalle und entsprechend k&#252;hl, auch k&#252;hl eingerichtet: Mit Plastiksitzen und Absperrb&#252;geln und riesigen Neonlicht-Strahlern. Jedoch hat man die ganze Halle rot gestaltet. Rot sind die Schilder, rot die vielen Teppiche, rot das Podium, wo eine Art Thron f&#252;r den Dalai Lama steht, und rot sind fast alle Menschen angezogen, die inzwischen die Halle f&#252;llen. Auch Martin tr&#228;gt seit neustem so einen roten Umhang. Ich hatte das Gef&#252;hl, dass uns die Leute deswegen in der U-Bahn komisch angeguckt haben. &#8222;Hey peace, Alter!&#8220;, sagte einer zu Martin und spreizte den Zeige- und Mittelfinger. Martin l&#228;chelte und der Mann lachte.&lt;br class='autobr' /&gt;
Wir sind extra fr&#252;h gekommen, um einen guten Platz zu haben. Aber die Halle ist schon um zehn Uhr morgens fast ganz besetzt. &#8222;Mist Martin!&#8220;, sage ich, &#8222;jetzt m&#252;ssen wir doch hinten sitzen!&#8220; Martin schaut mich an und zieht die Augenbrauen zusammen. Ich bin kurz davor, mich zu entschuldigen. Doch wei&#223; ich nicht genau, was ich vielleicht falsch gemacht habe: Ihn doch wieder Martin zu nennen oder Mist gesagt zu haben? Sonst h&#228;tte ich eigentlich Schei&#223;e gesagt. Ich muss mich auf dieser Veranstaltung besinnen, das ist mir schon klar.&lt;br class='autobr' /&gt;
Auch ich werde bald ruhig, wie alle anderen. Die meisten schweigen vor sich hin und sitzen sogar auf den Plastikst&#252;hlen im Schneidersitz. Einige rutschen aber vorsichtig hin und her und strecken sogar mal die Beine aus, auch irgendwie vorsichtig. Andere sitzen aber die ganze Zeit so da, und sie gucken auch die ganze Zeit zum Podium. Auch Martin ist bald in diesem Zustand.&lt;br class='autobr' /&gt;
Endlich erscheint der Dalai Lama. Ich h&#246;re, wie die Menschen bei seinem Auftreten tief durchatmen. Einige fangen sogar an zu weinen. Ich klatsche, wie ich das kenne, wenn man eine ber&#252;hmte Person zu sehen bekommt. Auch ein paar andere klatschen, h&#246;ren aber schnell wieder auf. Martin hebt mahnend den Finger.&lt;br class='autobr' /&gt;
Endlich spricht der Dalai Lama. Ich versuche aufmerksam zuzuh&#246;ren. Mein Englisch ist nicht so gut. Martin hebt ab und zu wieder den Finger, wenn eine Stelle besonders wichtig ist. Leider verstehe ich doch nicht so viel. Es geht um Bewusstsein, Liebe, Frieden, Erleuchtung und Freiheit, auch um &#8222;Freiheit f&#252;r Tibet&#8220;. Da wird dann doch geklatscht. Ich habe noch nie jemanden solange reden geh&#246;rt. Mir tut alles weh.&lt;br class='autobr' /&gt;
Als der Dalai Lama mal schweigt, atmen alle tief durch. Manche &#246;ffnen auch erst die Augen. Ich hatte eigentlich gedacht, sie w&#228;ren eingeschlafen. Ich hoffe auf eine Pause, da f&#228;ngt der Dalai Lama wieder an zu reden, noch langsamer als vorher, und diesmal auf Tibetisch, was nun von einer anderen Person ins Englische &#252;bersetzt wird. Ich h&#246;re, dass die Meditation beginnt. Martin zieht seine Beine noch st&#228;rker an, indem er die F&#252;&#223;e mit den H&#228;nden festh&#228;lt. Ich versuche mich zu strecken, wie heimlich.&lt;br class='autobr' /&gt;
Immer neue Worte dringen nun an mein Ohr, im immer gleichen Tonfall, ohne Schreien, ohne Fl&#252;stern, ohne hohe, ohne tiefe Stimme. Um mich herum murmeln viele vor sich hin. Das tue auch ich irgendwann, allerdings eher, um &#252;berhaupt irgendetwas zu tun. Ich versuche krampfhaft, den Blick auf meine Armbanduhr zu vermeiden. Es scheint Stunden zu dauern, ehe die n&#228;chste Minute angezeigt wird. Ich h&#246;re in der Stimme des Dolmetschers st&#228;ndig Worte wie &#8222;Leiden&#8220;, &#8222;Geist&#8220;, &#8222;Gef&#252;hl&#8220;, &#8222;Pfad&#8220;, &#8222;Erleuchtung&#8220;, &#8222;Weisheit&#8220;, dazu wieder und wieder &#8222;Karma&#8220;, &#8222;Buddha&#8220; und &#8222;Nirwana&#8220;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Irgendwann, als alle mal wieder durchatmen, schleiche ich mich aus der Halle und gehe aufs Klo. Auch andere bewegen sich dorthin, wie auf Zehenspitzen. Sie sehen erleichtert aus. Wahrscheinlich befinden sie sich schon in dem Schwebezustand, von dem mir Martin vorgeschw&#228;rmt hat. Den w&#252;rde man erreichen, wenn man dem Dalai Lama in seinen Worten folgt. Ich habe inzwischen Hunger, finde aber keinen Essensstand. So trinke ich aus der Wasserleitung, wie andere auch.&lt;br class='autobr' /&gt;
Anschlie&#223;end &#252;berlege ich stark, ob ich wieder in die Halle zur&#252;ckgehen soll. Ich tue es dann doch, weil ich mir sage, Martin soll nicht das viele Geld f&#252;r mich umsonst ausgegeben haben. Er hat meine Abwesenheit anscheinend gar nicht bemerkt. Er bewegt nur immer leicht den Oberk&#246;rper hin und her und murmelt, wie das nun auch der Dalai Lama tut. Noch einmal versuche ich mich zu konzentrieren. Lautes Murmeln verk&#252;ndigt mir dann, dass etwas Neues geschieht: Der Dalai Lama ist aufgestanden und geht sich verbeugend aus der Halle. Ich schaue auf die Uhr: Zwei Stunden fehlen mir.&lt;br class='autobr' /&gt;
Mit Martin, der nun immer leicht grinst, verlasse ich nach einer weiteren halben Stunde ebenfalls die Halle. Wir reden nicht viel. Auf dem Weg nach Hause vertiefe ich mich in der U-Bahn noch in einige der Informationsschriften, die da &#252;berall auslagen. Ich erfahre noch viel: &#220;ber den Kampf der Tibeter f&#252;r ihr Land, &#252;ber das Prinzip des Buddhismus und immer wieder &#252;ber das Leben &#8222;seiner Heiligkeit&#8220;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Martin fragt mich noch, ehe ich aussteige, ob es mir gefallen hat. Ich antworte &#8222;Ja!&#8220; und erkenne noch, ehe die T&#252;ren sich schlie&#223;en und der Zug wieder abf&#228;hrt, dass ich damit wohl keine Antwort im Sinne des Dalai Lama gegeben habe. Denn der wird immer genau die Wahrheit sagen. Ich wei&#223; aber noch nicht einmal, ob ich Martin je wiedersehen werde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Es erscheint wie ein besonderes Zeichen, dass sich so viele Vertreter der westlichen Kultur von einem Oberhaupt des Buddhismus, dem Dalai Lama, &#252;ber alle Ma&#223;en angezogen f&#252;hlen. Die Wohlstandskinder folgen einem Weg, dessen Ziel die v&#246;llige Leere sein soll. Der Buddhismus verspricht die Reinigung der Seele im Schnellkurs. Jeder ist f&#252;r sich selbst verantwortlich und kann in einer Vielzahl von &#8211; meist teuren - Kursen lernen, wie man abschaltet. Keine andere Religion boomt in Europa und Nordamerika so sehr.&lt;br class='autobr' /&gt;
Dabei ist der Buddhismus eigentlich schwer zu verstehen, auch wenn seine Grundz&#252;ge leicht erscheinen: Es gibt keinen Gott, keinen Sohn Gottes, keinen Heiligen Geist, keine Urs&#252;nde, kein J&#252;ngstes Gericht, keine Auferstehung, kein Paradies und keine H&#246;lle. Stattdessen lautet die Botschaft des Buddhismus, dass der Mensch wiedergeboren wird, und zwar immer wieder, wobei das Leben Leiden ist, hervorgerufen durch Begierden. Die gilt es zu &#252;berwinden, um so dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entkommen und hoffentlich das Nirwana zu erreichen, den Ort des dauerhaften Gl&#252;cks oder schlicht der v&#246;lligen Leere. Dazu ist es n&#246;tig, in jedem neuen Leben auf eine h&#246;here Ebene zu gelangen, was durch gute Taten, durch Meditation oder das Lesen heiliger Texte gelingen kann. Gr&#252;nder dieser Religion war Siddharta Gautama, ein indischer Prinz, der vor &#252;ber 2500 Jahren lebte und den man den Buddha nannte, den &#8222;Erwachten&#8220;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Wie in jeder Religion gibt es auch im Buddhismus verschiedene Richtungen. Im Westen ist die bekannteste der tibetische Buddhismus mit dem Oberhaupt des Dalai Lama. Diese Richtung ist in ihren Formen freilich so kompliziert, dass sie selbst viele Eingeweihte nicht verstehen. Es gibt etwa ein wichtiges Ritual, das Kalachakra hei&#223;t und sich &#252;ber Stunden hinzieht, wobei immer wieder verschl&#252;sselte tibetische Glaubensformeln gesprochen werden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Dalai Lama ist eine wirklich ausgew&#228;hlte Pers&#246;nlichkeit. &#8222;Dalai Lama&#8220; ist wie &#8222;Papst&#8220; nur der Titel einer entsprechenden Person und bedeutet &#8222;ozeangleicher Lehrer&#8220;. Der Dalai Lama ist angeblich dem Kreislauf der Wiedergeburten bereits entronnen und nur deswegen wieder als Mensch erschienen, um anderen zu helfen. Heutzutage ist damit Tenzin Gyatso gemeint. Er wurde am 6. Juli 1935 geboren und als kleines Kind zum Dalai Lama bestimmt. Nach der Tradition erkannten ihn bedeutende M&#246;nche anhand bestimmter Zeichen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Tenzin Gyatso wurde entsprechend ausgebildet und h&#228;tte wohl lebenslang sein Land Tibet gef&#252;hrt, das allerdings eine Diktatur von M&#246;nchen war. Er selbst hatte hundert Sklaven als pers&#246;nliche Diener. Zu dieser Zeit befand sich Tibet in einem mittelalterlichen Zustand. Seit Jahrhunderten hatte sich dort nichts ge&#228;ndert. Die Mehrheit der Bev&#246;lkerung hatte keine Rechte. Es herrschte Leibeigenschaft und tats&#228;chlich noch Sklaverei. Viele Menschen hungerten und mussten mangels medizinischer Hilfe an den einfachsten Krankheiten sterben. Dabei drohten ihnen f&#252;r jede Form des Widerstands grausame Strafen. In jedem Kloster wurde gefoltert. Die Lebenserwartung betrug im Schnitt 35 Jahre. Die Rolle jedes einzelnen Menschen war auch durch den Buddhismus festgelegt: Demnach hatte derjenige, der Diener war, in seinen fr&#252;heren Leben noch keine h&#246;here Stufe erreicht.&lt;br class='autobr' /&gt;
Angesichts dieser Situation eroberte 1950 die chinesische Armee das Land. Die Chinesen gingen, gem&#228;&#223; ihrem Glauben an den Kommunismus, radikal gegen die M&#246;nche vor. In dieser Situation fl&#252;chtete Tenzin Gyatso 1959 aus Tibet und lie&#223; sich im benachbarten Indien im S&#252;den des Himalaja nieder. Von dort unterst&#252;tzte er zun&#228;chst den gewaltsamen Widerstand seiner Landsleute, unterst&#252;tzt von den USA, die an vorderster Front gegen den Kommunismus k&#228;mpften. Angesichts eines &#252;berm&#228;chtigen Gegners verschlimmerte das aber nur die Lage der Tibeter: Tausende kamen ums Leben oder verlie&#223;en ihre Heimat. Zur Befreiung seines Landes setzte der Dalai Lama schlie&#223;lich auf die Gewaltlosigkeit, obwohl dies nicht alle seine Landsleute befolgen wollen. 1989 erhielt er sogar den Friedensnobelpreis, wobei bis heute nicht deutlich wird, welches seine besonderen Ideen f&#252;r den Frieden sind.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ob Tenzin Gyatso selbst je wieder nach Tibet zur&#252;ckkehren wird, ist ungewiss. F&#252;r die Chinesen steht er f&#252;r ein &#8222;freies Tibet&#8220;, das nicht erw&#252;nscht ist, weil sie dadurch die Einheit ihres Landes bedroht sehen. Au&#223;erdem wehren sie sich gegen die Einmischung des Westens in ihre Politik. So ist es auch fraglich, ob die besondere Form des tibetischen Buddhismus weiter bestehen wird. Immerhin muss nach dem Tod von Tenzin Gyatso abermals ein Dalai Lama in Tibet gefunden werden. Bis dahin aber wird der lebende Dalai Lama besonders den sinnsuchenden Menschen des Westens ein Religionsersatz sein.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Berlin Berlin</title>
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		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



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&lt;p&gt;Arena-Verlag, W&#252;rzburg 2011 &lt;br class='autobr' /&gt;
Die moderne Geschichte Berlins und damit Deutschlands literarisch in Kurzgeschichten erz&#228;hlt, begleitet von Sachteilen - eine Herausforderung! &lt;br class='autobr' /&gt; Besprechungen &lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Weder Stadtf&#252;hrer noch Stadtgeschichte steht Berlin dennoch im Zentrum &#8211; als Hauptstadt, geteilte und wiedervereinigte Stadt. W&#228;hrend die treffend ausgew&#228;hlten und analytisch fundierten Sachkapitel Hintergr&#252;nde und Folgen der &#246;konomischen, sozialen und politischen Entwicklungen beschreiben, machen die (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/" rel="directory"&gt;B&#252;cher f&#252;r Jugendliche&lt;/a&gt;


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&lt;p&gt;Die moderne Geschichte Berlins und damit Deutschlands literarisch in Kurzgeschichten erz&#228;hlt, begleitet von Sachteilen - eine Herausforderung!&lt;/p&gt;
&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Besprechungen&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&#034;Weder Stadtf&#252;hrer noch Stadtgeschichte steht Berlin dennoch im Zentrum &#8211; als Hauptstadt, geteilte und wiedervereinigte Stadt. W&#228;hrend die treffend ausgew&#228;hlten und analytisch fundierten Sachkapitel Hintergr&#252;nde und Folgen der &#246;konomischen, sozialen und politischen Entwicklungen beschreiben, machen die Erz&#228;hlungen das Lebensgef&#252;hl in Berlin und die Auswirkungen auf den Einzelnen erlebbar. Venzke gelingt diese sich erg&#228;nzende Kombination ausgezeichnet. Manko ist allenfalls die wenig anschauliche Gestaltung als reiner Flie&#223;text mit Schwarz-Wei&#223;-Illustrationen sowie fehlende Hinweise auf weiterf&#252;hrende Literatur. Der Titel &#252;berzeugt durch Pr&#228;gnanz, leichte Verst&#228;ndlichkeit sowie einen spannenden, bewegenden Stil. Das solide, in seiner Art und f&#252;r die Zielgruppe konkurrenzlose Lesebuch eignet sich hervorragend f&#252;r Menschen ab 12.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Thomas Sch&#252;tzenberger, ekz-bibliotheksservice&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Entstanden ist ein Lesebuch f&#252;r die ganze Familie.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Familie &amp; Co&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein Buch, das alle Jugendlichen lesen sollten. Ein Buch, das manche &#196;ltere nicht lesen wollen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Rudolf van Nahl, Alliteratus&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Kann ein Stadtf&#252;hrer spannend sein? Ja, er kann es. Kann er auch lustig sein? Ja, kann er. Ist er informativ, ziemlich umfassend, subjektiv und trotzdem ziemlich ehrlich, lesbar, kurzweilig ... ja ja, all das ist dieses Buch. [...] Selten war ein Stadtf&#252;hrer kurzweiliger und f&#252;r Jugendliche angemessener.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Zu Beginn reitet noch ein Kaiser Unter den Linden, zum Schluss traben 40000 Marathonl&#228;ufer durch das wiedervereinigte Berlin. 14 Geschichten aus der Hauptstadt erg&#228;nzt Andreas Venzke mit knappen, aber guten Sachkapiteln &#8211; 50 Jahre nach dem Mauerbau ein vielf&#228;ltiges Kaleidoskop &#252;ber die spannendste Stadt Deutschlands.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Focus-Schule Nr. 4/2011&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Leseprobe&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Gespr&#228;ch in der Stille&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&#034;Wann kommt die n&#228;chste Maschine? Es kommt doch immer die n&#228;chste Maschine! Wie lange fliegen die jetzt schon? Wann haben sie damit angefangen, die Amis?&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Am 24. Juni ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Ja, ich wei&#223;: Am 24. Juni 1948. Heute ist der 19. April 1949, ha, ein Tag vor dem wichtigsten Feiertag, den wir hatten.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;H&#246;r auf damit! Wir k&#246;nnen froh sein, ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Also wie lange fliegen sie schon? Seit 10 Monaten, seit, Moment, wieville Wochen sind das?&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Vierzig ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Genau, seit 40 Wochen, jeden Tag, alle drei Minuten ein Flugzeug. Aber warum kommt jetzt keine neue Maschine? Sie sind doch immer geflogen. Wo bleibt denn die n&#228;chste? Die Amis werden doch nicht -!&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Bleib mal ruhig! So musst du dich auch nicht aufregen! Da wird schon wieder ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Wer wei&#223;, was hinter den Kulissen gespielt wird? Wie sollen denn die Amis eine ganze Stadt auf Dauer aus der Luft versorgen? W&#252;rden sie diese Insel auch noch verteidigen, vielleicht mit Panzern? Nein, das k&#246;nnten sie nicht. Andererseits: Das w&#252;rde auch Krieg bedeuten.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Der ist ja nun zum Gl&#252;ck ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;So weit ist der Ivan doch nicht gegangen, den Westen von Berlin einfach zu besetzen. Aber die Verbindungswege kappen, das k&#246;nnen die nat&#252;rlich. Das haben sie sich sch&#246;n ausgedacht. Wie hamse jesagt: 'Die Transportabteilung der sowjetischen Milit&#228;rverwaltung sah sich gezwungen, aufgrund technischer Schwierigkeiten den Verkehr aller G&#252;ter- und Personenz&#252;ge von und nach Berlin morgen fr&#252;h, sechs Uhr, einzustellen.' Technische Schwierigkeiten! In der Nacht war pl&#246;tzlich zappenduster, als sie das Kraftwerk Zschornewitz abgeschaltet haben. Wo bleibt denn nur die n&#228;chste Maschine?&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Wenn wieder eine abgest&#252;rzt ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Jetzt iss schon zehn Minuten rum und nischt iss zu h&#246;ren! Dass die Amis uns &#252;berhaupt helfen &#8211; vier Jahre nach dem Krieg, wo sie eifrig mitgeholfen haben, unsere St&#228;dte in Schutthaufen zu verwandeln! Na ja, aber wir hatten nun mal den ollen Hitler. Aber war das unsere Schuld? H&#228;tten wir wissen k&#246;nnen, was der im Schilde f&#252;hrt? Wir Kleenen ham doch sowieso nichts gewusst! Oder? War doch so?&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Du hast schon ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Von den gro&#223;en Schweinereien, wat hamwa da jewusst? Nischt! Aber wenn der Ivan hier doch das Sagen kriegt?&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Da ginge es einigen aber schlecht von uns, richtig schlecht. Ich m&#246;chte nicht wissen, wie viele hier Dreck am Stecken haben, die da im Osten gek&#228;mpft haben. Was allein mit den Juden passiert ist! Du musst auch ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Klappe halten! &#8211; hei&#223;t es da besser! Der Ivan macht ja da keinen gro&#223;en Unterschied! Die schicken auch die kleinen Helferlein aufs Schafott, oder ab nach Sibirien!&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Aber im Westen lassen sie pl&#246;tzlich alle laufen! Wenn ich sehe, wer hier schon wieder alles auf der Beh&#246;rde sitzt! Auf einmal sind das alles Demokraten! Hauptsache, bei dir ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Wir m&#252;ssen ja jetzt auch bezahlen, richtig teuer. Wie geht es uns denn? Nichts zum Heizen, nichts zum Futtern! Aber die Amis zeigen, dass sie uns nicht im Stich lassen. Wenn nur verdammt noch mal endlich die n&#228;chste Maschine zu h&#246;ren w&#228;re!&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Wenn in dem ganzen Ablauf einer mal ausrutscht, rei&#223;t der alle mit. Es muss ja nur auf der Startpiste in Wiesbaden ein Flugzeug liegen bleiben, dann ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Die Amis k&#246;nnen organisieren, doch, das k&#246;nnen sie! Da k&#246;nnen sogar wir uns noch ein Scheibchen abschneiden. Wenn da beim Adolf nur nicht so viel bestochen worden w&#228;re!&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Red doch nicht mehr so! Manchmal habe ich das Gef&#252;hl, du denkst immer noch ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Nein! Wir wollen doch nun auch so sein wie die, mit der Demokratie und so. Anders haben wir sowieso keine Chance mehr in der Welt. Wie lange wird das wohl dauern, ehe das mit dem Krieg vergessen ist? Da ist es fast wie ein Wunder, dass die Amis uns nicht dem Wolf zum Fra&#223; vorwerfen. Na ja, ein Wunder nicht. Die haben ja jetzt ihren neuen Feind. Aber was sollen wir denn machen, wenn die uns trotzdem aufgegeben haben und der Russe hier Kasatschok tanzt? Warum zum Teufel kommt die n&#228;chste Maschine nicht?&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Die kommt schon! Bleib jetzt man auf dem Teppich! Au&#223;erdem warst du auf jeden Fall in Kriegsgefangenschaft, bei den Amis, das hast du ja schriftlich! Das sch&#252;tzt dich schon mal. Was du davor genau gemacht hast, das k&#246;nnen die ja nicht so leicht ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;C54, klasse Maschinen! Wie beruhigend ihr Brummen klingt. Vier Sternmotoren mit je 1500 PS! Das sind schon tolle Kisten. Dass die Amis das alles &#252;ber den Teich geschippert haben! Unglaublich! Da konnten wir nie den Krieg gewinnen! Solche Verb&#252;ndete brauchen wir, nicht diese Sowjets, wie sie genannt werden wollen! Wei&#223;t du, die haben hier wirklich Wasserh&#228;hne aus der Wand gedreht, um die zu Hause einzuschrauben und darauf zu warten, dass wieder Wasser rauskommt.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Von wem hast du das? Das kann doch nie einer in Wirklichkeit ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Das haben sie doch &#252;berall erz&#228;hlt! Das passt doch genau! Mit Panjewagen waren sie unterwegs, mit Pferdekutschen! Wo bleibt nur die n&#228;chste Drecksmaschine? Wie viel Zeit ist denn schon vergangen?&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Viertelstunde! Fang jetzt nicht an auszu...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Verdammte Schei&#223;e! Ich habe keine Lust auf ein Strafgericht beim Ivan! Da zaubern die pl&#246;tzlich Beweise hervor, die keiner pr&#252;fen kann! Ich habe ja auch nur Befehlen gefolgt. Wer beim Adolf nicht wollte, den haben sie doch &#8211; ruckzuck ging das! Du wei&#223;t doch, wie das war!&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Von dem Kruppke wei&#223; ich, dass der ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Ich habe keine Lust auf den Strick. Ich will nicht nach Sibirien. Warum bleibt es so still? Wieso kommt denn der verdammte Ami nicht? &#8211; Da! H&#246;rst Du das? H&#246;rst du das Brummen? Es wird lauter. H&#246;rst du das? Ja, es ist wieder da! Es geht weiter. Das ist die C54. So klingt das s&#252;&#223;e Lied der Freiheit. Jetzt werden die Motoren gedrosselt. H&#246;rst du? Jetzt geht die Maschine in den Sinkflug. Da, es wird leiser. Sie hat aufgesetzt. Wir sind gerettet!&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Du bist gerettet&#034;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Scott, Amundsen und der Preis des Ruhms</title>
		<link>https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/article/scott-amundsen-und-der-preis-des</link>
		<guid isPermaLink="true">https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/article/scott-amundsen-und-der-preis-des</guid>
		<dc:date>2014-02-19T08:32:24Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Arena-Verlag, W&#252;rzburg 2011 &lt;br class='autobr' /&gt;
Der &#034;Wettlauf&#034; zwischen Scott und Amundsen zum S&#252;dpol - l&#228;ngst eines der gro&#223;en Epen in der Menschheitsgeschichte. Hier erz&#228;hlt von Thomas Crean, einem der um Haaresbreite &#252;berlebt hat und der die Geschichte einmal nicht heroisch erz&#228;hlt. &lt;br class='autobr' /&gt; Besprechungen &lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Spannend und mitrei&#223;end erz&#228;hlt [...&#034;] Gerlinde R&#246;mer Jugendschriftenausschuss des BLLV- M&#252;nchen &lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Das Buch ist aufgrund des jeweiligen Perspektivenwechsels (beide Expeditionstrupps kommen zu Wort) und der (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/" rel="directory"&gt;B&#252;cher f&#252;r Jugendliche&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L104xH150/arton34-9f0d6.jpg?1678947063' class='spip_logo spip_logo_right' width='104' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Arena-Verlag, W&#252;rzburg 2011&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der &#034;Wettlauf&#034; zwischen Scott und Amundsen zum S&#252;dpol - l&#228;ngst eines der gro&#223;en Epen in der Menschheitsgeschichte. Hier erz&#228;hlt von Thomas Crean, einem der um Haaresbreite &#252;berlebt hat und der die Geschichte einmal nicht heroisch erz&#228;hlt.&lt;/p&gt;
&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Besprechungen&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&#034;Spannend und mitrei&#223;end erz&#228;hlt [...&#034;]&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Gerlinde R&#246;mer&lt;br class='autobr' /&gt;
Jugendschriftenausschuss des BLLV- M&#252;nchen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Das Buch ist aufgrund des jeweiligen Perspektivenwechsels (beide Expeditionstrupps kommen zu Wort) und der Dichte an Recherchefakten sehr anspruchsvoll, aber ein Spitzentipp f&#252;r Jungen jeden Alters.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Jugendliteratur aktuell, Thurgau&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;[...] hat der Autor on diesem Fall mit Crean eine reale Figur als Sprachrohr gew&#228;hlt, was die Authentizit&#228;t der Geschichtserz&#228;hlung steigert und dem Leser einen ganz unmittelbaren Zugriff auf die spannenden Ereignisse rund um die Eroberung des S&#252;dpols gew&#228;hrt. Erg&#228;nzt werden die Schilderungen Creans von den Erz&#228;hlungen seiner Frau, die das Vorgehen und die Erlebnisse des mit Scott rivalisierenden Teams um Amundsen beschreibt. Der wiederholte Perspektivenwechsel steigert dabei die Spannung. [...] wobei jedoch stets eine kritische Distanz z. B. gegen&#252;ber der nachtr&#228;glichen Heroisierung Scotts gewahrt bleibt. [...] Insgesamt kann damit auch dieser Band der Reihe [...] w&#228;rmstens empfohlen werden.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Heidrun Scharrer&lt;br class='autobr' /&gt;
Jugendschriftenausschuss des BLLV- Mittelfranken&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Fazit: Das Buch orientiert sich an einer wahren Begebenheit, ist aber als fiktive Erz&#228;hlung eines Expeditionsteilnehmers verfasst, was die Geschichte sehr anschaulich macht. Auch die enthaltenden Darstellungstexte mit Informationen &#252;ber beteiligte Personen und historischen Fotos tragen dazu bei, dass Geschichte hier erfolgreich zum Leben erweckt wird.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;luk&lt;br class='autobr' /&gt;
Main Post&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Das bewirkt, dass man das Buch nicht weglegen kann und oft hofft, dass die Geschichte vielleicht doch anders ausgeht. [...] Alles in allem ein spannendes Buch, das seinen Lesern noch lange im Ged&#228;chtnis bleiben wird und das eines wirklich kann: Geschichte lebendig machen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, Sachsen-Anhalt&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die spannend erz&#228;hlte Geschichte wird dadurch um wissenswerte Details bereichert, die dem angesprochenen jungen LeserInnenkreis [!] ein realistisches und authentisches Leseerlebnis erm&#246;glichen. Empfohlen f&#252;r abenteuerhungrige LeserInnen [!] zwischen 11 und 18.&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Bibliotheksnachrichten&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Hier steht die Spannung im Vordergrund. Der Autor Andreas Venzke hat eine Rahmenhandlung um die Entdeckergeschichte gestrickt und l&#228;sst ein Mitglied von Scotts Mannschaft erz&#228;hlen. Diese Mischung aus Fiktion und Dokumentation gibt der Handlung nicht nur gro&#223;e N&#228;he, sondern l&#228;sst auch Raum f&#252;r Spekulationen. So bezweifelt Venzke [...]&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;bild der wissenschaft&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Durch die Erz&#228;hlform kann sich der Leser sofort die Begebenheiten und Unannehmlichkeiten vorstellen und es kommt nie die Idee auf, Geschichtsunterricht erteilt zu bekommen. Schon zu Beginn ist man gefesselt vom Inhalt und brennt darauf weiterzulesen. [...] Ein Buch ohne den p&#228;dagogischen Zeigefinger, sondern in ungew&#246;hnlicher Form geschrieben, der sich kein Leser entziehen kann.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;[...] Andreas Venzke pr&#228;sentiert die Ereignisse um die Eroberung des S&#252;dpols spannend und detailreich. &#220;ber eine Rahmenhandlung [...] wird nicht nur der jugendliche Leser in die Geschichte gezogen. [...] fesselnde Erz&#228;hlung [...] Die Lebendigkeit der Erz&#228;hlung entsteht auch durch die Einbeziehung von Quellen, etwa wenn aus den Tageb&#252;chern Scotts zitiert wird. Gl&#252;cklicherweise vergisst Venzke dabei nicht, diese bewusst &#246;ffentlichkeitswirksame Inszenierung ihres Autors quellenkritisch einzuordnen. [...] Der Verlag empfiehlt die Lekt&#252;re ab 11 Jahren, das Buch ist aber durchaus auch f&#252;r Erwachsene ein fundierter Einstieg [...]&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Maximilian Schreiber&lt;br class='autobr' /&gt;
Borrom&#228;usverein Bonn&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Andreas Venzke gelingt es im erz&#228;hlenden Teil sehr gut, die pers&#246;nliche Seite aus der Sicht eines Teilnehmers der Expedition zu schildern. [...] hebt er sich wohltuend von anderen glorifizierenden Schilderungen (z. B. der bekannten Stephan Zweigs) ab. Auf der Folie des Gelesenen k&#246;nnen junge Menschen lernen, selbst eine kritische Haltung gegen&#252;ber heutigen 'Helden' einzunehmen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Daneben ist der erz&#228;hlende Teil ungemein lebendig und spannend geschrieben. Man wird geradezu in die Person Thomas Creans hineingezogen, erlebt die Spannungen unter den M&#228;nnern und die Strapazen mit. Dazu tr&#228;gt bei, dass der Autor dem Erz&#228;hler ein ruhiges, zur&#252;ckhaltendes Wesen gegeben hat, das n&#252;chtern berichtet.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Elmar Broecker&lt;br class='autobr' /&gt;
Alliteratus.com&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Die Geschichte ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend [...]&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;B&#228;rbel McWilliams&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Evangelische Buchberater&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Leseprobe&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;1) Im &#034;&lt;i&gt;South Pole Inn&lt;/i&gt;&#034;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Schaut euch das mal an!&#034;, ruft der glatzk&#246;pfige Howard, als er in mein Gasthaus st&#252;rmt und sich Jacke und Hose abklopft. &#034;Ich glaub es nicht! Das hatten wir noch nie.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Nat&#252;rlich hatten wir das schon&#034;, ruft gleich der alte Bill zur&#252;ck. &#034;Nur vielleicht nicht ganz so viel.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich selbst schaue zur Wand und l&#228;chele gequ&#228;lt. Auf meine Augen ist kein Verlass mehr. Doch entstehen in mir seltsame Bilder, erst verschwommen, dann immer klarer. Damals h&#228;tte es keiner gewagt, sich den Schnee erst nach dem Eintreten abzuklopfen. Das musste vor dem Zelt geschehen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Howard l&#228;sst sich von Ellen, meiner Frau, ein Guinness zapfen und stellt sich zu den anderen in den Raum, die wie Kinder in die H&#228;nde klatschen und aufstampfen. Ellen hat eigentlich auch noch nie Schnee gesehen, richtigen Schnee, nichts anderes als Schnee. Auch sie geht immer wieder zur T&#252;r und macht ein paar Schritte hinaus. Vielleicht kann sie nun ein wenig von dem begreifen, was ich ihr erz&#228;hlt habe: Wie man durch ein Loch in der Zeltwand starrt und drau&#223;en peitscht der Wind den Schnee keuchend vor sich her, stundenlang, und wenn man Pech hat, tagelang. Und dann geht das Petroleum f&#252;r den Brenner zur Neige und die Nahrungsvorr&#228;te auch.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Na, Bill&#034;, prostet ihm Howard zu, der f&#252;r seine 40 Jahre viel zu alt aussieht. &#034;Du musst das ja wissen! Aber hast du in deinem Leben schon mal so viel Schnee gesehen? Warst du denn jemals runter von unserer Insel? Na egal! Nicht dass wir hier noch einschneien! Obwohl, das w&#228;re auch nicht schlimm. Dann m&#252;sste ich mir von meiner Frau nichts anh&#246;ren, wenn ich sp&#228;ter nach Hause komme. Schlie&#223;lich ist Samstagabend.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Einer hier im Raum hat bestimmt viel mehr Schnee gesehen als wir alle zusammen&#034;, antwortet Bill und sucht mit dem Blick nach mir. Ich drehe mich nicht um und sp&#252;le ein Bierglas aus. Ob es richtig sauber ist, kann ich nicht mehr sehen. Es durchf&#228;hrt mich hei&#223;. Die Erinnerung an damals werde ich immer in mir tragen.&lt;br class='autobr' /&gt;
In welchen verschiedenen Welten man leben kann, denke ich. Es gibt Situationen, da kann man wirklich selbst entscheiden, ob man seine bekannte Welt tauschen m&#246;chte gegen eine v&#246;llig fremde &#8211; in meinem Fall: Eine kleine &#252;berschaubare Welt gegen eine un&#252;berschaubar gro&#223;e. Und dann gibt es Situationen, da wird einem die Welt gewechselt, auch wenn man bleibt, wo man ist, und seine Welt gerne behalten h&#228;tte. Aber was erz&#228;hle ich? Das ist alles schwer zu verstehen f&#252;r einen, der damit nichts zu tun hat. Ich mache sonst keine gro&#223;en Worte. Ich versuche eigentlich, still meinen Lebensabend zu genie&#223;en, im irischen Annascaul, wo ich in der N&#228;he auf dem Hof meiner Eltern aufgewachsen bin.&lt;br class='autobr' /&gt;
In dem kleinen Ort wohne ich mit meiner geliebten Frau Ellen, und zwar in dem Wirtshaus &#8222;&lt;i&gt;South Pole Inn&lt;/i&gt;&#034;, in dem sich gerade so viele Bewohner des Dorfes versammelt haben. Thomas Crean* hei&#223;e ich, doch nenne mich alle nur Tom. Bei mir werden die Geschichten ausgetauscht, von all den kleinen Dingen, die in Annascaul geschehen. So wie man am Sonntagmorgen ins Gotteshaus geht, kommt man am Samstagabend zu mir ins Wirtshaus. Manchmal, wenn ich dazu aufgelegt bin, erkl&#228;re ich, was hinter dem Namen &#034;&lt;i&gt;South Pole Inn&lt;/i&gt;&#034; steckt. Aber die ganze Geschichte, die hat au&#223;er Ellen noch keiner geh&#246;rt.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Tom!&#034;, h&#246;re ich Howard nun rufen. &#034;Hattet ihr auch so viel Schnee am S&#252;dpol? Hier ist jetzt ja auch alles wei&#223;.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich wische an der Zapfanlage herum und versuche wieder zu l&#228;cheln. Ellen schaut zu mir hin und ich erkenne, wie sie mir zunickt. Das soll wohl hei&#223;en, dass ich ruhig mal erz&#228;hlen soll.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Der Schnee kann locker sein wie Puder oder hart wie Stein, pappig oder griffig, scharf wie ein Messer oder weich wie eine Daunenfeder&#034;, sage ich. &#034;Wir konnten das alles unterscheiden.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
An einem Tag wie diesem, wo es in unserer Gegend wirklich mal schneit, und der Schnee sogar liegenbleibt, da k&#246;nnten meine Landsleute ein wenig verstehen, was ich erlebt habe. Wir haben sonst immer nur Gr&#252;n um uns, auch im Winter. Am S&#252;dpol war alles wei&#223;, die Farbe Gr&#252;n gab es nicht mehr.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Mal sehen, wie unser Schnee jetzt ist&#034;, ruft Howard und geht wieder hinaus. Andere gehen mit ihm.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Noch ein Bier, Ellen!&#034;, ruft er und andere wollen auch noch eins.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich nehme ihre leeren Gl&#228;ser und sp&#252;le sie ab. Ich sp&#252;re, wie mich Ellen immer wieder von der Seite ansieht. Sie wei&#223;, wie gern ich meinem Herzen Luft machen w&#252;rde.&lt;br class='autobr' /&gt;
So, f&#252;r die Briten hast du das getan, habe ich einige G&#228;ste schon sagen h&#246;ren, mit einem bestimmten Unterton, vorwurfsvoll. Deswegen bin ich vorsichtig. Ich kann die Briten nicht unbedingt verachten, so wie es viele meiner Landsleute tun. Haben sie mir nicht erm&#246;glicht, die Welt zu sehen, wirklich die ganze Welt, weil es nun mal ihr Anspruch war, sie zu regieren? Es traf sich jedenfalls alles bestens, als ich zum Mann wurde und mir meine v&#228;terliche Welt zu eng wurde, ja, die v&#228;terliche Welt ... Auf unserem Hof herrschte mein Vater nach alter Sitte und getreu der Bibel: Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn. Ich hatte mit meinen neun Geschwistern unter seiner Rute einen Platz zu finden. Nur, wo gab es den auf unserem Hof, bei Annascaul, am Ende der Welt, im westlichsten Zipfel Irlands? Wenn es da Streit gibt, geht man los und steht bald an den Meeresklippen. Welche Sehnsucht dr&#252;ckt das Meer aus, wenn es laut anbrandet oder sich leise in der Sonne wiegt! Letzten Endes bietet das Meer zwei M&#246;glichkeiten: Sich von den Klippen hineinzust&#252;rzen, wie das f&#252;r mich nie ein Weg gewesen w&#228;re, oder seine riesige Weite als Stra&#223;e in ein neues Leben zu nutzen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Warum musste mein Vater auch gleich wieder zuschlagen, nur weil ich angefangen hatte, die verfluchten Saatkartoffeln zu eng nebeneinander zu pflanzen? Was hat es mir abverlangt, nicht zur&#252;ckzuschlagen! Hatte damit alles angefangen? Ja doch! Und dann war es nat&#252;rlich auch die Schuld der Briten, wenn man so will, dass es damals f&#252;r einen Gr&#252;nschnabel wie mich die M&#246;glichkeit zur Flucht gab. Die Briten suchten Personal f&#252;r ihre Schiffe und die jungen Leute in Irland suchten Platz f&#252;r ihre Tr&#228;ume. So fing es an. Im R&#252;ckblick ging alles so schnell: Mit 15 laufe ich von zuhause fort, sp&#228;t am Abend, als alle schlafen. Ich kenne den Weg zum n&#228;chsten Hafen wie meine Westentasche und bin ihn in meiner Vorstellung schon Dutzende Male gelaufen. Nur der Mond, mein einziger Verb&#252;ndeter, begleitet mich und schon am n&#228;chsten Tag stehe ich einem Bewerbungsoffizier gegen&#252;ber. Die schicke Uniform, die er tr&#228;gt &#8211; darin m&#246;chte ich auch einmal stecken! Was mein Alter angeht, sage ich nicht ganz die Wahrheit, aber die will der Offizier eigentlich auch gar nicht h&#246;ren.&lt;br class='autobr' /&gt;
Als &lt;i&gt;Boy &lt;/i&gt; werde ich in der britischen &lt;i&gt;Navy &lt;/i&gt; aufgenommen. 1893 ist das Jahr, als ich anheuere. Wieder haben die Briten einen jungen Burschen, den sie in ihrem Sinn formen k&#246;nnen. Aber das sehe ich nicht, ich sehe meine Chance: Ich habe Erfolg, wechsele die Schiffe, die Meere, die Erdteile, Freunde, M&#228;dchen, Ansichten. Im Jahr 1900 diene ich auf einem Schiff, das gerade in Neuseeland vor Anker liegt, als dort auf einem anderen Schiff namens &lt;i&gt;Discovery &lt;/i&gt; ein Matrose gegen einen Offizier vorgeht und flieht. Seinen Platz nehme ich ein, und zwar unter dem Befehl eines gewissen Robert Falcon Scott. Mit der &lt;i&gt;Discovery &lt;/i&gt; f&#252;hrt er eine Expedition in die Antarktis an &#8211; der Beginn meines Lebens als &#034;Polarforscher&#034;.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Mann, wir schneien hier wirklich ein!&#034;, br&#252;llt Howard, als er mit den anderen wieder in das Lokal stampft. &#034;Flockig, w&#252;rde ich sagen, der Schnee ist eindeutig flockig!&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
Er klopft sich ab, als m&#252;sste er vorf&#252;hren, wie gef&#228;hrlich es drau&#223;en ist.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Howard, so machst du doch alles nass hier&#034;, sagt der alte Bill und ich nicke ihm unbewusst zu.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Hab dich nicht so!&#034;, ruft Howard und nimmt sein frisch gezapftes Guinness. Ich denke, mit einem wie ihm w&#228;re es schwer in einer Gruppe gewesen, die in der Antarktis &#252;berleben will. Einer, der Kritik &#252;berspielt oder nicht annehmen kann, bedroht den Zusammenhalt aller. War nicht sogar Scott so einer?&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Tom, erz&#228;hl doch mal, wie das da unten im S&#252;den war! Wie ist denn der Unterschied zu hier?&#034;, sagt pl&#246;tzlich ein anderer am Tresen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Und Howard ruft: &#034;Du hast doch an diesem Wettlauf teilgenommen. Wie war das denn genau? Hast du diesen Scott eigentlich auch noch tot gesehen?&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich sp&#252;re, wie es still wird. Sogar der alte Bill, der die Geschichten doch bestimmt kennt, hat die Augen aufgerissen. Ellen l&#228;chelt und nickt mir entschieden zu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Europa vor dem Krieg&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte in Europa seit langer Zeit Frieden. Bei allen Gegens&#228;tzen zwischen den Klassen wuchs der Wohlstand aller. Trotzdem gab es das Gef&#252;hl einer Krise. Die gro&#223;en L&#228;nder r&#252;steten immer st&#228;rker auf und bedrohten sich untereinander. Es war die Zeit des Imperialismus.&lt;br class='autobr' /&gt;
In den Industriestaaten hatte sich der Kapitalismus voll entwickelt: Mit dem unerbittlichen Kampf im Streben nach Gewinn stieg die wirtschaftliche Leistung enorm, aber auch die Konkurrenz auf den Handelsm&#228;rkten. Ein Staat wollte den anderen beherrschen, wobei sich die Industrie vor allem einen leichten Zugang zu den wichtigsten Rohstoffen sichern wollte. Gro&#223;britannien hatte dabei den gr&#246;&#223;ten Einfluss, weil es mit seinem Empire die halbe Welt regierte. Doch waren seine Kolonien immer schwerer zu beherrschen. Die V&#246;lker wehrten sich gegen die wei&#223;e Herrschaftsklasse und begannen f&#252;r ihre Unabh&#228;ngigkeit zu streiten. Das betraf nicht nur den riesigen Halbkontinent Indien, sondern auch ein kleines Land wie Irland als Teil der &#034;Britischen Inseln&#034;. F&#252;r das Empire ging es dabei um seine Zukunft. Aber auch ein Land wie Norwegen wollte sich selbst regieren und sagte sich von Schweden los.&lt;br class='autobr' /&gt;
Das 19. Jahrhundert war davon bestimmt, dass die Europ&#228;er noch jeden Flecken Erde &#034;entdeckten&#034;, in Besitz nahmen und damit die Welt unter sich aufteilten. Forscher, Abenteurer und Missionare drangen in die entlegensten Gebiete vor, besonders in das Innere der riesigen Kontinente Afrika und Asien, solange es sie noch zu beherrschen galt. Im 20. Jahrhundert war dieser Vorgang abgeschlossen und eigentlich alle Gebiete der Welt erkundet und in Beschlag genommen. Was blieb, waren nur noch die Gegenden, die keinem geh&#246;rten, weil sie noch nie ein Mensch betreten hatte: Abgesehen von den h&#246;chsten Bergen waren das die Polargebiete, an erster Stelle die Arktis, der Nordpol. Der lag sozusagen vor der Haust&#252;r. Die Antarktis dagegen war noch einmal eine andere Welt: unglaublich weit entfernt, menschenleer und v&#246;llig unbekannt.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Zwei Fluchten</title>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



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&lt;p&gt;Mein zweites Jugendbuch, mit einem altbekannten Thema: Zwei v&#246;llig unterschiedliche Jugendliche, der eine wohlbeh&#252;tet, der andere &#252;berhaupt nicht, hauen zusammen ab ... Es war noch nicht die Zeit f&#252;r so ein Thema. &lt;br class='autobr' /&gt; Besprechungen &lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Subtil, zwischen den Zeilen, ist die Ver&#228;nderung in Veit sp&#252;rbar. Fast kafkaesk erleben wir seine Verwandlung zur eigenen Selbstfindung. Ein Mutmacherbuch mit sprachlichen Leckerbissen.&#034; B&#252;cherb&#228;r &#8211; Berner Jugendschriften&#8211;Kommission &lt;br class='autobr' /&gt; Leseprobe &lt;br class='autobr' /&gt;
Anfang &lt;br class='autobr' /&gt;
Um (&#8230;)&lt;/p&gt;


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		</description>


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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Mein zweites Jugendbuch, mit einem altbekannten Thema: Zwei v&#246;llig unterschiedliche Jugendliche, der eine wohlbeh&#252;tet, der andere &#252;berhaupt nicht, hauen zusammen ab ...&lt;br class='autobr' /&gt;
Es war noch nicht die Zeit f&#252;r so ein Thema.&lt;/p&gt;
&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Besprechungen&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&#034;Subtil, zwischen den Zeilen, ist die Ver&#228;nderung in Veit sp&#252;rbar. Fast kafkaesk erleben wir seine Verwandlung zur eigenen Selbstfindung. Ein Mutmacherbuch mit sprachlichen Leckerbissen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;B&#252;cherb&#228;r &#8211; Berner Jugendschriften&#8211;Kommission&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;Um halb drei wollten wir uns treffen, um halb drei in der Nacht. Normalerweise m&#252;&#223;te man eine Batterie Kanonen abfeuern, um mich zu der Uhrzeit wachzukriegen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Aber ich war so fickerig, da&#223; mir auch Schlaftabletten nichts ausgemacht h&#228;tten. Nein, da&#223; ich einschlafen w&#252;rde, war nicht das Problem. Aus dem Haus kommen mu&#223;te ich, das war das Problem, aus dem Haus kommen, ohne da&#223; meine Eltern das mitkriegen w&#252;rden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Vorbereitung war das wichtigste. Ich wei&#223; ja, um zw&#246;lf, sp&#228;testens, gehen meine Eltern ins Bett. Ich sa&#223; vorher noch mit ihnen im Wohnzimmer, und an diesem Abend war es wie verhext.&lt;br class='autobr' /&gt;
Eigentlich komme ich gut zurecht mit meinen Eltern. Wenn sie nur nicht so w&#228;ren, so ... Ich wei&#223; gar nicht genau, wie. Jedenfalls steht bei ihnen immer schon alles fest, also auch, da&#223; sie bis sp&#228;testens zw&#246;lf ins Bett gehen. Na ja, was wei&#223; ich, wie es ist, wenn man immer zur Arbeit mu&#223;, jeden Tag fr&#252;h aufstehen. Da mu&#223; man vielleicht sogar Respekt haben, da&#223; sie nur wenig Schlaf brauchen. Sie legen sich ja nachmittags nicht noch mal hin wie ich. Wenn meine Mutter in der Fr&#252;h aufsteht, hat sie h&#246;chstens sieben Stunden geschlafen. Das w&#252;rde ich auf Dauer nie packen. Der Vater kann manchmal noch ein St&#252;ndchen l&#228;nger liegenbleiben, je nachdem wann er zur Schule mu&#223;. Sie aber mit ihrem Versicherungsb&#252;ro mu&#223; immer zur gleichen Zeit auf der Matte stehen. Furchtbar! Da mu&#223; man doch irgendwann durchknallen! Nur finden die Eltern das in Ordnung. Sie sind so richtig ausgeglichen in ihrem Leben.&lt;br class='autobr' /&gt;
Jedenfalls wei&#223; ich nat&#252;rlich, wie sie ins Bett gehen. Einer von beiden sagt, &#034;Jetzt ist es aber Zeit!&#034;, oder, &#034;Es ist schon wieder viel zu sp&#228;t!&#034;. Dann werde ich gefragt: &#034;Und du, Arian, willst du nicht auch ins Bett?&#034; Ich sage dann meistens, &#034;Ja, ich komme gleich!&#034;, und bleibe immer noch zehn Minuten oder so im Wohnzimmer hocken. Manchmal komme ich aber noch sp&#228;ter.&lt;br class='autobr' /&gt;
Ich nehme mir n&#228;mlich immer die Fernbedienung und zappe mich durch die Kan&#228;le. Manchmal werden in der Nacht ja die sch&#228;rfsten Filme gezeigt. Wenn ich mal so 'nen Film gefunden habe, bleibe ich l&#228;nger hocken. Und ich fasse mich dann fast immer an in der Hose. Aber das ist so eine bl&#246;de Situation. Mit der einen Hand mu&#223; ich ja die Fernbedienung halten. Ich kann dann sofort umschalten, wenn noch mal einer von den beiden runterkommt. Und l&#228;nger als eins darf es sowieso nicht dauern. Sp&#228;testens dann kommt meine Mutter und macht Stunk. Na ja, Stunk macht sie nicht gerade. Sie sagt nur, da&#223; ich doch jetzt mal ins Bett soll.&lt;br class='autobr' /&gt;
Meine Eltern machen nie Stunk. Vielleicht bin ich ihnen zu viel wert, als einziges Kind. Aber meine Mutter sagt das in einer Art, da&#223; ich merke, wie sie echt sauer ist.&lt;br class='autobr' /&gt;
An diesem Abend wollten die beiden einfach nicht schlafen gehen. Und ich brauchte noch Zeit, um alles vorzubereiten. Dazu durfte es nicht zu sp&#228;t werden. Wenn ich sp&#228;t ins Bett gehe, ist eine solche Ruhe im Haus, da&#223; jeder feuchte Furz zu h&#246;ren ist.&lt;br class='autobr' /&gt;
[...]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

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		<title>&#214;tzi und die Offenbarungen einer Gletschermumie</title>
		<link>https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/article/otzi-und-die-offenbarungen-einer</link>
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		<dc:date>2014-02-15T16:18:53Z</dc:date>
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		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Mein vorerst vorletztes Buch in der Arena-Reihe Bibliothek des Wissens &#8211; auch eine kleine philosophische Betrachtung &#252;ber das Leben und den Tod des Menschen im Allgemeinen. Das kommt auch hier ganz nett zum Ausdruck ... &lt;br class='autobr' /&gt;
Besprechungen &lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;[...] frech und witzig. Insgesamt sehr unterhaltsam und ansprechend [...]&#8220; ekz-Informationsdienst &lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Auch als Erwachsener kann man in diesem Buch wirklich viel lernen - und das, ohne dass auch nur eine Sekunde lang Langeweile aufkommt! Als '&#214;tzi' gefunden (&#8230;)&lt;/p&gt;


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		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L100xH150/arton27-d0d5c.jpg?1678995824' class='spip_logo spip_logo_right' width='100' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Mein vorerst vorletztes Buch in der Arena-Reihe &lt;i&gt;Bibliothek des Wissens&lt;/i&gt; &#8211; auch eine kleine philosophische Betrachtung &#252;ber das Leben und den Tod des Menschen im Allgemeinen. Das kommt auch &lt;a href='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/IMG/pdf/ff36_12_oetzi.pdf' class=&#034;spip_in&#034; type='application/pdf'&gt;hier&lt;/a&gt; ganz nett zum Ausdruck ...&lt;/p&gt;
&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Besprechungen&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&#8222;[...] frech und witzig. Insgesamt sehr unterhaltsam und ansprechend [...]&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;ekz-Informationsdienst&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Auch als Erwachsener kann man in diesem Buch wirklich viel lernen - und das, ohne dass auch nur eine Sekunde lang Langeweile aufkommt! Als '&#214;tzi' gefunden wurde, war ich selbst noch ein Kind, trotzdem hat mich das Thema damals fasziniert. Ich h&#228;tte dieses Buch sicher verschlungen! Neben den Texten findet man auch viele witzige Bilder im Comic-Stil sowie Fotografien in Schwarz-Wei&#223;. Fazit: So sieht lebendige Vor- und Fr&#252;hgeschichte aus! Ich kann das Buch allen Interessierten (auf alle F&#228;lle auch Erwachsenen, die eine kleine und unterhaltsame Einf&#252;hrung ins Thema lesen m&#246;chten!) nur empfehlen.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Biene Maya 2013, amazon&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In einer fiktiven Erz&#228;hlung schildert &#214;tzi selbst, wie er aufgefunden wurde und welche Seltsamkeiten ihm in dieser neuen Welt begegnen. Das wirkt etwas aufgesetzt und gek&#252;nstelt. [...] Man wird sehen, wie Kinder auf diese Art von Sachbuch reagieren.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Josef Kunz&lt;br class='autobr' /&gt;
bibliotheksnachrichten&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Bei &#214;tzis Selbstgespr&#228;chen ist besonders witzig, wenn er sich &#252;ber die Verhaltensweisen der Menschen von heute Gedanken macht, sie nicht einordnen kann oder sich dr&#252;ber lustig macht. Dann h&#228;lt er uns den Spiegel vor, die wir denken, aufgrund der Technik alles zu wissen.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, Th&#252;ringen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;&#214;tzi beweist als Ich-Erz&#228;hler Witz, Intelligenz und Sachkompetenz [...] St&#246;rend ist nur der &#246;sterreichische Dialekt. Und die vertrockneten Aug&#228;pfel erscheinen makaber &#8211; bei allem Entz&#252;cken, das die Eismumie ansonsten ausl&#246;st.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Nathalie Fasel&lt;br class='autobr' /&gt;
Querlesen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Andreas Venzke bietet auf unterhaltsame und dennoch &#252;beraus informative Art einen spannenden Einstieg in die Welt der Arch&#228;ologie und der Fr&#252;hgeschichte. [...] Unterrichtsunterlagen des Arena-Verlags f&#252;r eine Besch&#228;ftigung mit dem Thema im Unterricht machen das Buch nicht nur zu einem spannenden Unterhaltungs- und Sachbuch f&#252;r junge Leserinnen und Leser, sondern auch f&#252;r den Schulunterricht empfehlenswert.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Andreas Markt Huter&lt;br class='autobr' /&gt;
Lesen in Tirol&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Dieser Mix zwischen Erz&#228;hl- und Sachkapiteln macht auch den besonderen Reiz des Buches aus, das keinen Moment Langeweile aufkommen l&#228;sst, obwohl es mit einer F&#252;lle an Sachinformationen aufwartet.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Birgit Geistbeck&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;a href=&#034;http://www.der-buchleser.de&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;www.der-buchleser.de&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Schilderungen sind zum Teil etwas makaber vor allem wenn &#214;tzi selbst erz&#228;hlt. Da liegt er nun stundenlang und immer wieder auf dem Seziertisch und macht seine Gedanken &#252;ber unsere heutige Welt. Vor allem Jesus Christus kommt h&#228;ufig ins Spiel, man wei&#223; blo&#223; nicht warum.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, Bremen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das Buch ist [...] f&#252;r alle Best&#228;nde sehr zu empfehlen.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Julia Massenkeil-K&#252;hn&lt;br class='autobr' /&gt;
Buchprofile &#8211; Medienempfehlungen f&#252;r die B&#252;chereiarbeit&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Mir gef&#228;llt gut, dass der Autor auch &#214;tzis Gef&#252;hle nachvollziehbar darstellt, so &#228;u&#223;ert &#214;tzi zum Beispiel, dass ihm sein Name &#252;berhaupt nicht gef&#228;llt. Lobenswert finde ich auch, dass Andreas Venzke die Fakten und die Geschichte &#252;ber &#214;tzi richtig spannend verpackt hat, selbst wenn man schon einiges dar&#252;ber wei&#223; oder in Bozen im Museum gesehen hat. Ich empfehle dieses Buch f&#252;r jeden &#214;tzi-Kenner und alle, die es werden wollen.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Tobias, 12 Jahre&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;a href=&#034;http://www.buecher-leben.de&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;www.buecher-leben.de&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das Buch ist sehr spannend, so ein Buch k&#246;nnte man sogar im Geschichtsunterricht lesen und besprechen.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Jonas (11) aus Zwickau&lt;br class='autobr' /&gt;
KIKA&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Leseprobe&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Der geheimnisvolle &#214;tztal-Mann&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn wir Menschen es bis zum Ende oft nicht glauben wollen &#8211; nach dem Tod werden wir zwar nicht unbedingt zu Staub werden, wie es in der Bibel hei&#223;t, aber bestenfalls einen guten Humus abgeben! In der Geschichte haben wir trotzdem immer wieder versucht, wenigstens den K&#246;rper Verstorbener zu bewahren. Pl&#246;tzlich zeigt die Natur selbst, dass sie auch ganz anders kann. 1991 findet sich die vollst&#228;ndig erhaltene Leiche eines Menschen, aufbewahrt im Eis der Alpen seit &#252;ber 5.000 Jahren: Eine unvorstellbar lange Zeit. Und nicht nur das: Auch seine Ausr&#252;stung ist erhalten geblieben, sogar einzelne Haare, die sonst in k&#252;rzester Zeit vergangen sind. Dieser Mann im Eis hat die Kenntnisse &#252;ber unsere Vorgeschichte schlagartig erweitert: Am Ende der Steinzeit stieg ein schon fast 50 Jahre alter Mann mit Leichtigkeit in eine Region auf, in der auch wir heutigen Menschen ohne technische Hilfsmittel immer noch schnell den Tod finden k&#246;nnen.&lt;br class='autobr' /&gt;
Aber die Geschichte von diesem &#214;tzi genannten Menschen ist nicht nur die seines Lebens: Er ist ein Spiegelbild von uns heutigen Menschen. Er hilft auch, unsere Zeit zu verstehen. Hier geht es um das eine und das andere Leben dieses Menschen, der &#8211; uns &#8211; vielleicht auf ewig erhalten bleiben wird. &lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Wie er gefunden wird&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ist mir hei&#223;! Was ist denn nur los? Ist das nun meine zweite Geburt, von der wir immer gesprochen haben? Die w&#252;rde aber ziemlich lange dauern. Schon seit ein paar Tagen rage ich aus dem Eis heraus, zuerst nur mein Hinterkopf, inzwischen fast mein ganzer Oberk&#246;rper. Und die Sonne brennt weiter vom Himmel und taut das Eis um mich her. So habe ich eigentlich keine Lust, wiedergeboren zu werden. Ich habe mir das doch anders vorgestellt. Wir haben es uns so sch&#246;n ausgemalt, wenn wir am Lagerfeuer zusammensa&#223;en: Im zweiten Leben sitzt man weich auf Fellen, sch&#246;nen flauschigen vom Lamm, &#252;ber dem Feuer brutzelt der Fleischspie&#223;, berauschende Getr&#228;nke kreisen und links und rechts h&#228;lt man ein h&#252;bsches M&#228;dchen im Arm. Stattdessen bin ich immer noch halb im Eis eingeklemmt und muss mich von der Sonne braten lassen. Da soll es jetzt mal wieder schneien! Da will ich doch lieber in Schnee und Eis begraben sein.&lt;br class='autobr' /&gt;
Irgendetwas stampft da auf mich zu! Das ist bestimmt ein B&#228;r &#8230; Ich will nicht, dass es ein B&#228;r ist! An mir ist nichts mehr dran! Ich bin nur noch Haut und Knochen. Geh mal sch&#246;n weiter! Hier oben hast du sowieso nichts zu suchen! Das Stampfen wird leichter, vorsichtiger, kommt aber n&#228;her. Da reden zwei! Menschen! Die haben mich wohl gesehen. Hallo, tut mir nichts! Ihr seht ja nur meinen R&#252;cken, wie damals, als der mich von hinten ... Menschen? B&#228;ren? Was ist gef&#228;hrlicher?&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Helmut, schau doch mal!&#8220;, sagt eine Frau, &#8222;was da liegt!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Was ist das denn?&#8220;, antwortet ein Mann. &#8222;Was schmei&#223;en die Leute &#252;berall ihren M&#252;ll hin! Ist das eine Riesenplastikt&#252;te? Das w&#252;rde mich gar nicht wundern. Bestimmt haben hier Italiener &#252;bernachtet. Die lassen doch &#252;berall ...&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Oder ist das eine Puppe?&#8220;, unterbricht ihn die Frau. &#8222;Schau doch mal, Helmut!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Eine Puppe, Frau!&#8220;, sagt Helmut laut. &#8222;Wieso soll denn jemand hier auf &#252;ber 3.000 Meter H&#246;he eine Schaufensterpuppe hochschleppen? Also Erika, denk doch mal nach! Obwohl ... Man wei&#223; ja nie. Die Leute schmei&#223;en ja auch Waschmaschinen in den Wald. Man muss nur mal vom Weg abweichen, wie wir jetzt ...&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Die beiden kommen n&#228;her und ich h&#246;re meistens Helmut aufgeregt sprechen: &#8222;Es gibt gar keinen Respekt mehr vor der Natur. Die Menschen m&#252;ssen alles verschandeln! Man nimmt doch wenigstens seinen M&#252;ll ...&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Da ruft Erika: &#8222;Aber das ist ja ein Mensch!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Lang hat's gedauert, bis sie verstehen. Bin ich denn so schwer zu erkennen? Bestimmt durchsuchen sie mich jetzt, ob sie irgendwas Wertvolles an mir finden.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Das gibt's ja nicht!&#8220;, ruft Helmut ein paarmal. Er ist ganz au&#223;er sich. Hat er noch keinen Toten gesehen? &#8222;Das ist ja wirklich ein ..., das gibt's gar nicht, ein Mensch ist das, wirklich ein Mensch! Warte du hier! Ich laufe schnell zu den beiden aus &#214;sterreich, mit denen wir gegangen sind und die ins &#214;tztal absteigen, und sage denen Bescheid ...&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Seltsam ist es, wieder menschliche Stimmen zu h&#246;ren. Schnell entfernen sich Helmuts Schritte. Es ist wieder ganz still. Fein streicht der Wind &#252;ber mich hinweg. Pl&#246;tzlich f&#228;ngt Erika an zu reden. Ich habe sie ganz vergessen: &#8222;Du armes M&#228;dchen, was ist dir Schreckliches passiert? Wie lange steckst du denn hier schon im Eis? Du Arme, du! Aber jetzt kannst du beruhigt sein. Jetzt wirst du endlich ein richtiges Grab bekommen. Was nur deine Eltern sagen werden! Ob die noch leben? Du armes M&#228;dchen!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Bald h&#246;re ich wieder schwere Schritte und Helmut rufen: &#8222;Die sind schon weg. Ich habe sie nicht mehr gesehen. &#8211; Ist es noch da?&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Ja, freilich!&#8220;, sagt Erika ganz nah bei mir.&lt;br class='autobr' /&gt;
Dann wird es wieder ziemlich still. Die beiden fl&#252;stern, als ob ich sie nicht h&#246;ren soll. Sie schauen sich alles genau an, wie ich da liege, mit dem Gesicht im Schmelzwasser, w&#228;hrend die Sonne mir auf den R&#252;cken brennt. In meiner Mulde gehen sie vorsichtig umher, fassen mich aber nicht an. Sie finden meinen Gluteimer aus Birkenrinde, der wohl immer noch zu gebrauchen w&#228;re. Ein guter Eimer!&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Was soll das wohl sein?&#8220;, fragt Helmut.&lt;br class='autobr' /&gt;
Dann finden sie noch etwas, was sie Gummiband nennen. Erika sagt dazu: &#8222;Die Arme ist vielleicht beim Skifahren gest&#252;rzt&#8220;, und sie sagt noch ein paarmal: &#8222;Die Arme!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Skifahren? Ich verstehe gar nichts, auch nicht, als Helmut sagt: &#8222;Ich mach noch ein Foto und dann gehen wir!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Was ist das denn f&#252;r eine Welt, in der ich da aufgewacht bin? Kennen die keine Gluteimer? Die Schritte der beiden entfernen sich. Es ist wieder still, herrlich still, wie ich es gewohnt bin. Mal sehen, ob es so bleibt. Bestimmt schneit es bald wieder und vielleicht verschwinde ich dann wieder in meinem Bett aus Schnee und Eis.&lt;br class='autobr' /&gt;
Es dauert nicht lange, da h&#246;re ich neue Schritte, und wieder Stimmen, diesmal von zwei M&#228;nnern.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Do hintn liegts, i sig sie schun. Kimm, Blaz, kimm!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Uh, Markus, das ist wirklich toter Mensch!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Schaug amol, wos dou nou olls ummerliegt&#8220;, ruft Markus.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Wos was?&#034;, fragt Blaz.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Was da noch alles herumliegt! Die Bretter da, oder die gebogenen H&#246;lzer und hier die Schn&#252;re. Die war mit Schneeschuhen unterwegs.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Oder mit Schlitten&#8220;, sagt Blaz.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Mit der Rodel? Do heroubm?&#8220;, ruft Markus. &#8222;Und was ist das? Ein Eispickel? Schau mal, wie der gemacht ist, mit einem Klumpen Eisen wie ein Beil. Vom Bergsteigen hatte die Frau jedenfalls keine Ahnung.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Er kommt zu mir und ich sp&#252;re seinen Atem.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Lass Toten in Ruh!&#8220;, ruft Blaz, aber Markus fasst mich sogar an.&lt;br class='autobr' /&gt;
&#8222;Des sein decht Borthoor. Des isch a Monn, ganz gawiss.&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Dieser Markus kommt mir immer wieder ziemlich nahe. Ich muss w&#252;st aussehen, schon weil ich meine ganzen Haare verloren habe. Auch habe ich am Hinterkopf ein Loch, weil ich mit der Stelle vorher schon mal aus dem Eis geragt habe. Aber will ich mich beschweren? Immerhin bin ich noch da und vielleicht wartet ja nun die sch&#246;ne Feuerstelle auf mich. Aber irgendwie habe ich meine Zweifel. Die beiden sind mir nicht ganz geheuer. Die werden allen Bescheid sagen, f&#252;rchte ich. Wo hier nur so schnell die Menschen herkommen? Gibt's hier oben jetzt so viele J&#228;ger und Hirten? Auf jeden Fall ist's jetzt vorbei mit der ewigen Ruhe. Da muss ich mir nichts vormachen. Ich merke, wie wohl ich mich f&#252;hle, als diese beiden jungen M&#228;nner endlich wieder gehen. Ich freue mich auf die klare kalte Nacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Eine Leiche im Eis&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Es war Donnerstag, der 19. September 1991, als Helmut und Erika Simon aus N&#252;rnberg den Fund ihres Lebens machten. Sie wollten an diesem Tag eigentlich nicht mehr in den H&#246;hen des Alpenhauptkamms unterwegs sein. Aber am Tag zuvor hatten sie den Abstieg in ihren S&#252;dtiroler Urlaubsort nicht mehr geschafft und in der Similaunh&#252;tte &#252;bernachtet. Am n&#228;chsten Tag lie&#223;en sie sich von dem strahlend sch&#246;ne Wetter zu einer weiteren Bergtour verleiten. Auf dem R&#252;ckweg kamen sie dann vom ausgewiesenen Pfad ab und mussten einer Mulde, in der sich Schmelzwasser gesammelt hatte, ausweichen. Dort sahen sie pl&#246;tzlich etwas Braunes aus dem Eis herausragen ...&lt;br class='autobr' /&gt;
Damit der Eismann &#252;berhaupt gefunden werden konnte, spielte also der Zufall eine Rolle. Trotzdem lag der eigentliche Grund ganz woanders: Der Sommer dieses Jahres war au&#223;ergew&#246;hnlich warm und h&#228;tte in den Bergen sowieso mehr Eis zum Schmelzen gebracht als sonst. Dazu kam allerdings, dass schon im Fr&#252;hjahr durch ein Naturph&#228;nomen gro&#223;e Mengen an Saharastaub durch die Atmosph&#228;re getragen worden waren, der sich in den Alpen als dunkle Schichten absetzte. Das f&#252;hrte dazu, dass die Gletscher im folgenden Sommer wie unter einer schwarzen Folie lagen und atemberaubend schnell an Masse verloren. In jenem Jahr war der Eismann deswegen auch nicht die einzige Gletscherleiche, die man in den Alpen fand.&lt;br class='autobr' /&gt;
Am 7. August gab ein Gletscher zwei Leichen frei. Als angehende Bergf&#252;hrer waren sie 1953 in eine Gletscherspalte gest&#252;rzt. Am 24. August fand sich im Eis die Leiche eines weiteren Bergf&#252;hrers, der 1981 abgest&#252;rzt war. Am 29. August entdeckte man die Leichen einer Frau und eines Mannes, die bereits 1934 verungl&#252;ckt waren: Die beiden hatten ein dreiviertel Jahrhundert im Eis &#252;berdauert. Am 19. September wurde schlie&#223;lich jener weitere Mann gefunden &#8211; von dem h&#228;tte sich niemand vorstellen k&#246;nnen, wie lange ihn das Eis bewahrt hatte.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
		</content:encoded>


		

	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Veit und ein anderer Tag</title>
		<link>https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/article/veit-und-ein-anderer-tag</link>
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		<dc:date>2014-02-09T17:22:50Z</dc:date>
		<dc:format>text/html</dc:format>
		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Mein erstes Jugendbuch, das viel besprochen wurde. Damals, 1996, galt es aber eigentlich als viel zu &#034;hart&#034;. Ein christlich inspirierter Buchhandelspartner gab deshalb nach offizieller Lekt&#252;re alle bestellten Exemplare an den Verlag zur&#252;ck ... Es war mir eine Genugtung, es nun wieder neu ver&#246;ffentlichen zu k&#246;nnen, &#252;berarbeitet und auch sonst den Zeiten angepasst. &lt;br class='autobr' /&gt;
Besprechungen &lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Subtil, zwischen den Zeilen, ist die Ver&#228;nderung in Veit sp&#252;rbar. Fast kafkaesk erleben wir seine Verwandlung (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://andreas-venzke.de/bucher/bucher-fur-jugendliche/" rel="directory"&gt;B&#252;cher f&#252;r Jugendliche&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L98xH150/arton12-804f1.jpg?1678995824' class='spip_logo spip_logo_right' width='98' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Mein erstes Jugendbuch, das viel besprochen wurde. Damals, 1996, galt es aber eigentlich als viel zu &#034;hart&#034;. Ein christlich inspirierter Buchhandelspartner gab deshalb nach offizieller Lekt&#252;re alle bestellten Exemplare an den Verlag zur&#252;ck ...&lt;br class='autobr' /&gt;
Es war mir eine Genugtung, es nun wieder neu ver&#246;ffentlichen zu k&#246;nnen, &#252;berarbeitet und auch sonst &lt;a href='https://andreas-venzke.de/bucher/e-books/e-books-fur-jugendliche/article/e-book-veit-und-ein-anderer-tag' class=&#034;spip_in&#034;&gt;den Zeiten angepasst&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;div class='cs_blocs'&gt;&lt;h4 class='blocs_titre blocs_replie blocs_click'&gt;&lt;a href='javascript:;'&gt;Besprechungen&lt;/a&gt;&lt;/h4&gt;&lt;div class='blocs_destination blocs_invisible blocs_slide'&gt;
&lt;p&gt;&#034;Subtil, zwischen den Zeilen, ist die Ver&#228;nderung in Veit sp&#252;rbar. Fast kafkaesk erleben wir seine Verwandlung zur eigenen Selbstfindung. Ein Mutmacherbuch mit sprachlichen Leckerbissen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;B&#252;cherb&#228;r &#8211; Berner Jugendschriften&#8211;Kommission&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein sehr einf&#252;hlsam erz&#228;hltes Buch, das Spuren hinterl&#228;&#223;t.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;B&#252;cher/Livres&#8211;Tageblatt&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;... einf&#252;hlsam geschrieben ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Nordrhein&#8211;Westfalen; U. Humburg&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Sehr viel Stoff zum Nachdenken, ungew&#246;hnliche Situationen und verbl&#252;ffende Reaktionen werden dem aufmerksamen Leser geboten ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Schleswig Holstein; M&#252;ller&#8211;Westerhagen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Zweifellos bietet die Hauptfigur Veit jugendlichen Lesern die M&#246;glichkeit zur Identifikation ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;... wird die gesamte Situation vom Autor geschickt in einen politischen und sozialen Kontext eingebunden.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Rheinland&#8211;Pfalz; Dr. Astrid van Nahl&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Mit Veit wird der Leser in eine Spannung hineingenommen, die durch die kurzen gedankl. R&#252;ckblenden noch erh&#246;ht wird.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Sachsen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Die Situation des Jungen ist pr&#228;zise und dicht beschrieben. Als Lekt&#252;re f&#252;r junge LeserInnen ab 13 Jahren zu empfehlen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Berlin; Popien&#8211;Jahnes&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Veits Entwicklung wird nachvollziehbar, weil sie ohne Interpretation beschrieben wird. Der Schlu&#223; ist kein unglaubw&#252;rdiges 'Happy End', sondern ein realistischer Schritt vorw&#228;rts.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Baden&#8211;W&#252;rttemberg; Susanne Kimmerle&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein anerkennenswerter Versuch, jugendlichen Lesern auch etwas anspruchsvollere Literaturkonzeptionen zuzutrauen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Niedersachsen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Der Leser steht absolut im Bann der Spannung ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Das Buch macht Lesern Mut, die im Pubert&#228;tsalter ihre eigene Identit&#228;t suchen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Sprachlich finde ich die Erz&#228;hlung anspruchsvoll, obwohl sie umgangssprachlich gepr&#228;gt ist.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;Es ist fl&#252;ssig zu lesen, der spannende Inhalt und die flotte Sprache lassen einen das Buch verschlingen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Baden&#8211;W&#252;rttemberg; Inge Feder&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Sch&#252;ler und Sch&#252;lerinnen einer 7. Hauptschulklasse konnten in gro&#223;en Zeiteinheiten beim Vorlesen des Buches zuh&#246;ren. Sie fanden das Buch spannend und &#228;u&#223;erten Wohlgefallen ob der vertrauten Sprachmuster.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Niedersachsen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Trotz der traurigen Lage, in der Veit steckt, ein Buch mit einem hoffnungsvollen, befreienden Schluss.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;SBD&#8211;Angebot (Schweizer Bibliotheksdienst)&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein nicht allt&#228;gliches Buch, das sicher seinen Leserkreis finden wird.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Referat Kinder&#8211; und Jugendliteratur des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden&#8211;W&#252;rttemberg; Monika Dick&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein kluges, glaubhaftes Buch, das zu fesseln vermag. Die Sprache ist locker und &#252;berzeugend.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Schulblatt f&#252;r die Kantone Aargau und Solothurn&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein mitrei&#223;endes Jugendbuch, das von der ersten bis zur letzten Seite spannend zu lesen ist.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Schw&#228;bische Zeitung&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;... ordentlichen Erstling hingelegt.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Eselsohr; Ralf Schweikart&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Die Geschichte erz&#228;hlt beklemmend realistisch den Alltag eines sozial schwachen Jugendlichen. &#220;berzeugend und real werden die &#196;ngste und Gef&#252;hle Veits dargestellt. &#196;u&#223;erst positiv und glaubw&#252;rdig sind die L&#246;sungsvorschl&#228;ge ... Das Buch bietet viele Denkanst&#246;&#223;e, wie man in &#228;hnlicher Situation handeln k&#246;nnte und ist allen Jugendlichen ab 12 Jahren zu empfehlen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;das neue buch &#8211; Buchprofile f&#252;r die katholische B&#252;chereiarbeit; Brigitte H&#246;lzle&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein sympathisches Antihelden&#8211;Buch.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Amtliches Schulblatt des Kantons St. Gallen&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Das Buch pa&#223;t gut f&#252;r eine Klassenb&#252;cherei und ist auch f&#252;r Erwachsene geeignet.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Jugendschriftenausschu&#223; des BLLV, Landesstelle Bayern; S. Sch&#246;nitz&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;'Veit und ein anderer Tag' ist ein feiner kurzer Text, der &#8211; formal gekonnt, wenngleich in einer zum Teil sehr harten Sprache &#8211; &#252;ber Standpunkt und Perspektive eines ungew&#246;hnlichen Jungen erz&#228;hlt, der mit sich und der Welt zurechtkommen mu&#223;. Der deutlich themenzentrierte Text ist trotz vieler Verweise ... nicht &#252;berfrachtet, da er &#8211; auch zeitlich &#8211; &#228;u&#223;erst komprimiert ist; der Schlu&#223; ist positiv und offen, jedoch nicht unrealistisch. Alles in allem ein empfehlenswerter problemorientierter Text.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;bn&#8211;Rezensionszeitschrift; Franz Lettner&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein ersch&#252;tterndes, hautnahes Jungenportr&#228;t.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;ekz&#8211;Informationsdienst&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Damit gibt der Autor die L&#246;sung, da&#223; es Aufgabe des Au&#223;enseiters ist, sich seine Stellung in der Gemeinschaft zu erobern, da&#223; dies ein Akt der Selbstfindung ist, bei der andere ihm Hilfestellung geben k&#246;nnen, den er aber selbst vollziehen mu&#223; ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Prof. Dr. S. Lichtenberger&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein sehr guter, gef&#252;hlvoller Roman f&#252;r Heranwachsende. Sensibel geschrieben.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Jugendschriftenausschu&#223; &#8211; Aschaffenburg; Hures&#8211;Lippert&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Ein Buch, das sich zu lesen lohnt, weil es &#252;ber Ursachen und Wirkungen schreibt, die in vielen Jugendromanen fehlen.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Jugendschriftenzentrale; Holtkamp&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Einf&#252;hlsam und &#252;berzeugend ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&#034;... eine aufschlu&#223;reiche Lekt&#252;re ...&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitskreis Jugend und Buch; Karlheinz Becker&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#034;Selten wurde ein Vater-Sohn-Konflikt so sensibel und verst&#228;ndnisvoll in einem Kinderbuch aufbereitet.&#034;&lt;br class='autobr' /&gt;
&lt;i&gt;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Landesstelle Schleswig-Holstein&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href='javascript:;' class='replier_bloc'&gt;[Einklappen]&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
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&lt;p&gt;Veit friert's. Zwar ist es Sommer und hei&#223;, aber Veit friert's trotzdem. Wenigstens &#252;berl&#228;uft ihn manchmal ein Schauer von K&#228;lte, wenn er an das denkt, was er gerade gelesen hat. Auch hat er eiskalte H&#228;nde, und er sp&#252;rt, wie es sich anf&#252;hlen mu&#223;, wenn die Finger von den Spitzen her abfrieren.&lt;br class='autobr' /&gt;
Laut atmet Veit durch und schaut hoch. Er wei&#223;, die Engl&#228;nder haben das n&#228;chste Depot erreicht. Er wei&#223; aber nicht, ob ihm gef&#228;llt, was er da liest - was er da liest und doch schon kennt: dieses Tagebuch von dem Scott und seiner Expedition zum S&#252;dpol. Immerhin ist es spannend, denkt er und streckt vorsichtig die Beine aus, langsam, als w&#228;ren auch sie vor K&#228;lte erstarrt. Seinen verkr&#252;ppelten Fu&#223; allerdings - den denkt er sich als wirklich erfroren.&lt;br class='autobr' /&gt;
Nachdenklich l&#228;&#223;t Veit den Kopf auf die Lehne des Sessels sinken und schaut auf die Uhr. Eine Stunde lang hat er mit Scott und den vier anderen M&#228;nnern mitgefiebert. Sie haben den S&#252;dpol nur als zweite erreicht und m&#252;ssen sich jetzt den R&#252;ckweg erk&#228;mpfen. Eine Stunde lang ist Veit mit ihnen mitmarschiert. In Gedanken hat er sich sogar ein wenig gegen den Zug der Riemen gestemmt und hat unter dem Gewicht der Schlitten gekeucht, die sie &#252;ber den hartgefrorenen Schnee hinter sich herziehen mu&#223;ten.&lt;br class='autobr' /&gt;
Mit steifen Gliedern steht Veit aus seinem Sessel auf und stellt sich vor, wie es sein mu&#223;, wenn man sich ganz auf sich verlassen mu&#223;, wenn da keiner ist, der einem hilft. Er kennt diese Situation, da&#223; da keiner ist, der einem hilft.&lt;br class='autobr' /&gt;
Beknackt, sich darauf einzulassen, zu Fu&#223; zum S&#252;dpol zu marschieren. Na ja, die ganze Strecke wollte Scott mit seinen M&#228;nnern nicht zu Fu&#223; gehen. Er wollte ja Kettenfahrzeuge und Ponys einsetzen. Aber die Maschinen waren schon am Anfang ausgefallen, und die kleinen Pferde sind in der K&#228;lte erfroren. Also mu&#223;ten sie die Schlitten selber ziehen. Nur, warum haben sie das Unternehmen nicht abgebrochen, als sie merkten, da&#223; sie vielleicht nicht genug Kraft h&#228;tten und die Verpflegung vielleicht nicht ausreichen w&#252;rde? Nur weil dieser Amundsen sie dann besiegt h&#228;tte? Nur weil dieser Amundsen als erster den S&#252;dpol erreichen k&#246;nnte, was dann ja sowieso der Fall war? Ja, darum geht es immer, da&#223; man der erste sein mu&#223;. Daran ist der Scott gestorben, daran, der erste sein zu m&#252;ssen. Beknackt ist das!&#034;Veit, hockst du wieder hinter deinen B&#252;chern? Hast du dich wieder in deinem Zimmer eingeschlossen?&#034; Der Vater schreit. Das Bier ist ihm ausgegangen, wei&#223; Veit.[...]&lt;/p&gt;
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